„Der Größe aller Zeiten, ohne jeden Zweifel“ – Adam Blythe: Nur Paris-Roubaix trennt Tadej Pogacar noch davon, „den Radsport zu vollenden“

Radsport
durch Nic Gayer
Sonntag, 22 März 2026 um 11:00
Tadej Pogacar
Tadej Pogacars Sieg bei Mailand-Sanremo hat die Diskussion über seine Karriere erneut verschoben. Der frühere britische Meister Adam Blythe ist überzeugt, dass der Slowene nun in Reichweite von etwas gerückt ist, das im modernen Radsport lange als unerreichbar galt.
Nachdem er La Primavera endlich seinem Palmarès hinzugefügt hat, schloss Pogacar eine der letzten vermeintlichen Lücken. Damit entfachte er neue Debatten darüber, wie weit sich seine Dominanz im Peloton noch ausdehnen kann.

Eine Leistung, die herausstach

Blythes Reaktion bei TNT Sports richtete sich nicht nur auf das Ergebnis, sondern vor allem auf die Art und Weise, wie Pogacar diesen Sieg erreichte. Nach einem Sturz vor der Cipressa geriet er zunächst in Rückstand - ausgerechnet in einer entscheidenden Phase des Rennens.
Tadej Pogacar gewinnt Mailand-Sanremo 2026 im Sprint
Tadej Pogacar gewinnt Mailand-Sanremo 2026 im Sprint
Was folgte, war eine eindrucksvolle Antwort. Pogacar arbeitete sich zurück nach vorn, verschärfte das Tempo im Finale entscheidend und lancierte schließlich die Attacken, die ihn gemeinsam mit Tom Pidcock an die Spitze führten. „Er ist ein Tier. Wir haben Pogacar schon bei so vielen Rennen in Bestform gesehen, aber heute war es ein anderes Niveau. Eine andere Liga“, sagte Blythe und ergänzte: „So das Rennen nach dem Sturz aufzureißen. Phänomenal. Er ist der GOAT. Ohne jeden Zweifel.“
Für Blythe war es damit nicht einfach ein weiterer Monument-Sieg, sondern eine Vorstellung, die Pogacar deutlich über jeden Vergleich hinaushebt.

Ein Rennen davon entfernt, „den Radsport zu vollenden“

Mit Mailand-Sanremo im Palmarès richtet sich der Blick unmittelbar auf das, was noch fehlt.
Für Blythe liegt die Antwort klar auf der Hand. „Er hat noch ein Monument zu gewinnen, dann hat er den Radsport vollendet. Er muss Roubaix gewinnen und danach die Vuelta.“
Diese Einschätzung unterstreicht Pogacars Fähigkeit, über das gesamte Spektrum des Sports hinweg zu gewinnen. Er triumphierte bereits bei Grand Tours und Monumenten, die klassischerweise Kletterern und Puncheuren entgegenkommen. Seine Vielseitigkeit verschiebt weiterhin die traditionellen Grenzen des Radsports.

Paris-Roubaix als letzte Grenze

Im Monument-Set fehlt ihm nur noch Paris-Roubaix - ein Rennen, das Fahrern mit Pogacars Profil historisch nur selten lag.
Dennoch glaubt Blythe, dass auch dieses Ziel erreichbar ist. „Die Vuelta könnte er wahrscheinlich im Schlaf gewinnen. Roubaix ist vielleicht schwieriger, aber danach hat der Junge den Radsport vollendet.“
Das bleibt eine kühne These, doch die jüngsten Leistungen liefern starke Argumente dafür. Pogacars zweiter Platz bei seinem Roubaix-Debüt zeigte bereits, dass er auch auf Terrain bestehen kann, das traditionell Spezialisten vorbehalten ist.
Mit Mailand-Sanremo in seinem Palmarès wirkt die Vorstellung, dass er auch Roubaix gewinnt, realistischer denn je.

Ein Vermächtnis schon jetzt ohne Vergleich

Selbst ohne dieses letzte Monument fällt Blythes Urteil eindeutig aus: „Wir verwenden den Begriff oft, aber er ist der Größte aller Zeiten, ohne jeden Zweifel“, sagte er und ergänzte: „Es gab keinen Fahrer wie ihn, es gibt keinen, mit dem wir ihn vergleichen können. Er ist einfach unantastbar.“
Mailand-Sanremo gehörte lange zu den wenigen Rennen, die Pogacar widerstanden. Mit diesem Triumph hat sich die Debatte erneut verschoben. Nicht mehr die Frage steht im Raum, ob er über die gesamte Breite des Radsports gewinnen kann, sondern ob überhaupt noch etwas Substanzielles übrig bleibt, das er erobern muss.
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