Etappe 5 des Giro d’Italia war einer der chaotischsten Tage der jüngeren Vergangenheit. Dauerregen sorgte schon zu Beginn für Wirrwarr, und Giulio Ciccone verlor das Rosa Trikot.
Igor Arrieta holte den Etappensieg nach Sturz und Verfahrer in den letzten 15 Kilometern; er distanzierte Afonso Eulálio, der selbst im Finale stürzte, aber die Gesamtführung übernahm.
Die Etappe führte über 203 Kilometer, und bereits nach zehn Kilometern setzte starker Regen ein. Die Temperaturen waren zwar nicht sehr niedrig, doch der Regen machte dem Peloton den ganzen Tag zu schaffen und sorgte für den bislang schwierigsten Abschnitt des Rennens.
Regen-Chaos auf Etappe 5: Arrieta siegt, Ciccone verliert Rosa an Eulálio
Die ersten Angriffe gab es am ersten kategorisierten Anstieg, mit Einer Rubio, Afonso Eulálio und Etappensieger von Tag 2 Guillermo Thomas Silva. Nach dem Ende des Anstiegs schlossen Victor Campenaerts und Gianmarco Garofoli auf; Giulio Ciccone war derweil aktiv, um Attacken zu kontern und sein Rosa Trikot zu verteidigen.
Auf der folgenden Kuppe ging es munter weiter, eine Ausreißergruppe mit über einem Dutzend Fahrern formierte sich. Ben Turner, Lorenzo Milesi, Igor Arrieta, Jhonatan Narváez, Manuele Tarozzi, Christian Scaroni und Martin Tjotta setzten sich vorne fest; später stieß auch Darren Rafferty dazu. Da Lidl-Trek die Gruppe verpasste, halfen zunächst einige Teams beim Tempo, doch das Gros der Arbeit blieb an Amanuel Ghebreigzabhier hängen.
Die Lücke pendelte den Großteil des Tages um zwei Minuten, weil die Fluchtgruppe kaum kooperierte. Kaum begann der entscheidende Anstiegskomplex, attackierte Igor Arrieta an der Spitze. Am langen Anstieg nach Viggiano mit 6,6 Kilometern bei über 9% setzte Afonso Eulálio hinten nach und schloss zum Spanier auf, während die Verfolger völlig zerfielen. Im Peloton gab es keine GC-Aktion, Red Bull - BORA - hansgrohe kontrollierte das Tempo.
Das Spitzen-Duo arbeitete nach dem Anstieg zusammen und vergrößerte seinen Vorsprung. Dahinter versuchte Giulio Ciccone kurz, das Rosa zu retten, gab das Vorhaben jedoch auf. Niemand wollte im Feld Verantwortung übernehmen, die Lücke wuchs rasant, und Eulálio rückte virtuell ins Rosa, da Einer Rubio einbrach und in Viggiano vom Peloton gestellt wurde.
14 Kilometer vor dem Ziel stürzte Arrieta auf einer der vielen nassen Abfahrten nach einem Risiko. Es schien auf einen sicheren Sieg für Eulálio hinauszulaufen, doch der Portugiese ging 6,5 Kilometer vor dem Ziel selbst zu Boden und schien angeschlagen. Arrieta schloss wieder zu Eulálio auf und sah nun wie der sichere Etappensieger aus.
Doch erneut kippte das Rennen: Zwei Kilometer vor Schluss bog Arrieta auf der finalen Abfahrt falsch ab und verlor Eulálios Hinterrad. Der portugiesische Kletterer schien den Tagessieg zu holen, doch auf der letzten Rampe zur Linie kam Arrieta von hinten zurück, schloss die Lücke und holte einen emotionalen Etappensieg. Eulálio sammelte jedoch enorme Zeitgewinne und übernahm die Gesamtführung. Christian Scaroni wurde dahinter Dritter.
Ergebnisse Giro d’Italia 2026, Etappe 5