„Er war auch einer von ihnen“ – Vingegaard krank: Visma bestätigt Infekt im Giro-Peloton

Radsport
Donnerstag, 21 Mai 2026 um 20:45
Jonas Vingegaard
Team Visma | Lease a Bike hat bestätigt, dass Jonas Vingegaard zu den von Krankheit betroffenen Fahrern beim Giro d’Italia gehört, was nach turbulenten Tagen im Kampf um Rosa eine neue Ebene der Fragen zu seiner Form eröffnet.
Erkrankungen sind in der zweiten Woche zu einem prägenden Thema geworden, mehrere Teams melden Probleme in ihren Reihen, und das restliche Peloton zeigt nach einer fordernden ersten Hälfte des Rennens Ermüdungserscheinungen.
Bislang drehte sich die Debatte um Vingegaard vor allem um externe Analysen nach seinem unter den Erwartungen gebliebenen Zeitfahren auf Etappe 10, als er Afonso Eulalio das Maglia Rosa nicht abnehmen konnte und drei Minuten auf Filippo Ganna verlor.
Nun räumt Visma ein, dass auch die eigene Gruppe betroffen war.

Visma bestätigt, dass Vingegaard betroffen war

Gegenüber TV2 Sport sagte Visma-Sportdirektor Jesper Mørkøv, das Team habe im Camp mit Symptomen zu tun gehabt, betonte aber, die Lage scheine nun unter Kontrolle zu sein. „Ja, wir hatten bei einigen Jungs etwas Husten und Kratzen im Hals, aber inzwischen wirkt alles in Ordnung“, erklärte Mørkøv.
Auf die Frage, ob auch Vingegaard betroffen gewesen sei, bestätigte Mørkøv: „Er war ebenfalls einer davon, aber es scheint alles gut zu sein.“
Dieser Zusatz ist entscheidend. Visma stellt Vingegaard nicht als aktuell beeinträchtigt dar und führt die Erkrankung weder für sein Zeitfahren noch andere Leistungen als Entschuldigung an. Die Bestätigung ist dennoch bemerkenswert, nachdem ehemalige Fahrer und Analysten in den vergangenen Tagen infrage gestellt hatten, ob der Topfavorit sein gewohntes Niveau erreicht.
Vingegaard liegt nach Etappe 12 weiterhin Gesamtzweiter, 33 Sekunden hinter Eulalio, und ist vor der Rückkehr des Giro in entscheidenderes Hochgebirgsgelände gut positioniert. Die Einordnung liefert jedoch neuen Kontext für die Kritik an seinen jüngsten Auftritten.
Jonas Vingegaard beim Giro d’Italia 2026
Jonas Vingegaard during the 2026 Giro d'Italia

Vingegaard sagt, Visma setze auf Sicherheit

Etappe 12 brachte keine große GC-Schlacht, dennoch baute Eulalio seinen Vorsprung mit sechs Bonifikationssekunden am Red Bull KM aus. Vingegaard und Visma waren spät sichtbar an der Spitze, doch der Däne betonte, es sei um Kontrolle statt um Angriff gegangen.
„Es ging darum, sicher zu bleiben“, sagte Vingegaard im Renninterview. „Wir sind nach vorn gefahren, um auf der sicheren Seite zu sein, und mein Team hat heute einen fantastischen Job gemacht. Sie waren super stark und haben es richtig gut gemacht. So blieben wir aus dem Gröbsten raus und sind gut durchgekommen.“
Dieser Ansatz prägte auch die Schlusskilometer, in denen Alec Segaert mit einem perfekt getimten späten Vorstoß für Bahrain - Victorious gewann. Visma fuhr von vorn, doch Vingegaard deutete an, dass einige Teams ihre Absichten falsch lasen. „Wir haben gezogen, aber nur, um vorn zu sein, und einige Teams haben das wohl erst gemerkt, als es zu spät war“, sagte er. „Das war gut für Bahrain und ein cooler Etappensieg für sie.“
Der Giro geht nun mit zwei verknüpften Fragen rund um Vingegaard weiter. Visma betont, das Krankheitsproblem scheine gelöst, und die Berge dürften eine klarere Antwort auf seine Verfassung liefern. Doch nach einem Zeitfahren unter den Erwartungen und der Bestätigung, dass auch er betroffen war, richtet sich der Fokus auf den Topfavoriten noch schärfer.
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