Moritz Mauss, eines der spannendsten Nachwuchstalente im deutschen Radsport, hat auf Instagram Bilder geteilt, die selbst hartgesottene Fans schlucken lassen. Blut, Schock, Realität. Kein Filter, keine Beschönigung. Ein Moment, der alles hätte beenden können – und doch nur ein brutaler Zwischenstopp wurde.
Der Unfall passierte beim Madison-Rennen des „International Track Meeting“ in Gent. Ein Sturz, wie er im Bahnradsport vorkommt – und doch völlig anders endete als üblich. Mauss rutschte über die Holzbahn, Sekundenbruchteile, Kontrollverlust. Dann passierte das Unfassbare.
Ein Holzsplitter, rund 50 Zentimeter lang, löste sich aus der Bahn. Und bohrte sich durch seinen Körper.
Holzsplitter durch Hüfte und Oberschenkel: Der Horror-Sturz von Moritz Mauss
„Der Splitter ging direkt durch meine Hüfte und meinen linken Oberschenkel“, schreibt der 18-Jährige selbst. Ein Satz, der nüchtern klingt – und genau deshalb so heftig wirkt.
Zwei Stunden später lag Mauss bereits im OP. Notfall. Eingriff. Unsicherheit. Dann die erste Entwarnung: Alles verlief ohne Komplikationen. Kurz darauf die nächste Nachricht an seine Community: „Ich bin schon wieder zu Hause.“
Ein Satz, der fast unwirklich wirkt, wenn man weiß, was passiert ist.
Denn klar ist auch: Das Ganze hätte ganz anders ausgehen können. Viel schlimmer. Karriere vorbei, bevor sie richtig begonnen hat. Mauss weiß das selbst. „Ich hatte wirklich Glück“, sagt er. Der Splitter verfehlte Nerven und den Großteil der Muskulatur – um Zentimeter.
Zentimeter, die über Zukunft oder Ende entscheiden.
Comeback im Blick: Warum Moritz Mauss schon wieder nach vorne schaut
Der gebürtige Düsseldorfer, frischgebackener Abiturient des Kölner Apostelgymnasiums und Teil des Systems rund um das 1. FC Köln Sportinternat, steht noch ganz am Anfang. Und genau deshalb wirkt dieser Moment so surreal: Ein Talent, das eigentlich gerade erst Fahrt aufnimmt, plötzlich ausgebremst von einem Zufall, den niemand kontrollieren kann.
Doch Aufgeben ist keine Option.
„Die Arbeit der letzten Monate ist nicht verloren“, schreibt Mauss. Kein Drama, kein Selbstmitleid – sondern Fokus. Blick nach vorne. Die Saison ist für ihn noch nicht abgeschrieben.
Im Gegenteil.
Die Pause, so unfreiwillig sie ist, will er nutzen. Regeneration, Neuaufbau, Comeback. Klassische Worte – aber in diesem Fall mit echtem Gewicht.
Denn wer so knapp an einer Katastrophe vorbeischrammt, kehrt selten einfach nur zurück.
Auf der Bahn hat Mauss bereits mehrfach überzeugt. Bei der WM in Apeldoorn sicherte er sich im vergangenen Jahr gleich zwei Silbermedaillen. Doch auch auf der Straße macht der Düsseldorfer auf sich aufmerksam: Bei der Rad-WM in Ruanda belegte er im Junioren-Straßenrennen Rang neun. In dieser Saison unterstrich er seine Vielseitigkeit mit einem starken dritten Platz bei der „Istrian Spring Tour“ in Kroatien.