„Wie man sich auf einen Topfavoriten wie Tadej Pogacar einstellt …“ – Ex-Profi Thomas de Gendt darüber, wie die Rivalen die Strade Bianche angehen sollten

Radsport
Freitag, 06 März 2026 um 20:00
Tadej Pogacar
Strade Bianche zählt zu den härtesten Rennen im Kalender: steile Anstiege und Abfahrten, Schottersektoren und von Start bis Ziel fordernde Straßen. Entsprechend gewinnt hier oft der Stärkste – und diesmal dürfte Tadej Pogačar am Samstag in genau dieser Rolle sein. Ex-Profi und aktueller Gravel-Spezialist Thomas De Gendt hat über das toskanische Rennen gesprochen.

De Gendt erklärt, wie Teams Pogačar in Siena unter Druck setzen

„Wenn du in der Strade Bianche gut abschneiden willst und nicht Tadej Pogačar heißt, ist es auf jeden Fall sinnvoll, zuvor ein paar Eintagesrennen gefahren zu sein. Wenn eines davon zumindest Omloop Het Nieuwsblad ist, bringt das mehrere Vorteile. Denn Strade und Omloop sind beide extrem nervöse Rennen“, argumentierte De Gendt in einer Kolumne für Cyclingnews.
Zwar gehört das italienische Rennen nicht zu den Pflaster-Klassikern, teilt mit ihnen aber einen Schlüsselfaktor: die Positionierung. Wiederholte, kurze und explosive Antritte, ständige Richtungswechsel und enge Straßen machen es entscheidend, den Energieaufwand zu minimieren. Das kommt mit Erfahrung – und mit einem starken Kollektiv für die Positionierung. Doch da die meisten Topfahrer das beherrschen, braucht es andere Mittel, um Pogačar zu schlagen. Gegen einen Fahrer dieses Niveaus machen Taktiken jedoch oft kaum einen Unterschied im Ergebnis.
„Dann geht es um das Rennen selbst und darum, wie man mit einem großen Favoriten wie Tadej Pogačar umgeht – sehr ähnlich wie bei Omloop und wie es für die Konkurrenz gegen Mathieu van der Poel war. Es ist schwierig, denn nur wenige, wenn überhaupt, können Tadej folgen, wenn er attackiert. Also kannst du deinen Fokus nicht wirklich auf ihn legen“, so der Belgier.
„Stell dir vor, du wärst bei Omloop und würdest sagen: ‚Gut, am Muur folge ich Mathieu, dann lande ich mindestens in den Top drei‘ – aber dann macht er am Muur, was er gemacht hat, und lässt alle stehen. Und genauso ist es mit Tadej.“
In der Strade Bianche ist es – ohne auf Pech zu hoffen, das Pogačar 2025 trotz heftigem Sturz im Finale nicht stoppen konnte – schlicht unwahrscheinlich, dass jemand ihn direkt matchen kann. Auch nicht mit Tom Pidcock und dem hoch gehandelten Paul Seixas am Start oder dem Vorjahres-„Mini-Strade-Bianche“-Duo des Giro d’Italia, Wout van Aert und Isaac del Toro.
Wirkung entfalten könnten letztlich nur kombinierte Taktiken mehrerer Teams, die das Rennen früh chaotisch machen und den Slowenen unter Druck setzen. „Fahrer oder zumindest das Team müssen also ihren eigenen Plan machen. Ein Weg ist, sicherzustellen, dass du vor ihm in einer Gruppe bist. Wenn er dich einholt, hängst du so lange wie möglich dran – vielleicht springt dann ein gutes Ergebnis heraus. Aber wenn du deine Strategie zu sehr auf Tadej aufbaust, verlierst du sowieso.“
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