Tadej Pogacar ist nach seiner Gala vor zwölf Monaten und der Form dieses Frühjahrs der Mann, den es bei der
Flandern-Rundfahrt zu schlagen gilt. Mit
Remco Evenepoel kommt jedoch ein weiterer Faktor ins Spiel, der dem Weltmeister am Sonntag Sorgen bereiten dürfte.
In der Pressekonferenz am Nachmittag sprachen einige der Topfavoriten offen über ihre Gefühle vor dem Rennen. Bei Pogacar kam schnell das Thema Gewicht auf. „Mein Gewicht? 66 Kilogramm heute Morgen“, wie
Sporza berichtet.
Pogacar warnt: Remco Evenepoel darf keinen Vorsprung herausfahren
Ähnlich wie Mathieu van der Poel sieht auch Pogacar Evenepoels Präsenz potenziell zu seinem Vorteil, weil das Rennen früher aufbrechen könnte. „Aus meiner Sicht ist es gut, einen Fahrer wie Remco dabeizuhaben. Er will immer früh angreifen und kann am Sonntag ein großartiges Rennen fahren.
Wenn ich Rennen im Fernsehen schaue, liebe ich es, Remco aus der Ferne attackieren zu sehen. Aber wenn du selbst mitfährst und gerade einen schlechten Moment hast… dann mag ich es weniger. Remco kann ein zusätzlicher Stressfaktor im Rennen werden.“
Die Gefahr eines Evenepoel-Angriffs ist real. An den Anstiegen kann allenfalls Mathieu van der Poel den Slowenen auf den kürzeren Hügeln unter Druck setzen. Auf flachen Passagen jedoch macht die Fähigkeit des Zeitfahr-Weltmeisters, aerodynamisch zu bleiben und eine Solofahrt effizient zu tragen, seinen Rivalen zu schaffen.
Daher attackiert er meist auf flachen oder welligen Abschnitten. Das öffnet für seine Gegner die Büchse der Pandora: Wer gewinnen will, muss seine Moves unabhängig vom Terrain sofort neutralisieren.
„Bei Remco weißt du nie, was kommt. Er kann an den zufälligsten Stellen angreifen. Das heißt, du musst immer bereit sein“, sagt Pogacar, im Wissen, dass dies an einem normalen Renntag die Spannung und die Belastung erhöht. „Lässt du ihn mit ein paar Sekunden ziehen, kann es unmöglich werden, ihn wieder einzufangen.“
Gleichzeitig muss er die Verfolger im Blick behalten, die angesichts der jüngsten Renntrends eine effektivere Nachjagd organisieren könnten.
„Teams scheinen jetzt zu erkennen, dass sie sich auch 60 Kilometer vor dem Ziel noch formieren können. Und dass es besser ist, so vorzugehen, als sich gegenseitig mit Attacken zu überziehen. Das hat man in Middelkerke – Wevelgem und Dwars door Vlaanderen gesehen.“