Die 7. Etappe des Giro d’Italia hielt am legendären Blockhaus, was sie versprach: große Abstände, spektakuläre Angriffe und ein erstes echtes Kräftemessen der Favoriten.
Jonas Vingegaard wurde seiner Rolle als Topfavorit gerecht und sicherte sich nach einer eindrucksvollen Attacke den Tagessieg. Afonso Eulálio verteidigte trotz Zeitverlusten das Rosa Trikot.
Für Aufmerksamkeit sorgte zunächst jedoch die frühe Fluchtgruppe. Jonathan Milan ging auf den insgesamt 245 Kilometern früh in die Offensive und sammelte zwölf Punkte im Kampf um das Maglia ciclamino. Begleitet wurde er unter anderem von Bergtrikot-Träger Diego Pablo Sevilla, Nickolas Zukowski, Jardi Christian van der Lee und Tim Naberman.
Visma - Lease a Bike bereitet Vingegaards Angriff perfekt vor
Die Spitzengruppe blieb überschaubar und formierte sich mehrfach neu, nachdem Milan kurz nach dem Zwischensprint wieder zurückgefallen war. Sevilla baute währenddessen seinen Vorsprung in der Bergwertung weiter aus, ehe dieser im Finale zunehmend durch Jonas Vingegaard gefährdet wurde.
Lange Zeit blieb der Abstand zur Flucht stabil, doch mit der Annäherung an den 13 Kilometer langen Schlussanstieg schmolz der Vorsprung rapide dahin. Schließlich übernahm
Visma - Lease a Bike die Kontrolle im Feld und bereitete den entscheidenden Angriff konsequent vor.
Das Skript schien dabei bereits geschrieben: Davide Piganzoli und Sepp Kuss sorgten mit hohem Tempo für die perfekte Ausgangslage des Dänen. Das Feld der Favoriten schrumpfte auf rund ein Dutzend Fahrer zusammen, ehe Vingegaard sieben Kilometer vor dem Ziel seine Attacke setzte. Kurz zuvor waren die letzten Ausreißer gestellt worden, während Fahrer wie Egan Bernal und Enric Mas bereits den Anschluss verloren.
Auch Afonso Eulálio musste unmittelbar vor der Attacke abreißen lassen. Zunächst konnte lediglich Giulio Pellizzari dem Dänen folgen, während
Felix Gall nur wenige Sekunden dahinter kämpfte. Pellizzari hatte sich jedoch übernommen und brach gut fünf Kilometer vor dem Ziel ein. Kurz darauf musste er auch Gall ziehen lassen.
In den letzten Kilometern blieb der Abstand zwischen Vingegaard und Gall weitgehend konstant. Der Däne fuhr souverän zum Etappensieg und erreichte das Ziel mit etwas mehr als zehn Sekunden Vorsprung auf den Österreicher. Jai Hindley komplettierte das Podium, nachdem er den Sprint einer Verfolgergruppe gegen Pellizzari und den stark fahrenden Ben O’Connor für sich entschied.
Eulálio verlor im Ziel rund drei Minuten auf Vingegaard und büßte damit einen großen Teil seines Vorsprungs ein. Dennoch verteidigte der Portugiese das Rosa Trikot erfolgreich.
Ergebnisse Giro d’Italia 2026, Etappe 7