„Dylan hat einen großen Motor, und wenn er einmal zündet, lässt er nicht nach“: Soudal Quick-Step ist zuversichtlich, dass Van Baarle bei der Flandern-Rundfahrt abliefert

Radsport
Samstag, 04 April 2026 um 7:00
Dylan van Baarle
Dylan van Baarle blieb am Mittwoch bei Dwars door Vlaanderen weitgehend unauffällig, doch Sep Vanmarcke schläft deswegen ruhig. Am Teambus nach dem Rennen machte der Sportdirektor von Soudal Quick-Step klar: Van Baarle wird bereit sein, wenn es zählt – und die Flandern-Rundfahrt ist ein ganz anderes Kaliber.

Ein Tag, der schlechter aussah, als er war

Van Baarle fiel in der Anfangsphase von Dwars door Vlaanderen zurück und musste dadurch lange Zeit hinterherjagen statt offensiv zu fahren. Was er daraus machte, beeindruckte Vanmarcke.
„Er ist allein vom zweiten ins erste Feld gefahren, das war sehr stark, aber dadurch war er hinter dem Geschehen. Er hatte zudem einen Plattfuß, die Beine waren also etwas angeknackst“, erklärte der Sportdirektor laut In de Leiderstrui. Trotz allem kam Van Baarle nochmals zur Spitze zurück und konnte noch seinen Teil zum Teamplan für Sprinter Paul Magnier beitragen.
Das übergeordnete Ziel am Mittwoch war doppelt angelegt. „Parallel zu Van Baarle war unser Plan, auf den Sprint von Paul Magnier zu fahren. Er ist in guter Form, aber in diesem Frühjahr will es noch nicht aufgehen“, räumte Vanmarcke ein. Das Team warf alles daran, Wout van Aert vor dem Sprint zurückzuholen, mit Van Baarle und Pepijn Reinderink als starke Kräfte an der Spitze.
„Wir haben alles versucht, Dylan und Pepijn sind fantastisch gefahren“, sagte er. Am Ende schloss Dries Van Gestel in der Finalephase einige Lücken, allerdings zum Preis, den letzten Anfahrer für Magnier aufzubrauchen. „Wir hätten Dries bei Paul lassen und auf eine gute Platzierung sprinten können, aber wir wollten auf Sieg fahren. Wir haben alle eingesetzt, doch leider kam Paul nicht wirklich in Position.“
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Keine Sorgen mit Blick auf Sonntag

Für Vanmarcke lieferte der Mittwoch sogar Beruhigung. Die Eindrücke vom Opening Weekend und der E3 Saxo Classic deuteten bereits in die richtige Richtung, und was Van Baarle selbst an einem schwierigen Tag zeigte, bestätigte das. „Er kam erst später ins Rollen, konnte dann aber wieder nach vorn fahren und vorne fahren. Er ist definitiv in Ordnung, das haben wir schon am Opening Weekend und bei E3 gesehen“, sagte Vanmarcke.
Der Schlüssel bei Van Baarle war stets derselbe: Gib ihm Zeit und Strecke, dann ist er da. „Es dauert einfach, bis er in Gang kommt. Dylan hat einen großen Motor und wenn der zündet, kann er ewig fahren und geht nicht leer.“ Gut, dass die Flandern-Rundfahrt 278 Kilometer lang ist – das gibt dem Niederländer gegenüber Mittwoch gut zwei Stunden mehr zum Warmfahren.
Vanmarcke benannte auch ehrlich Van Baarles Platz im Gesamtbild für Sonntag. Pogacar und Van der Poel fahren in einer eigenen Liga, das lässt sich nicht wegreden. „Pogacar und Van der Poel sind da, das ist die Realität. Aber Dylan gehört zu einer großen Gruppe direkt dahinter – eine starke Gruppe mit viel Qualität.“
Für Van Baarle wird es darum gehen, beim großen Knall am richtigen Ort zu sein, denn Pogacar dürfte kaum bis zum dritten Anstieg des Kwaremont warten. „Es wird darauf ankommen, Dylans großen Motor abzurufen“, schloss Vanmarcke. Jasper Stuyven bleibt eine Joker-Option für das Team, doch alle Zeichen deuten darauf hin, dass Soudal Quick-Step am Sonntag vor allem um Van Baarle herum plant.
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