„Es war die richtige Entscheidung“ – Felix Gall überzeugt am Blockhaus mit Platz zwei

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 15 Mai 2026 um 20:00
Captura de ecrã 2026-05-15 162048
Felix Gall hat seine Qualitäten als Kletterer bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Im vergangenen Jahr fuhr der Österreicher dank beeindruckender Konstanz sogar auf Rang fünf der Tour de France. Nun stand er erstmals seit seinem Durchbruch vor drei Jahren wieder am Start des Giro d’Italia – und lieferte am Blockhaus eine der stärksten Leistungen seiner Karriere ab. Hinter Jonas Vingegaard belegte Gall den zweiten Platz der Etappe.
Das Decathlon CMA CGM Team erlebt insgesamt eine herausragende Saison. Während aktuell vor allem das große Talent Paul Seixas im Fokus steht, arbeitete Gall im Hintergrund konsequent an seiner Form. Ein solides Frühjahr mit gezielt ausgewählten Rennen und Trainings brachte ihn in optimalem Zustand zur Corsa Rosa. Nachdem er auf der 5. Etappe noch unter den kalten Bedingungen gelitten hatte, spielte ihm das Wetter am Blockhaus deutlich besser in die Karten.

Gall profitiert von perfekter Teamarbeit

Da sein Team im Feld weder Tempoarbeit leisten noch die Verfolgung kontrollieren musste, konnte sich Gall voll auf das Finale konzentrieren. Am Blockhaus positionierte er sich früh ideal und reagierte sofort auf die Attacke von Jonas Vingegaard.
Felix Gall präsentierte sich am Blockhaus in bestechender Form und fuhr auf Rang zwei der Giro-Etappe
Felix Gall präsentierte sich am Blockhaus in bestechender Form und fuhr auf Rang zwei der Giro-Etappe
„Zunächst war ich etwas genervt, dass ich Pellizzari und Jonas nicht direkt folgen konnte, aber am Ende war es die richtige Entscheidung. Es war besser, mein eigenes Tempo zu fahren.“
Wichtige Unterstützung erhielt Gall dabei von Gregor Mühlberger, der ebenfalls stark kletterte und lange an seiner Seite blieb.
„Von Beginn des Anstiegs an fuhr Visma ein extrem hartes Tempo. Gregor [Mühlberger] hat einen unglaublichen Job gemacht und mich aus dem Wind gehalten. Teilweise gab es starken Seitenwind am Berg, das machte einen riesigen Unterschied. Gregor im Finale noch dabeizuhaben, war enorm wichtig.“
Auch die Wetterbedingungen spielten Gall in die Karten. „Wir hatten mit dem Wetter wirklich Glück. Den ganzen Tag Rückenwind – ich glaube, das hat die Etappe etwas einfacher gemacht.“

Gall nutzt Pellizzaris Einbruch konsequent aus

Als Giulio Pellizzari nach seiner Reaktion auf Vingegaards Attacke einbrach, nutzte Gall die Gelegenheit sofort. Der Österreicher zog vorbei und hielt sein hohes Tempo bis zur Ziellinie durch, ohne selbst zu explodieren.
Am Ende fehlten Gall lediglich 13 Sekunden auf den Etappensieg des Dänen. Gleichzeitig verbesserte er sich im Gesamtklassement auf Rang drei und etablierte sich damit endgültig als einer der stärksten Herausforderer bei diesem Giro d’Italia.

Vingegaard bleibt vorerst außer Reichweite

Trotz seiner starken Leistung denkt Gall aktuell jedoch nicht daran, Jonas Vingegaard direkt anzugreifen. Bereits die kommenden beiden Etappen nach Fermo und zum Corno alle Scale enden erneut bergauf, ehe auf der 10. Etappe ein wichtiges Zeitfahren wartet – ein Terrain, auf dem der Österreicher gegenüber Vingegaard wohl Zeit verlieren dürfte.
„Ich würde sagen, dass er von Natur aus ein deutlich besserer Zeitfahrer ist als ich. Außerdem ist er derzeit – neben Tadej – der beste Grand-Tour-Fahrer der Welt“, sagte Gall über den Dänen.
„Im Moment denke ich sicher nicht darüber nach, wie ich ihn schlagen kann. Ich bin einfach zufrieden mit meiner Leistung.“
Klatscht 2Besucher 1
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading