„Er ist ein ganz normaler Typ, mit dem man leicht zusammenarbeitet“: INEOS Grenadiers loben Geraint Thomas’ Wechsel ins Management

Radsport
Samstag, 14 Februar 2026 um 23:00
Geraint Thomas
Imanol Erviti startet in seine dritte Saison als Sportlicher Leiter bei INEOS Grenadiers. Nach einer 19-jährigen Karriere im Peloton, vollständig in der Movistar-Struktur, hat der Spanier in den britischen Teamautos ein neues Zuhause gefunden. Im Gespräch mit MARCA sprach er über die großen Veränderungen beim britischen Team für 2026.
Das Team befindet sich derzeit in einer Übergangsphase. Mit einer Mischung aus jungen Neuzugängen und einer neuen Führungsstruktur versucht INEOS, seinen Platz an der Spitze der WorldTour zurückzuerobern. Laut Erviti treiben Dave Brailsford und Geraint Thomas diesen Prozess maßgeblich an.

Interview mit Imanol Erviti über INEOS-Neustart – Der Faktor Brailsford und Thomas

Dave Brailsford kehrte 2025 in eine engagiertere Rolle im Team zurück, und sein Einfluss bleibt die zentrale Säule des Projekts. Für Erviti ist Brailsford der Motor hinter dem Tagesgeschäft.
„Er hat großen Einfluss auf dieses Team und ist der Anführer des Projekts“, sagte Erviti. „Er ist derjenige, der uns dazu bringt, unser Bestes zu geben, und der wirklich drückt. Seine Rückkehr war sehr positiv.“
Erviti ist überzeugt, dass die „DNA“ von INEOS zwar erhalten bleibt, das Team sich jedoch weiterentwickeln muss, um mit dem modernen Radsport Schritt zu halten. „Ich finde, die DNA geht nicht verloren, aber gleichzeitig lassen sich Aspekte modernisieren und Dinge verändern“, erklärte er. „Es ist ein stetiger Prozess, und es ist klar, dass wir uns aktualisieren und in bestimmten Bereichen einen Schritt weitergehen müssen. Daran arbeiten wir.“
Die andere große Geschichte für 2026 ist der Übergang von Geraint Thomas. Der Tour-de-France-Sieger ist nach dem Ende seiner Karriere als Renndirektor im Team geblieben. „Ehrlich gesagt bin ich sehr zufrieden mit der Arbeit, die er macht“, sagte Erviti. „Trotz der Größe, die er als Fahrer hatte, ist er ein sehr bodenständiger Mensch, mit dem die Zusammenarbeit leichtfällt.“
Thomas ist nun verantwortlich für Taktik und die Pflege der Teamidentität aus dem Begleitfahrzeug. „Er hat die Teamkultur und die taktischen Aspekte stets im Blick. Er macht einen guten Job, der nach und nach Früchte tragen wird.“
Auch der Kader hat sich deutlich verändert. Das Team hat sechs neue Fahrer geholt, mit starkem Fokus auf Jugend. „Sie sind sehr interessante Fahrer für diese Saison und auch für ein langfristiges Projekt“, sagte er. „Es sind junge Radsportler, die weiter wachsen werden, mit sehr guter Perspektive und mit denen wir über einen längeren Zeitraum arbeiten können.“
Diese Verjüngung fiel jedoch mit dem Abschied der erfahrenen spanischen Routiniers Jonathan Castroviejo und Omar Fraile zusammen. Erviti betonte, dass ihr Abgang ohne Misstöne verlief. „In diesem Fall war alles sehr ruhig, weil die Entscheidung von ihnen getroffen wurde“, stellte Erviti klar. „Sie waren großartige Fahrer, die bis zum Ende ihrer Karriere auf hohem Niveau fahren können… Ich bin ihnen sehr dankbar für all ihren Einsatz.“
Geraint Thomas
Geraint Thomas beendete im vergangenen Jahr nach einer äußerst erfolgreichen Karriere seine Laufbahn

Die Rodríguez-Anführer: Carlos und Óscar

Sportlich gab Erviti ein Update zu Spaniens Kapitän Carlos Rodríguez. Nach einem soliden Winterblock auf Teneriffa ist Rodríguez bereit für seinen Saisoneinstieg. Sein Programm umfasst die Tour de la Provence, Paris–Nizza und die Volta a Catalunya.
„Carlos ist ziemlich gut drauf“, bestätigte Erviti. „Er steht auf der Longlist für die Tour de France und möglicherweise wird er auch bei La Vuelta starten. Aber das ist Sport, alles ändert sich… Pläne müssen mit Vorsicht betrachtet werden.“
Andernorts hat das Team jedoch Pech. Óscar Rodríguez stürzte an Silvester und musste operiert werden. „Er ist bereits in der Reha und macht kleine Fortschritte, aber wir können noch kein Rückkehrdatum nennen“, räumte Erviti ein. „Wichtig ist bei einer Verletzung, Ruhe zu bewahren und es richtig zu machen, denn wir Radfahrer sind ungeduldige Menschen.“
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