Evenepoel an der Spitze, Lipowitz hinter seinen Möglichkeiten, Roglic der Beste vom Rest? – Die Saison 2026 von Red Bull - BORA - hansgrohe im Rückblick
Radsport
Die Saison 2026 von Red Bull - BORA Hansgrohe markierte den nächsten Entwicklungsschritt. Das deutsche Team blickt auf ein erfolgreiches Jahr mit Grand-Tour-Erfolgen und der reibungslosen Integration des prominenten Neuzugangs Remco Evenepoel zurück.
Auf dem Papier hat Red Bull in diesem Jahr einen großen Schritt nach vorn gemacht, die Zahl der Saisonsiege nahezu verdoppelt und 44 Erfolge eingefahren – so viele wie seit 2019 nicht mehr. Das spiegelt sich deutlich in der UCI-Punktewertung wider: Das Team verbesserte sich mit starken 25.464 Punkten von Rang sechs auf Rang zwei. Gegenüber der Vorsaison ist das ein erheblicher Fortschritt.
Evenepoels prominenter Wechsel und seine starken Leistungen bei der Tour de France waren zweifellos ein wesentlicher Antrieb für den Punktesprung des Teams. Doch auch mehrere andere Fahrer erlebten erfolgreiche Saisons und trugen dazu bei, dass sich das Team kontinuierlich steigerte.
Tatsächlich stand das Team bei allen drei Grand Tours auf dem Podium – jedes Mal mit einem anderen Fahrer. Nach dem Ende der Saison 2026 werfen wir einen genaueren Blick auf die Teamleistungen und die Beiträge der einzelnen Fahrer.

Red Bull - BORA - hansgrohe
Evenepoel an der Spitze
Das Team von Ralph Denk gelang im vergangenen Winter ein großer Coup: Mit der Verpflichtung von Remco Evenepoel wollte es seinen Kader langfristig stärken und den nächsten Schritt machen. Der Belgier hat die Erwartungen mehr als erfüllt.
Der 26-Jährige belegte bei der Tour de France Rang zwei und gewann zwei Etappen. Außerdem stand er bei der Flandern-Rundfahrt und Lüttich–Bastogne–Lüttich auf dem Podium und wurde Weltmeister im Zeitfahren. Gemeinsam mit Tim Heemskerk, dem früheren Trainer von Jonas Vingegaard, bereitete Evenepoel sich akribisch auf die Tour vor – mit Erfolg.
Mit großen Zielen für 2027 startet Evenepoel als klarer Kapitän des Teams in die Saison. Angesichts der anhaltenden Spekulationen über seine Giro-d’Italia-Pläne könnte er ein aussichtsreicher Kandidat auf einen Grand-Tour-Sieg für das Team sein.
Evenepoel war nicht nur der erfolgreichste Fahrer des Teams nach Siegen. Mit mehr als 7.000 UCI-Punkten liegt er in der Gesamtwertung der Saison nur hinter Tadej Pogačar.
Roglič führt das Verfolgerfeld an
Primož Roglič wurde in dieser Woche 37 Jahre alt, ist aber weiterhin so wertvoll wie eh und je. Zum Saisonende fand er noch einmal zu starker Form. Der Slowene steht vor einem Wendepunkt, denn er wird das Team verlassen. An Optionen dürfte es ihm jedoch nicht mangeln.
Mit einem Podiumsplatz bei der Vuelta, dem EM-Titel im Zeitfahren und weiteren starken Leistungen hat Roglič viel zu bieten. Für das deutsche Team wird sein Abgang zweifellos ein Verlust sein. Allein seine 2.114 Punkte fehlen Red Bull – und könnten 2027 einem anderen Team zugutekommen.
Giulio Pellizzari erwischte einen herausragenden Saisonstart und überzeugte bei Tirreno-Adriatico sowie der Tour of the Alps. Eine Erkrankung machte ihm beim Giro d’Italia und bei den Weltmeisterschaften einen Strich durch die Rechnung. Der 22-jährige Italiener hat sich dennoch als einer der besten Kletterer des Teams erwiesen.
Jai Hindley erwies sich erneut als zuverlässiger Helfer. Zuvor war er beim Giro auf das Podium gefahren, bei der Tour unterstützte er Evenepoel und Florian Lipowitz in den Bergen. Laurence Pithie zeigte sich über die Saison hinweg besonders bei Etappenrennen konstant und stärkte zudem die Klassikerfraktion des Teams.
Wie Roglič verlässt auch einer der besten Fahrer der Saison das Team. Jordi Meeus wechselt zum Konkurrenten Lidl-Trek – ein herber Verlust für Red Bull. Der frühere Sieger auf den Champs-Élysées war nach UCI-Punkten der viertbeste Fahrer des Teams und sammelte in der Saison knapp 2.000 Zähler.
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Durchwachsene Saisons bei anderen Fahrern
Während einige Fahrer erfolgreiche Saisons erlebten, verlief das Jahr 2026 für andere wechselhaft. Florian Lipowitz ist dafür ein Beispiel. Trotz starker Auftritte bei der Tour de Romandie und der Tour of Slovenia wurde seine Saison bei der Tour de France unterbrochen.
Lipowitz war 2025 auf dem Podium gelandet, doch nach seinem Sturz in der dritten Woche war ein erneuter Podestplatz außer Reichweite. Obwohl er zu den besten Fünf gehörte, musste er in Teilen der Bergetappen offenbar für Teamkollege Evenepoel arbeiten. In der Schlussphase der Saison fand er teilweise zurück zu seiner Form, erreichte 2026 aber nicht das Niveau, das seine Vorsaison hatte erwarten lassen.
Auch die beiden erfahrenen Fahrer Daniel Martínez und Aleksandr Vlasov verloren 2026 etwas an Einfluss im Team. Ihre wertvollen Beiträge zu den UCI-Punkten und ihre Leistungen sind für das Team weiterhin wichtig. In der internen Hierarchie scheinen sie jedoch nicht mehr dieselbe Stellung wie zuvor einzunehmen.
Auch Danny van Poppel erlebte keine besonders starke Saison und hat derzeit keinen Vertrag für 2026. Nico Denz verlässt das Team nach einem arbeitsreichen Jahr als Helfer.

