Ein junger Mathieu van der Poel hätte Quick-Step-Fahrer werden können - doch Patrick Lefevere ließ die Chance verstreichen: „Er hat es bereut“

Radsport
durch Nic Gayer
Donnerstag, 05 Februar 2026 um 13:00
Collage_MathieuVanDerPoelPatrickLefevere
Mathieu van der Poel ist mehr als nur das Ausnahmetalent seiner Generation - er ist längst eine historische Figur des Radsports. Mit 31 Jahren ist er inzwischen der männliche Fahrer mit den meisten Cyclocross-WM-Titeln und kann diese Marke sogar noch ausbauen. Gleichzeitig zählt er auf der Straße überall zu den Hauptakteuren, mit mehreren Monumenten- sowie Tour-de-France-Etappensiegen in seiner Palmares. Das alles ist die Frucht seiner Arbeit mit Alpecin - Premier Tech. Doch wie nun bekannt wurde, hätte auch Soudal - Quick-Step früh von diesem Talent profitieren können.
„Jeden Morgen ist er mit der Schubkarre los. Sie (Mathieu und sein Bruder David van der Poel, Anm.) nahmen ein paar Schaufeln, Harken, einen Sack Zement, Seile, ich weiß nicht ...“, erzählte sein Vater Adrie van der Poel in einem Interview mit Sporza. Das Talent des Niederländers war schon in sehr jungen Jahren offensichtlich - mit gerade einmal zehn Jahren fuhr Mathieu bereits auf den mythischen Alpe dHuez.

Ein verpasstes Angebot und ein perfektes Zuhause

Adrie van der Poel war selbst eine Größe des Sports: zweifacher Monumente-Sieger, zweifacher Tour-de-France-Etappengewinner und ehemaliger Cyclocross-Weltmeister, dazu zahlreiche weitere Erfolge in dieser Disziplin. Radsport lag in der Familie, und die Gene setzten sich bei beiden Söhnen fort, die Profis wurden. Doch Mathieu brachte etwas Zusätzliches mit - etwas, das bereits in seinen Juniorenjahren klar sichtbar war.
Adrie suchte damals den Kontakt zu Patrick Lefevere und versuchte, eine Verbindung aufzubauen, um Mathieu eines Tages zu Quick-Step zu bringen - jenem Team, das über Jahrzehnte die Pflaster-Klassiker dominierte. „Ich habe nur einem Mann gesagt, ich habe ein kleines Talent. Und er ist nicht darauf eingegangen. Von dem Moment an, als ich es ihm sagte, bis heute, hat er es bereut. Ich habe es auf dem Silbertablett serviert.“
Stattdessen nahm das spätere Alpecin-Projekt mit van der Poel als einem der Aushängeschilder Fahrt auf. „Christoph (Roodhooft, Alpecin - Premier Tech Manager, Anm.) hat sofort zugeschnappt.“ Es entstand eine perfekte Partnerschaft, die seit fast einem Jahrzehnt funktioniert und keinen Anlass zur Veränderung liefert. „Wir beziehen seit zehn Jahren Material von Christoph, da ist es nicht richtig, in ein anderes Team zu wechseln.“
Während Alpecin mit van der Poel und Jasper Philipsen in den vergangenen Jahren zu jenen Mannschaften zählt, die pro Saison mehrere Monumente gewinnen, blieb Soudal - Quick-Step bei den Pflaster-Klassikern seit einigen Saisons ohne Sieg. In den Monumenten mischte zuletzt nur Remco Evenepoel vorne mit - inzwischen fährt der Belgier für Red Bull - BORA - hansgrohe. Für Lefeveres Team bleibt damit vor allem die Erkenntnis, eine einmalige Chance verpasst zu haben.
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