Der Tadej-Pogačar-Rekord, den Jakob Omrzel mit seinem Vuelta-a-España-Sieg gebrochen hat

Radsport
Freitag, 04 September 2026 um 13:00
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Jakob Omrzel hat sich mit gerade einmal 20 Jahren in die slowenische Radsportgeschichte eingraviert. Der Fahrer von Bahrain Victorious gewann die 12. Etappe der Vuelta a España 2026 als Solist auf dem Calar Alto und wurde damit der jüngste Slowene, der je eine Grand-Tour-Etappe gewann – sogar noch vor Tadej Pogačar.
Der Sieg bestätigt ein Talent, das in dieser Vuelta bereits aufblitzte. Omrzel wurde auf der Etappe nach Aramón Valdelinares Vierter und sprang nach seiner Vorstellung am Calar Alto erneut in der Gesamtwertung nach vorne – auf Rang sechs.
Omrzel war der Stärkste aus der Ausreißergruppe und setzte sich am Schlussanstieg durch. Ein unanfechtbarer Sieg für einen Fahrer in seiner ersten Grand Tour, der die Tragweite seines Erfolgs noch verarbeitet.
„Es überrascht mich nicht, denn ich kenne all die Arbeit, die ich geleistet habe. Ich wusste, dieser Tag würde früher oder später kommen, aber zu 100% habe ich es in meiner ersten Grand Tour sicher nicht erwartet“, sagte er im Ziel.
Der Slowene gab zu, dass er es selbst noch kaum fassen konnte. „Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, aber ich habe mich großartig gefühlt. Ich fühle mich immer noch gut; ich bin nicht müde. Ich genieße es einfach“, fügte er hinzu.
Mit 20 Jahren und 166 Tagen ist Omrzel zudem der zweitjüngste Etappensieger in der Geschichte der Vuelta. Jünger war nur Celestino Prieto, der 1981 gewann.
Der auffälligste Vergleich ist jener mit Pogačar. Omrzel unterbot das Alter, in dem der Weltmeister 2019 seine erste Grand-Tour-Etappe gewann.
Der Fahrer selbst ordnete die Zahl ein: „Der jüngste Slowene zu sein, der eine Grand-Tour-Etappe gewinnt, vor Tadej Pogačar, ist nur eine Statistik. Sie bedeutet nicht mehr, aber es ist eine gute Statistik“, sagte er.
Jakob Omrzel jubelt über den Sieg auf der 12. Etappe der Vuelta a España 2026.
Jakob Omrzel gewann die 12. Etappe der Vuelta a España 2026.

Ein neues Juwel des slowenischen Radsports

Der Triumph am Calar Alto kam nicht aus heiterem Himmel. Omrzel ließ seit Längerem erkennen, dass er zu einem der prägenden Namen des slowenischen Radsports werden könnte.
Der Fahrer aus Novo Mesto, einer Stadt mit starker Straßen- und Mountainbike-Tradition, begann 2023 bei Adria Mobil Júniors. Zwei Jahre später wechselte er in das Continental-Team von Bahrain Victorious und erreichte 2026 im selben Verbund die WorldTour.
Sein Vertrag bei Bahrain Victorious läuft bis 2029 und sichert dem Team eines seiner vielversprechendsten Talente.
Noch vor dem endgültigen Sprung in die WorldTour hatte Omrzel bereits ein Top-Resultat eingefahren: Im vergangenen Jahr gewann er den Giro Next Gen.
Seine erste Saison in der höchsten Klasse bestätigte diese Entwicklung. Omrzel wurde bei der Volta a Catalunya fünftbester Jungprofi und Sechster der Gesamtwertung bei der Tour of the Alps, wo er zudem Dritter in der Nachwuchswertung wurde. Beim Tour of Hungary belegte er Rang acht und bei der Tour of Slovenia Platz drei.
Vor der Anreise zur Vuelta fuhr der Slowene auch die Clásica de San Sebastián, die er als 16. beendete, sowie den Circuito de Getxo, wo er 45. wurde.
In Spanien hatte er mit Rang vier am Aramón Valdelinares bereits ein Ausrufezeichen gesetzt. Was am Calar Alto geschah, hat die Erwartungen an ihn nun entscheidend erhöht.

„Es ist wie PlayStation spielen“

Omrzel schreibt einen großen Teil seines Erfolgs auch der Funktionsweise von Bahrain Victorious zu. Der junge Slowene war besonders stolz auf die Kollektivleistung während dieser Vuelta.
„Die Wahrheit ist: Alle bei Bahrain Victorious sind fantastisch. Wir Fahrer verstehen uns perfekt. Wir arbeiten sehr gut zusammen, nahezu fehlerlos“, erklärte er.
Seine Beschreibung der Teamdynamik war besonders einprägsam: „Wir sagen, es ist wie PlayStation spielen. Wir machen, was wir wollen. Wir gehen in die Fluchten, und mit Pello [Bilbao], Santi [Buitrago] und den anderen ist es unglaublich. Ich bin sehr stolz.“
Trotz der Wucht seines Sieges wirkt Omrzel in seiner Persönlichkeit weiterhin fern vom Lärm, der nun um seinen Namen entsteht. Der Slowene beschreibt sich als disziplinierten Fahrer und teilt einen Spitznamen mit seinem ebenfalls aktiven Bruder: Mrzu.
Wenn er an ein Leben abseits des Radsports denkt, ist seine Antwort ebenso aufschlussreich: Er sagt, er wäre wohl Ingenieur geworden. Und er hat ein klares Motto, das seine sportliche Laufbahn leitet: „Ruhig bleiben, am Ende fügt sich alles.“
Am Calar Alto fügte sich für Jakob Omrzel alles. Mit 20 Jahren, einem Sieg in seiner ersten Grand Tour und einem Vertrag bis 2029 hat der Slowene soeben einen jener Siege geschrieben, die als eigentliche Geburtsstunde eines neuen Stars gelten können.
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