Experte stellt Paul Seixas „auf eine Stufe mit Remco Evenepoel und Tadej Pogacar“ vor Lüttich–Bastogne–Lüttich

Radsport
Samstag, 25 April 2026 um 10:00
Paul Seixas
Paul Seixas ist kein Talent mehr, sondern eine voll entfaltete Kraft – und nach seinem eindrucksvollen Triumph beim Flèche Wallonne einer der Topfavoriten für die nächsten Termine im Kalender. Vor dem anstehenden Monument Lüttich–Bastogne–Lüttich gilt der Decathlon-CMA-CGM-Youngster bereits als einer der drei größten Favoriten.
Der junge Franzose schrieb als jüngster Sieger des belgischen Klassikers Geschichte. Mit 19 Jahren gewann er mit verblüffender Autorität an der Mauer von Huy. Seixas beherrschte nicht nur das Terrain gegen Fahrer wie Mauro Schmid und Ben Tulett, er zeigte auch eine taktische Reife weit jenseits seiner 19 Jahre. Sein Sieg war kein Zufall, sondern das Produkt eines Ausnahme-Motors, der ihn bereits neben die ganz großen Namen des Radsports stellt.
Französische Medien und mehrere internationale Analysten sind sich einig: Wir erleben das Aufkommen eines neuen Phänomens, das die dominierenden Figuren der Gegenwart herausfordern kann. Seixas’ Sieg löste eine Welle von Reaktionen aus – vor allem wegen der Überzeugung, mit der er einen der explosivsten Anstiege im Kalender entschärfte.
Nach dem Zielstrich sezierte der Fahrer seine Leistung und hob seine Widerstandskraft hervor, wenn das Rennen auf Anschlag läuft: „Ich bin stark, wenn das Rennen hart ist“, sagte der junge Franzose, der technisch kaum Grenzen zu kennen scheint. Seine Vielseitigkeit in dieser Saison – stark im Zeitfahren, an Bergankünften und nun an kurzen, giftigen Anstiegen – veranlasste Experten wie Anders Lund dazu, ihn als den Mann der Stunde zu markieren.

Der „Erbe“ Paul Seixas

Der Fokus richtet sich nun auf Lüttich–Bastogne–Lüttich, wo das Niveau mit den größten Stars des Sports am Start noch einmal steigt. Die zentrale Frage im Peloton lautet: Kann dieses junge Talent die beiden herausragenden Figuren fordern – Remco Evenepoel und vor allem Tadej Pogacar.
Coach Anders Lund war eindeutig, als er den Franzosen auf eine Stufe mit diesen beiden Stars stellte: „Er gehört ganz nach oben zu den Großen und unterstreicht das fett. Anders gesagt: Er steht im obersten Regal mit Remco Evenepoel und Tadej Pogacar.“
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Auch wenn das letzte direkte Duell zwischen Seixas und dem Slowenen bei Strade Bianche an den UAE-Fahrer ging, deutet die Entwicklung des Decathlon-Profis darauf hin, dass das Rematch bei der La Doyenne deutlich enger werden könnte. Lund betont, dass das Profil von Lüttich mit längeren Anstiegen und tieferer Rennmüdigkeit Seixas sogar noch mehr entgegenkommt als die Mauer von Huy.
Der Sonntag wird zudem ein Schlüsseltest für Mattias Skjelmose. Der Däne reist nach bärenstarken Wochen als Podiumsanwärter an.

Eine Stufe unter Pogacar

Nach Lunds Analyse profitiert Skjelmose davon, dass Lüttich in der Positionskämpfen weniger chaotisch ist und das Rennen stärker über die Beine entschieden wird: „Der körperliche Eindruck ist, dass er bereit ist. Zudem sind die Positionskämpfe in Lüttich weniger intensiv. Wenn Skjelmose die Beine hat, wird es für ihn einfacher.“
Angesichts einer breiten Favoritenliste und Seixas’ Aufstieg als destabilisierender Faktor verspricht der Abschluss des Ardennen-Triptychons einer der offensten und spektakulärsten der letzten Jahre zu werden. „Seixas liegt im Favoritenstatus noch einen Tick unter Pogacar, wirkt aber im Gegenzug wie Pogacars größter Konkurrent“, resümierte Lund.
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