Matthew Brennans elektrisierende Auftritte bei der
Vuelta a Espana haben
Visma - Lease a Bike neuen Schwung verliehen. Bei der Spanien-Rundfahrt haben Brennan und Wout van Aert bislang sieben der ersten 17 Etappen gewonnen – fünf davon gehen allein auf das Konto des jungen Briten.
Als jüngster Fahrer überhaupt mit fünf Grand-Tour-Etappensiegen hat Brennan dabei genau jene Vielseitigkeit unter Beweis gestellt, mit der er bereits in den vergangenen beiden Klassikersaisons auf sich aufmerksam machte. Kombiniert mit seinem unbestrittenen Topspeed im Massensprint ergibt das eine Mischung, gegen die seine Konkurrenten bei dieser Vuelta bislang kaum ein Mittel gefunden haben.
„Als würde er Kleinkindern Süßigkeiten wegnehmen“
Mit Van Aert als weiterer gefährlicher Option im Arsenal hat Visma - Lease a Bike seine beiden Karten in den meisten Sprints und hügeligen Finals nahezu perfekt ausgespielt und zahlreiche Siege eingefahren. Bei fünf dieser Erfolge war es letztlich Brennan, der vollstreckte. Seine Dominanz geht inzwischen so weit, dass der Brite bereits mit einem der größten und vielseitigsten Fahrer der jüngeren Radsportgeschichte verglichen wird: Peter Sagan.
Matthew Brennan bei der Vuelta a España 2026
„Es ist, als würde er einer Gruppe Kleinkinder Süßigkeiten wegnehmen“, sagte Analyst Thijs Zonneveld im Podcast
„In de Waaier“.
„Er erinnert mich an ihn, aber sogar ein bisschen schneller. Vor allem an den frühen Sagan, weil der auch so stark am Berg war und so lange mitgehen konnte. Damals ist er wie ein Komet durchgebrochen.“
Van Aert hat sich bei dieser Vuelta häufig in den Dienst Brennans gestellt und mit seinem außergewöhnlichen Profil sowie seinen vielseitigen Fähigkeiten sowohl das Team als auch seinen jungen Kapitän unterstützt. Beim Vergleich mit Sagan hebt Zonneveld jedoch vor allem Brennans Fähigkeit hervor, Rennen aus den unterschiedlichsten Situationen heraus erfolgreich zu beenden – für ihn ein starkes Indiz dafür, dass hier der nächste Sagan heranwachsen könnte.
„Von den zwei Siegen Van Aerts hätte Brennan auch einen holen können. Das schmälert Van Aert nicht, denn er fährt sich für Brennan regelmäßig in den Boden. Aber Brennan schafft sich so viele Möglichkeiten, weil er so oft in eine Sprintposition kommt.“
Tour de France 2027 – welchen Weg schlägt Brennan ein?
„Wenn man die Sprintchancen vorher durchgegangen ist, kam man auf vier oder fünf. Er hat bereits fünf gewonnen. Er wartet auf den Sprint, aber gerade in harten Finals kann er es auf hundert andere Arten zum Abschluss bringen. Ganz wie Sagan.“
Gerade deshalb verspricht Brennans weitere Entwicklung enorme Spannung. Nachdem der Brite bereits angedeutet hat, im kommenden Jahr die Tour de France zu bestreiten, richtet sich der Blick zwangsläufig auf den Grand Depart in seiner Heimat. Für Zonneveld stellt sich dabei vor allem die Frage, welchen Weg Brennan langfristig einschlagen wird: Liegt seine Zukunft bei den Klassikern oder wird er sich stärker auf Massensprints konzentrieren?
„Er hat Anfang der Woche bereits durchblicken lassen, dass er wohl nächstes Jahr zur Tour de France geht. Er kann zum reinen Massensprinter werden, er kann sich auf Massensprints und das Explosive a la Sagan konzentrieren oder komplett auf die Klassiker setzen. Er kann Mailand-Sanremo, Dwars door Vlaanderen, Gent-Wevelgem gewinnen.“