„Es gibt vieles, was ich verbessern kann. Ich war nicht genau auf dem Niveau, das ich wollte“ – Isaac del Toro unzufrieden trotz Gesamtsieg bei Tirreno–Adriatico 2026

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 15 März 2026 um 17:00
Isaac del Toro
Isaac del Toro hat die Gesamtwertung der Tirreno–Adriatico 2026 gewonnen, stellte nach dem Rennen jedoch klar, dass seine Leistung noch nicht dem Niveau entspricht, das er langfristig von sich erwartet.
Der Profi von UAE Team Emirates - XRG zeigte über die gesamte Woche konstant starke Leistungen auf unterschiedlichstem Terrain und sicherte sich damit den Gesamtsieg. Gleichzeitig bestätigte er einmal mehr seinen Status als einer der vielversprechendsten Rundfahrer im Peloton.

Konstanz über die Woche entscheidet

Nach der Schlussetappe in San Benedetto del Tronto betonte Del Toro dennoch, dass dieser Erfolg seinen Fokus auf weitere Verbesserungen nicht verändert.
Isaac del Toro im Führertetrikot bei Tirreno-Adriatico 2026
Isaac del Toro im Führertetrikot bei Tirreno-Adriatico 2026
„Es gibt vieles, worin ich mich noch verbessern kann. Ich war nicht exakt auf dem Level, das ich wollte“, sagte Del Toro im Gespräch mit Cycling Pro Net. „Ich bin ruhig, weil es zeigt, dass wir in die richtige Richtung arbeiten, aber ich denke, es gibt noch viele Dinge zu verbessern. Ich war nicht genau auf dem Niveau, das ich wollte, also will ich jetzt regenerieren und dann wieder ansetzen.“
Der Triumph des Mexikaners basierte auf konstant starken Auftritten während der siebentägigen Rundfahrt. Den entscheidenden Schlag setzte er mit seinem Sieg bei der Bergankunft in Camerino auf der 6. Etappe, der den Gesamterfolg praktisch besiegelte.
Der 22-Jährige hob im Rückblick besonders seine Ausgeglichenheit auf den unterschiedlichen Etappenprofilen hervor. „Ich war die ganze Woche ziemlich solide, und ich bin sehr stolz, diese Art von Konstanz erreicht zu haben“, erklärte er.
Das Ergebnis unterstreicht zudem einen starken Saisonstart, nachdem Del Toro bereits zuvor einen Etappensieg bei einer Rundfahrt gefeiert hatte. Auf die Frage nach seiner Frühform antwortete er: „Ja, ehrlich gesagt, würde ich das so sagen.“

Chaotisches Finale bringt späten Schreckmoment

Obwohl die Gesamtwertung vor der Schlussetappe praktisch entschieden war, erlebte der Spitzenreiter in San Benedetto del Tronto noch einen kurzen Moment der Anspannung.
Das Finale führte über einen technischen Rundkurs entlang der Adriaküste, auf dem mehrere Stürze den Sprint chaotisch machten. Del Toro geriet in den letzten drei Kilometern selbst in das Durcheinander.
„Es war einfach ein bisschen Chaos in der Kurve“, erklärte er. „Ich bin in ein Schlagloch gefahren, habe mir vorne einen Platten geholt, und danach konnte ich nichts mehr machen. Zum Glück war es nichts Schlimmes, und es passierte innerhalb der letzten drei Kilometer, also hatte ich ziemlich Glück.“
Zuvor hatte bereits eine Attacke von Mathieu van der Poel am Anstieg das Feld auseinandergezogen - ein Moment, den Del Toro angesichts des Zeitpunkts im Rennen mit einem Augenzwinkern kommentierte. „Ich dachte nur: Solange das nicht in Milano–Sanremo passiert, ist alles gut“, scherzte er.

Kämpfen trotz Krankheit vor dem Rennen

Der Mexikaner verriet zudem, dass sein Gesamtsieg trotz einer Erkrankung kurz vor Rennbeginn zustande kam. „Da hatte ich nicht viel Glück“, sagte er. „Ich war körperlich in sehr guter Form, aber ich wurde zum schlechtesten Zeitpunkt krank, vor Strade Bianche und dann hierherkommend.“
Trotz dieses Rückschlags hielt ihn die klare Strategie seines Teams auf Kurs. „Wir hatten einen Plan mit der Mannschaft und haben voll daran festgehalten. Ich wollte nicht aufgeben, also habe ich versucht, mit den Beinen und dem Körper, die ich hatte, das Maximum herauszuholen.“
Nach dem Abschluss der Tirreno–Adriatico richtet Del Toro den Blick nun auf die nächsten Ziele im Frühjahr.
Auf die Frage, ob er seinen Titel bei Milano–Torino verteidigen werde, deutete der Mexikaner an, dass das Rennen wahrscheinlich nicht in seinem kurzfristigen Programm steht. „Ehrlich gesagt, glaube ich nicht“, sagte er. „Ich muss nach meiner Rückkehr den Plan checken, aber wahrscheinlich eher nicht.“
Trotz des Gesamtsiegs blieb Del Toros Botschaft nach dem Rennen eindeutig: Das Ergebnis bestätigt seinen Fortschritt - doch der junge Klassementfahrer ist überzeugt, dass noch deutlich mehr in ihm steckt.
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