Demi Vollering holte am Samstag auf der 8. Etappe ihren zweiten Tagessieg beim Giro d'Italia 2026. Die Etappe wurde wegen instabilen Eises verkürzt, als das Feld den ikonischen Colle delle Finestre hinaufkletterte – die Niederländerin überquerte den neuen Zielstrich einen Kilometer vor dem Gipfel des brutalen Anstiegs.
Der Colle delle Finestre war in aller Köpfe, als das Peloton in Rivoli zur 106 Kilometer langen Etappe startete. Auch wenn er nicht als Ziel diente und danach noch der anspruchsvolle Schlussanstieg nach Sestriere vorgesehen war, sollten die entscheidenden Abstände an den Hängen des Mythos entstehen.
Während die Fahrerinnen auf der Finestre waren,
gaben die Organisatoren bekannt, dass die Etappe wegen instabilen Eises auf der weiteren Strecke verkürzt wird. Das neue Ziel lag einen Kilometer vor dem Scheitel des Colle delle Finestre, es gab keine Abfahrt und keinen Schlussanstieg nach Sestriere.
Nach weitgehend flachen 55 Kilometern vor dem 18,1 Kilometer langen Monster erschwerte der Kampf um die Gruppe den Plan jener Fahrerinnen, die vor den Gesamtwertungsfavoritinnen in die Schlüsselphase gehen wollten. Beim Anlauf zur Finestre hatte sich eine rund 16-köpfige Ausreißergruppe mit über 1:30 Minuten Vorsprung gebildet. Zwar ohne unmittelbare Gefahr fürs Klassement, doch mit prominenten Namen wie Etappensiegerin von Tag 7 Célia Gery, Sylvia Persico, Lucinda Brand, Alison Jackson und Rosita Reijnhout.
Finestre sprengt das Rennen
An der Spitze änderte sich auf der Finestre alles im Eiltempo. Die Favoritinnen stellten die Ausreißerinnen bereits an den unteren Hängen, das Rennen wurde zum Stehendanschlag den Berg hinauf.
40 Kilometer vor dem Ziel und noch über die Hälfte des Anstiegs verbleibend setzten Demi Vollering sowie Célia Gery und Lauren Dickson das Tempo, mit nur noch rund 17 Fahrerinnen in der Gruppe. Als erste prominente Namen verloren Marlen Reusser und Lore De Schepper den Anschluss.
Valentina Cavaller blieb bis 36 Kilometer vor dem Ziel bei
Rosa Trikot Anna van der Breggen, ehe Gerys Arbeit erledigt war. Gemeinsam mit Urska Zigart fiel van der Breggen kurzzeitig zurück und war isoliert, während die Gruppe auf acht Fahrerinnen schrumpfte – Dickson diktierte das Tempo.
Etappe wegen instabilen Eises verkürzt
Zu Beginn des entscheidenden Schotterabschnitts spürte Elisa Longo Borghini als Nächste den Druck. Dann setzte Demi Vollering ihre Attacken, mit mehreren Antritten, um das Feld weiter zu selektieren. Van der Breggen, Antonia Niedermaier und Isabella Holmgren folgten, ehe sich die Lage beruhigte und die Meldung von der Etappenverkürzung die Fahrerinnen erreichte.
Mit nun knapp unter vier Kilometern bis ins Ziel sah van der Breggen die Chance, ihre Führung zu festigen, und übernahm die Spitze. Zwei Kilometer vor dem Ziel verschärfte Vollering erneut, doch an der Spitze schien sich ein Status quo abzuzeichnen.
Das Rosa Trikot machte auch auf dem letzten Kilometer Tempo, während Vollering, Holmgren und Niedermaier den nun greifbaren Etappensieg ins Visier nahmen. Vollering zog spät an und holte auf der provisorischen Ziellinie ihren zweiten Tageserfolg.
Anna van der Breggen bleibt nach der verkürzten Etappe in Rosa. Nach dem Ziel herrschten chaotische Szenen, als Teams auf den nebligen Hängen die angekommenen Fahrerinnen betreuten – die sonst am Ziel präsenten Betreuer fehlten aufgrund der abrupten Zielverlegung.
Ergebnisse Giro d'Italia Women 2026 Etappe 8