Giulio Pellizzari behielt auf einer chaotischen
3. Etappe der Tour of the Alps die Nerven und verteidigte das Führungstrikot, obwohl ein sturzgeprägter Tag den Italiener einen wichtigen Helfer kostete und seine Rivalen dauerhaft Druck machten.
Der Kapitän von Red Bull - BORA - hansgrohe rollte sicher in der verkleinerten Spitze ins Ziel, während Tom Pidcock den Sprint um den Tagessieg gewann. Damit bleibt das Gesamtklassement vor den letzten beiden Tagen eng beisammen.
Früher Massensturz stellt das Rennen auf den Kopf
Kurz nach dem Start geriet die Etappe aus den Fugen: Ein schwerer Sturz mit rund 30 Fahrern erzwang eine Neutralisation und veränderte das Rennen, noch bevor die Kletterpartien begannen.
Unter den Aussteigern war auch
Lorenzo Finn – ein herber Verlust für Pellizzari und Red Bull - BORA - hansgrohe. Finn lag vor dem Start auf Gesamtrang sechs und Platz zwei der Nachwuchswertung. Sein Ausfall nahm dem Team einen wichtigen Kletterhelfer in einer entscheidenden Rennphase. „Es war ein ziemlich harter Tag, leider ein schwerer Start“,
sagte Pellizzari anschließend bei Cycling Pro Net. „Wir haben einen Teamkollegen verloren, Lorenzo Finn musste aufgeben. Wir hoffen, es ist nichts Ernstes. Jetzt schauen wir nach vorn und konzentrieren uns auf das Positive.“
Red Bull unter Druck in der Kontrolle
Trotz des Rückschlags übernahm Red Bull - BORA - hansgrohe erneut die Spitze des Feldes und diktierte am ersten Anstieg das Tempo – gemäß der Marschroute, die bereits auf Etappe 2 zum Sieg geführt hatte.
Eine starke Ausreißergruppe mit Sam Oomen und Darren Rafferty machte dahinter Druck. Das Duo fuhr knapp zwei Minuten heraus und behauptete sich lange tief in die Etappe hinein. Mit abnehmenden Kilometern erhöhte das Feld jedoch sukzessive den Druck, verkleinerte den Abstand und leitete ein nervöses Finale ein.
Fünf Kilometer vor dem Ziel wurde die Flucht gestellt, und der Fokus schwenkte zurück auf die Klassementfahrer. Attacken von Egan Bernal und Ben O'Connor zogen die Gruppe in die Länge, doch keine Bewegung erwies sich als entscheidend.
Pellizzari hat in diesem Rennen bereits einen Etappensieg verbucht
Führungsjersey bleibt in sicheren Händen
Am Ende kam Pellizzari mit den Favoriten sicher ins Ziel und verteidigte seinen knappen Vorsprung im Gesamtklassement, nachdem er sich mit dem Sieg auf Etappe 2 an die Spitze gesetzt hatte.
Die Zeitabstände blieben gering, doch die Art, wie der Italiener eine Etappe mit Stürzen, unablässigen Anstiegen und späten Attacken meisterte, unterstrich seine Ruhe und seine starke Ausgangslage im Rennen. „Hoffentlich erholt er sich schnell“, sagte Pellizzari über Finn. „Ich weiß noch nicht genau, was los ist, aber er hat schon gezeigt, wie stark er ist. Ich bin sicher, er kommt noch stärker zurück.“