„Der Umgang mit mir ist anders als früher“ – Paul Seixas erklärt, wie die Tour de France sein Leben als Radprofi verändert hat

Radsport
durch Nic Gayer
Donnerstag, 10 September 2026 um 13:00
Paul Seixas
Die Tour de France hat Paul Seixas nicht über Nacht zum gemachten Mann gemacht – doch nach seinem ersten Grand-Tour-Start im Juli hat sie sein Leben und seinen Blick auf den Radsport nachhaltig verändert. Mit einem herausragenden fünften Gesamtrang rückte Seixas schlagartig ins Rampenlicht und wurde mit einer Aufmerksamkeit, einem Druck und Fanmassen konfrontiert, wie er sie zuvor noch nie erlebt hatte.
Sechs Wochen nachdem sich der Staub der Grande Boucle gelegt hat, richtet der Teenager seinen Blick bereits auf die nächste große Herausforderung. Bei den Weltmeisterschaften am 27. September soll Seixas die französische Auswahl anführen. Wenn er in Montreal seine Startnummer ansteckt, wird er bereits 20 Jahre alt sein – und hofft, weiterhin mit jener Reife zu fahren, die weit über sein junges Alter hinausgeht.

Kanada als großer WM-Test für Seixas

Zuvor wartet jedoch ein Doppelpack kanadischer WorldTour-Eintagesrennen. Zahlreiche Fahrer reisen nach Kanada, um dort ihre Basis für die Weltmeisterschaften aufzuschlagen und bei den Generalproben am Freitag und Sonntag ihre Form zu testen: dem GP de Quebec und dem GP de Montreal.
Tour de France 2026: Paul Seixas
Paul Seixas bei der Tour de France 2026
Seixas, der für Decathlon CMA CGM fährt, ist überzeugt, dass ihm die Tour de France zusätzliches Selbstvertrauen verliehen hat. In Kanada will er nun herausfinden, wo er im direkten Vergleich mit seinen potenziellen WM-Rivalen steht, und zugleich die Straßen für das große Finale unter die Lupe nehmen.
„Es stimmt auf jeden Fall, dass ich jetzt mehr Vertrauen in mich selbst habe“, erklärte Seixas in Quebec.
„Das Wichtigste für die kommenden Tage ist, dass ich mich mit meinen Hauptkonkurrenten für die Weltmeisterschaften messen kann. Danach wollen wir natürlich bei der WM das bestmögliche Rennen fahren. Mit der Equipe de France werden wir ambitioniert auftreten.“
Nach der Tour absolvierte Seixas ein Höhentrainingslager. Wo er nach seiner längeren Rennpause aktuell genau steht, kann der Franzose allerdings selbst noch nicht einschätzen.
„Diese Grands Prix werden mit Blick auf die Weltmeisterschaften ein guter Gradmesser sein. Ich hoffe, dass ich beim GP de Quebec und beim GP de Montreal mit ihnen mithalten kann. Wir haben im Höhentrainingslager in Les Arcs alles getan, um bereit zu sein.“
„Jetzt müssen wir sehen, wie sich das am Freitag und Sonntag auf der Straße ausspielt. Es ist eine Ehre, gegen die großen Namen antreten zu können, und ich hoffe, dass ich das Niveau habe, um tatsächlich mitzuhalten.“

„So viele Menschen haben mich angefeuert“ – Seixas über die Folgen der Tour

Mit etwas Abstand blickt Seixas inzwischen auch auf seine außergewöhnliche Tour de France und deren potenziell lebensverändernde Auswirkungen zurück. So weit, zu behaupten, die Frankreich-Rundfahrt habe sein Leben vollständig verändert, möchte der Youngster zwar nicht gehen. Die enorme Aufmerksamkeit, der gestiegene Druck und die gewaltige Unterstützung haben seine Perspektive auf den Radsport, seine Möglichkeiten und künftige Entscheidungen innerhalb des Sports jedoch geprägt.
„Mit Abstand betrachtet war es eigentlich ziemlich verrückt. So viele Menschen haben mich angefeuert, und natürlich auch die anderen französischen Fahrer. Diese Leidenschaft meiner Landsleute ist besonders. Sie gibt mir jeden Tag einen Schub und die Kraft, bis zum Ende zu kämpfen.“
„Nach der Tour spielt das natürlich eine noch größere Rolle, eigentlich nach meiner gesamten Saison, die bislang schon ziemlich unglaublich war. Die Herangehensweise an mich ist anders als früher. Aber es verändert nicht mein Leben. Ich mache vor allem weiter die Dinge, die mir selbst Freude bereiten.“
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