„Der Radsport hat sich stark verändert; er ist weitaus universeller geworden“ – Pedro Delgado über Spaniens Rolle im Profiradsport; und Juan Ayuso

Radsport
Freitag, 17 April 2026 um 11:30
Juan Ayuso
Pedro Delgado hat größtes Vertrauen in die Zukunft von Juan Ayuso, den er als aktuell hellstes Talent des spanischen Radsports einstuft. In einem Interview mit der Agencia EFE nach der Präsentation des Gran Fondo de Valencia, bei dem er als Botschafter auftritt, hob der Tour-de-France-Sieger das Potenzial des jungen Fahrers aus Xàbia hervor.
„Vom Potenzial her ist Juan Ayuso der beste Fahrer, den wir haben, ich setze sehr viel Vertrauen in ihn“, sagte Delgado, der sowohl Ayusos sportliche Qualitäten als auch seine Mentalität betonte. „Ich denke, er hat die Klasse, und er braucht schlicht ein Jahr, zwei Jahre, um sein Maximum zu erreichen. Und weil er mental so stark ist, vertraue ich ihm, denn er ist sehr gut“, fügte er hinzu.
Ayuso wird die anstehenden Ardennen-Klassiker verpassen, nachdem medizinische Tests nach der Baskenland-Rundfahrt bestätigten, dass er dort kürzlich eine Virusinfektion erlitt, von der er sich noch nicht erholt hat. Ein Rückschlag, der laut Delgado zu einer Saison mit Höhen und Tiefen passt.
„Er hat das Jahr eigentlich sehr gut begonnen, mit dem Sieg an der Algarve, und dann stürzte er bei Paris–Nizza in Führungsposition, bereit, sich Vingegaard zu stellen – ein guter Test für zukünftige Ziele. Bei der Baskenland-Rundfahrt war er krank, nicht vollständig genesen… Es ging rauf und runter“, merkte er an.
Der Segovianer verwies zudem auf den Druck als eine der Hauptherausforderungen für Spaniens jungen Star: „Ich glaube, er setzt sich selbst stark unter Druck, und manchmal, wenn er merkt, dass er die Erwartungen nicht erfüllt, richtet er das nach innen. Das hilft nicht, Widrigkeiten gelassener zu verarbeiten. Aber klar, jeder hat einen Charakter, mit dem schwer zu verhandeln ist.“
Dennoch zeigte sich Delgado optimistisch über Ayusos Entwicklung und überzeugt, dass er mit der Zeit sein Topniveau erreichen wird.

Eine spanische Radszene im Übergang

Über Ayuso hinaus bewertete Delgado auch den aktuellen Zustand des spanischen Radsports, ohne in allzu negative Töne zu verfallen. „Das Niveau ist nicht mehr so glänzend, wie wir es vor Jahren vorweisen konnten, aber es ist auch nicht so schlecht, man muss nicht defätistisch sein“, erklärte er.
Der Ex-Profi erinnerte zudem an die Generation, die eine goldene Ära prägte: „Wir hatten eine Phase, die bei mir begann, dann Miguel Indurain, Óscar Pereiro, Carlos Sastre, Alejandro Valverde, Alberto Contador… Wir erlebten ein goldenes Radsportzeitalter, mit etwa im Zehnjahresrhythmus nachrückenden Generationen.“
Gleichzeitig hob er die globale Entwicklung des Sports und die wachsende internationale Konkurrenz hervor: „Der Radsport hat sich stark verändert; er ist viel universeller geworden. Der Sport insgesamt ist viel globalisierter, und die Chinesen sind noch gar nicht da. Wenn die Chinesen in den Radsport kommen, wer weiß, was passiert.“
In diesem Sinne betonte er, wie schwer es heute ist, herauszustechen: „Es kommen Australier, Afrikaner nach oben… Die Konkurrenz ist knallhart, und weltweit werden junge Talente gescoutet, die überall auftauchen können. Das heißt nicht, dass der spanische Radsport per se im Nachteil ist, aber das Wettbewerbsniveau ist heute deutlich höher als früher.“
Juan Ayuso, Star von Lidl–Trek
Juan Ayuso, Lidl–Trek star
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