Filippo Ganna verwehrt Tadej Pogacar mit phänomenaler Zeitfahrleistung einen weiteren Etappensieg beim Giro d'Italia 2024; Martinez Vierzehnter

Radsport
durch Cycloon
Samstag, 18 Mai 2024 um 20:09
filippoganna
Tadej Pogacar wurde ein weiterer Etappensieg durch den sensationellen Filippo Ganna beim Einzelzeitfahren der 14. Etappe des Giro d'Italia 2024 verwehrt. Daniel Martínez gelang nur ein vierzehnter Platz im Zeitfahren, wodurch er einiges an Zeit auf das Maglia Rosa einbüßte.
Josef Cerny von Soudal - Quick-Step war zwar nicht der erste Mann auf der Startrampe, erreichte aber als Erster das Ziel und setzte mit seiner Zeit von 36:58 Minuten eine frühe Richtzeit, die von den großen Namen verfolgt werden sollte. Der Tscheche hielt sich jedoch nicht lange an der Spitze, denn erst Daan Hoole und dann Edoardo Affini waren beide schneller.
Lorenzo Milesi vom Movistar Team kam in das knifflige und technische Finale in Sichtweite von Affinis Zeit, konnte die letzten Kurven aber nicht mehr rechtzeitig nehmen und verlor nur 2 Sekunden auf seinen Landsmann. Der Mann, der Affini vom Thron stieß, war Tobias Foss von INEOS Grenadiers, der 36:28 Minuten benötigte und damit 4 Sekunden schneller war als der Italiener.
Zum Leidwesen des ehemaligen Weltmeisters hielt er sich jedoch nicht lange als Tempomacher. Nur wenige Augenblicke später zerstörte Foss' INEOS Grenadiers-Teamkollege Filippo Ganna alle bisherigen Zeiten und setzte sich mit einem komfortablen Vorsprung an die Spitze. Mit einer unglaublichen Zeit von 35:02 Minuten überquerte Ganna die Ziellinie und war damit lächerliche 1:26 Minuten schneller als jeder andere, der die Strecke absolvierte.
Obwohl einige bemerkenswerte Zeitfahrer wie Mikkel Bjerg, Will Barta und Luke Plapp kurz nach Ganna folgten, war niemand in der Lage, dem Italiener auch nur annähernd das Wasser zu reichen. Die Gedanken kreisten bereits darum, ob Tadej Pogacar nun der einzige Mann war, der eine Chance hatte, dem italienischen Zeitfahrmeister einen weiteren Etappensieg beim Giro d'Italia streitig zu machen. Magnus Sheffield sah so aus, als könnte er der erste Mann werden, der bis auf eine Minute an Ganna herankam. Der Amerikaner gab alles, doch leider wurden seine Bemühungen spät durch einen Sturz zunichte gemacht.
Als die Podiumshoffnungen auf die Strecke gingen, verloren Fahrer wie Romain Bardet, Lorenzo Fortunato und Einer Rubio deutlich an Zeit. Umgekehrt machten Fahrer wie Antonio Tiberi und Thymen Arensman Boden gut. Bemerkenswert ist, dass Geraint Thomas bei der ersten Zeitkontrolle bereits 19 Sekunden auf Daniel Martinez gutgemacht hatte und vorläufig auf Platz 2 der Gesamtwertung vorrückte. Tadej Pogacar war jedoch bei der ersten Zeitkontrolle 4 Sekunden schneller als Ganna und löste damit einen ersten Schock aus.
Im Ziel hatte Arensman 1:06 Rückstand auf Ganna und belegte den vorläufigen 2. Rubio hingegen verlor über 4 Minuten auf Ganna und verlor Zeit auf GC-Rivalen wie Arensman. Tiberi konnte Arensmans Zeit nicht ganz erreichen, überquerte die Ziellinie aber als vorläufiger 4. des Tages und festigte damit seinen Top5-Status, gewann aber nur eine Handvoll Sekunden auf Ben O'Connor, der kaputt aussah, als er die Linie völlig erschöpft überquerte.
Bei der zweiten Zeitkontrolle war der Abstand zwischen Thomas und Martinez auf 32 Sekunden angewachsen. Pogacar hatte inzwischen einige Sekunden verloren und erreichte die zweite Zeitkontrolle mit 10 Sekunden Rückstand auf Ganna. Thomas überquerte die Ziellinie mit einem Rückstand von 1:14 auf Ganna, und als Martinez mit einem Rückstand von 1:45 die Ziellinie überquerte, war der Aufstieg des Walisers auf Platz 2 bestätigt. Im Kampf um den Etappensieg verlor Pogacar jedoch etwas mehr Zeit als Ganna, so dass sich der Italiener in diesem Jahr endlich den lang ersehnten Etappensieg sichern konnte.

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