Florian Lipowitz
Die übrigen Lichtblicke
Luke Tuckwell und Callum Thornley sorgten für positive Schlagzeilen. Beide feierten ihren Durchbruch: Tuckwell trug bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes das Gelbe Trikot, während Thornleys Auftritt bei der Vuelta vielversprechend war.
Finn Fisher-Black überzeugte mit seiner Konstanz über die gesamte Saison. Auch die Kerntruppe aus Tempomachern und vielseitigen Fahrern leistete einen wichtigen Beitrag, darunter Tim und Mick van Dijk, Gianni Vermeersch, Mattia Cattaneo und Giovanni Aleotti. Jan Tratnik kam bei mehreren großen Rennen auf 57 Renntage, auch wenn sich das nicht in UCI-Punkten widerspiegelte.
Red Bull entwickelt sich 2026 weiter und verdrängte Visma mit drei Podiumsplätzen bei den Grand Tours vom zweiten Rang der Rangliste. Die Zukunft sieht vielversprechend aus. Für eine starke Saison 2027 begrüßt das Team einen besonderen Neuzugang: das Entwicklungstalent Lorenzo Finn.
Der Italiener ist ehemaliger Junioren- und U23-Weltmeister sowie Gewinner der Tour de l'Avenir. Er rückt in die WorldTour-Mannschaft auf und will damit in die Fußstapfen von Paul Seixas treten, einem der größten Talente im Radsport.
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Red Bull im Jahr 2026
| Gesamtplatzierung in der UCI-Fahrerwertung | Fahrer | UCI-Punkte 2026 |
| 2 | EVENEPOEL Remco | 7191.6 |
| 24 | ROGLIČ Primož | 2114 |
| 29 | PELLIZZARI Giulio | 1950 |
| 30 | MEEUS Jordi | 1948 |
| 31 | LIPOWITZ Florian | 1904.6 |
| 33 | PITHIE Laurence | 1857.9 |
| 42 | HINDLEY Jai | 1545.8 |
| 92 | FISHER-BLACK Finn | 979.9 |
| 128 | MARTÍNEZ Daniel Felipe | 714.7 |
| 137 | VLASOV Aleksandr | 667.9 |
| 141 | TUCKWELL Luke | 659.9 |
| 147 | VERMEERSCH Gianni | 641.9 |
| 157 | VAN DIJKE Tim | 608.6 |
| 174 | VAN GILS Maxim | 568.5 |
| 216 | VAN DIJKE Mick | 465.9 |
| 256 | HERZOG Emil | 384 |
| 300 | BOICHIS Adrien | 335 |
| 309 | THORNLEY Callum | 326.7 |
| 319 | VAN POPPEL Danny | 319 |
| 362 | CATTANEO Mattia | 280.9 |
| 391 | MARIT Arne | 256 |
| 591 | ALEOTTI Giovanni | 141 |
| 813 | DENZ Nico | 89.5 |
| 835 | ETXEBERRIA Haimar | 84.9 |
| 951 | TRATNIK Jan | 67.8 |
| 1391 | ZWIEHOFF Ben | 36 |
| 2502 | WANDAHL Frederik | 6 |
| 2837 | HAJEK Alexander | 3 |

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








