In den vergangenen Wochen standen Motorräder aus den falschen Gründen im Mittelpunkt. Auslöser waren vor allem die
Aussagen von Valentin Paret-Peintre und Luke Plapp nach der
Tour de Romandie, die den Einfluss von TV- und Fotografen-Motorrädern auf das Renngeschehen hervorhoben und eine hitzige Debatte entfachten.
Während CPA-Präsident Adam Hansen betonte, man arbeite hinter den Kulissen intensiv daran, Einflüsse externer Akteure – etwa Fotografen auf Motorrädern – zu minimieren, präsentierte Ex-Profi Jelle Wallays, der derzeit als Regulator für den Veranstalter Flanders Classics tätig ist, einen Lösungsansatz:
„Wenn Pogacar attackiert, will jeder Fotograf auf dem Motorrad das Bild. Dann muss ich sie einweisen: einer nach dem anderen, damit alle ihren Job machen können. Wir wollen vermeiden, dass sie das Rennen beeinflussen“, sagt er gegenüber Het Nieuwsblad.
„Deshalb arbeiten wir teilweise mit beschränkten Zonen. Das bedeutet, dass in einem entscheidenden Abschnitt nur zwei Fotografen Bilder machen dürfen – genau um die Zahl der Motorräder vor den Fahrern zu reduzieren. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Fotografen ihre Bilder mit den anderen anwesenden Kollegen teilen.“
Slipstream-Probleme lösen
Wallays räumt ein, dass es eher Formsache ist, jedem Fotodienst die Chance auf den perfekten Moment zu geben. Weitaus größere Probleme entstehen durch einen überladenen Tross – etwa die erwähnten unnatürlichen Windschatteneffekte.
Eine zentrale Herausforderung ist es, Motorräder mit Kameraleuten auf Distanz zu halten. Doch Flanders Classics arbeitet laut Wallays an einer Lösung hinter den Kulissen: „Bei Flanders Classics setzen wir stark auf einen Sensor, der am Motorrad des Kameramanns installiert wird.“
„Der Fahrer dieses Motorrads sieht ein grünes Licht, wenn er genügend Abstand hält, und ein rotes, wenn die Fahrer zu nahe kommen und er ihnen zu viel Windschatten gibt. Dieser Sensor ist zudem geschwindigkeitsabhängig. Sieht der Fahrer Rot, weiß er, dass er kurz beschleunigen muss, um wieder Abstand zu schaffen“, schließt er.