Mauro Schmid zeigte auf der Mur de Huy eine herausragende Vorstellung und wurde Zweiter bei La Flèche Wallonne 2026, als starker Finisseur aus der Tiefe des Feldes und bester Verfolger hinter Sieger
Paul Seixas.
Der Schweizer Meister schien am Fuß des Schlussanstiegs bereits aus dem Rennen, doch ein früher, entschlossener Antritt und ein konstanter Rhythmus trugen ihn auf eines der anspruchsvollsten Finals des Kalenders bis auf das Podium.
Von der falschen Position nach vorn
Die Positionierung ist für Schmid in Rennen dieses Typs oft ein Thema, und erneut ging er nicht ideal in den entscheidenden Moment. „Ich glaube, ich bin das inzwischen ein bisschen gewohnt. In der letzten Kurve dachte ich kurz: ‚Ja, das war’s. Ich bin definitiv zu weit hinten‘“,
erklärte er nach dem Rennen bei Cycling Pro Net. Doch als der Anstieg seinen Tribut forderte, kippte die Dynamik. „Dann haben sich irgendwie Lücken aufgetan und ich habe einfach weiter daran geglaubt. Ich bin ziemlich früh gegangen, habe eine große Attacke gefahren, um nach vorne zu kommen, und dann versucht, meinen Rhythmus bis zur Linie zu halten.“
Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig: Schmid schloss auf, während andere einbrachen, und etablierte sich in der Spitzengruppe.
Rennverständnis auf brutalem Finale
Trotz der suboptimalen Ausgangslage war Schmid überzeugt, dass der Rennverlauf Chancen eröffnen würde.
Aus den Erfahrungen der Vorjahre wusste er, dass die Belastung vor der Mur Fahrer verwundbar macht. „Letztes Jahr war ich zum Beispiel super positioniert und das Rennen war auch extrem hart. Vielleicht wegen des Regens oder weil UAE es an dem Tag brutal gemacht hat“, sagte Schmid. „Ich hoffte, es würde ähnlich laufen, mit einer sehr kleinen Gruppe vor dem letzten Anstieg. Dieses Jahr war sie aber deutlich größer.“
Dennoch zeigte die Intensität Wirkung. „Am Ende hat man gesehen, dass viele Jungs ziemlich müde waren. Also wusste ich, dass sich Lücken öffnen würden, und ich musste einfach versuchen, es durchzuziehen.“
Als die Steigung zupackte und das Feld zerfiel, brachte ihn der frühe Antritt geordnet durch das Chaos und in seinen eigenen Effort. Seixas war auf den letzten Metern nicht zu halten, doch Schmid fuhr souverän auf Rang zwei und unterstrich seine Klasse auf einem der spezifischsten Finals der Saison.
Zuversicht vor Lüttich
Mit Lüttich–Bastogne–Lüttich am Wochenende liefert Schmid eine starke Vorlage für das letzte Monument der Ardennen-Woche. „Ich freue mich darauf. Ich hatte dort letztes Jahr ein gutes Rennen und bin glücklich, dieses Jahr wieder anzugreifen.“
Nach dem Sprung vom Positionsnachteil aufs Podium an der Mur de Huy reist Schmid mit Form und Selbstvertrauen nach Lüttich.