Ehemalige belgische Meisterin beim Training attackiert: „Die Frau verfolgte uns, wurde extrem aggressiv und fuhr ihr Auto absichtlich in mein Hinterrad“

Radsport
Freitag, 06 Februar 2026 um 19:00
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Was als routinierte Trainingseinheit geplant war, wurde für die ehemalige belgische Straßenmeisterin Jesse Vandenbulcke zu einer langen, beängstigenden Odyssee: Sie berichtet, über Kilometer verfolgt, bedrängt und beim Vorbereiten auf die Straßensaison absichtlich von einem Auto touchiert worden zu sein.
Die belgische Meisterin von 2019, derzeit im Training mit dem De Ceuster Bouwpunt Cycling Team, schilderte, wie ein anfänglicher Beinahe-Unfall in eine anhaltende, aggressive Verfolgung eskalierte, die damit endete, dass sie zu Boden stürzte.
„Gestern wurde ich absichtlich touchiert, wodurch ich stürzte, nach einer extrem aggressiven Verkehrssituation“, schrieb Vandenbulcke auf Instagram. „Es begann damit, dass die Fahrerin ohne zu schauen rücksichtslos aus ihrer Einfahrt fuhr und mich beinahe erwischte. Ich rief ihr zu, sie solle künftig vorsichtiger sein. Das ist völlig eskaliert.“

Über mehrere Kilometer verfolgt und eingeschüchtert

Laut Vandenbulcke begann die Fahrerin, den Fahrerinnen hinterherzufahren, sie wiederholt abzudrängen und zu beschimpfen. Die Lage spitzte sich zu, als die Frau ihren Partner kontaktierte und die Verfolgung mit zwei Autos fortsetzte.
„Drei Kilometer später kamen sie zu zweit mit zwei Autos hinter uns her, um mich und meine Trainingspartnerin jeweils separat einzuschüchtern und zu blockieren. Es gab aggressive Rufe und Drohungen“, sagte sie. „Dank Passanten schien es kurz zu beruhigen, aber wenig später fuhr die Frau absichtlich in mein Hinterrad.“

Verfolgt, blockiert und gerammt

Vandenbulcke versuchte, der Situation zu entkommen, indem sie auf einen Schotterabschnitt abbog, in der Hoffnung, die Verfolgerin abzuschütteln. Stattdessen erreichte die Konfrontation ihren gefährlichsten Punkt.
„Beim Einbiegen auf den Schotterweg wurde ich erneut getroffen, kam zu Fall, woraufhin sie Fahrerflucht beging“, schrieb sie. „Das hätte tödlich enden können. Verkehrswut ist lebensgefährlich.“
Die ehemalige Landesmeisterin blieb ohne Knochenbrüche, machte aber die psychische Belastung deutlich. Sie betonte, es habe sich nicht um einen kurzen Wutausbruch gehandelt, sondern um eine anhaltende Folge von Einschüchterung und Gewalt.
„Wir wollen unsere Leidenschaft einfach sicher ausüben können, ohne Angst, ohne Aggression, ohne Lebensgefahr“, ergänzte Vandenbulcke. „Verkehrsaggression hat nirgendwo Platz, schon gar nicht gegenüber Radfahrerinnen und Radfahrern.“
Sie merkte zudem an, dass die Fahrerin zwar fragte, was mit dem Videomaterial geschehen werde, aber keinerlei Interesse am Wohlbefinden der beteiligten Fahrerinnen zeigte.
„Die Frau fragte, was ich mit den Aufnahmen machen werde, aber sie hat nicht ein einziges Mal gefragt, wie es uns geht“, schrieb Vandenbulcke.
Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl gemeldeter Fälle schwerer Verkehrsaggression gegen Radfahrende ein und unterstreicht die Verwundbarkeit, der Fahrerinnen und Fahrer selbst bei strukturierten Trainingseinheiten auf offenen Straßen ausgesetzt sind.
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