„Er war von einem anderen Planeten“: Paul Magnier enthüllt die harte Realität des Rennens gegen sein Idol Mathieu van der Poel

Radsport
Sonntag, 22 Februar 2026 um 10:00
paulmagnier
Die Radsportwelt sucht stetig nach dem nächsten großen Star. Junge Fahrer stehen oft unter enormem Druck, schon mit dem Profi-Debüt zu siegen. Der französische Hoffnungsträger Paul Magnier wählt jedoch einen anderen Weg. Obwohl viele ihn als künftigen Champion sehen, setzt der Youngster auf Geduld statt überhasteter Erwartungen.

Langsam, aber zielstrebig voran

Magnier gehört zu einer starken neuen Sprintergeneration mit Fahrern wie Olav Kooij und Arnaud De Lie. Fans und Medien sehen in ihm bereits den natürlichen Nachfolger absoluter Superstars wie Mathieu van der Poel und Wout van Aert, trotz seines jungen Alters. Trotz des Hypes plant Magnier seinen Rennkalender sehr bedacht. So könnte er in dieser Saison die großen Monumente wie die Ronde van Vlaanderen und Paris–Roubaix komplett auslassen.
„Ich will nur starten, wenn ich weiß, dass ich performen kann“, erklärte er im Gespräch mit Wieler Revue. „Das gilt genauso für die Tour de France. Ich will in meiner Entwicklung nichts überstürzen.“
Wie groß seine Aufgaben noch sind, spürte Magnier letztes Jahr im direkten Duell mit Van der Poel. Beim Le Samyn schlug der niederländische Weltmeister Magnier im Sprint auf der Zielgeraden.
„Mein zweiter Platz bei Le Samyn hinter Mathieu hat mir in dieser Hinsicht die Augen geöffnet“, gab Magnier zu. „Er war dort auf einem anderen Planeten als ich. Später war es bei der Renewi Tour dasselbe.“
Statt sich entmutigen zu lassen, nutzte Magnier die Erfahrung als Antrieb für hartes Arbeiten. „Ich habe noch genug Zeit, die Lücke zu schließen, aber im Moment ist er noch deutlich stärker. Er hat mir gezeigt, dass ich in meiner Entwicklung keine Schritte auslassen darf“, betonte der junge Franzose. „Mathieu ist ein Vorbild für mich, weil er so viel Klasse hat. So ein Fahrertyp möchte ich in Zukunft werden.“

Wattwerte und gegenseitiger Respekt

Magniers ehemaliger Trainer, Roman Vanstaen, bestätigt die große Bewunderung des Fahrers für Van der Poel. Er erinnert sich an ein Gespräch bei Magniers erstem Höhentrainingslager.
„Beim ersten Höhencamp fragte ich ihn nach seinen Vorbildern. Da antwortete er: ‘Mathieu van der Poel’“, sagte Vanstaen. „Paul liebt die attraktive Fahrweise und den Esprit von Mathieu. Das übt auf junge Fahrer eine starke Anziehung aus.“
Bemerkenswert: Der Respekt ist gegenseitig. Nach dem harten Schlagabtausch bei Le Samyn interessierte sich Van der Poel für die physischen Werte des Youngsters. Laut Vanstaen bat der niederländische Star Tim Merlier tatsächlich, Magniers Leistungsdaten in Erfahrung zu bringen.
„In diesem Sprint gegen Mathieu bei Le Samyn erreichte Paul einen Peak von über 1400 Watt“, verriet Vanstaen. „Kurz gesagt: ein starker Sprint, aber im Unterschied zu Mathieu fehlte ihm noch dieser zusätzliche Antritt.“
Magnier ist glänzend in die Saison 2026 gestartet. Sein Debüt gab er im Januar mit Platz zwei bei der Clàssica Comunitat Valenciana - Gran Premi València, nur geschlagen von Dylan Groenewegen. Anschließend wechselte er nach Portugal, wo er bei der Volta ao Algarve die Sprints dominierte und zwei von zwei gewann – mit eindrucksvoller Überlegenheit.
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