Remco Evenepoel ist erstmals seit 2019 nach Kanada zurückgekehrt, mit zwei unmittelbar bevorstehenden WorldTour-Rennen. Der Belgier stellte jedoch klar, dass sein Hauptziel etwas weiter vorne liegt: die Weltmeisterschaften in Montreal.
Evenepoel startet am Freitag beim
GP Quebec und am Sonntag beim
GP Montreal. Es sind seine ersten Renneinsätze seit seinem Sieg bei der Clasica San Sebastian Anfang August.
Beide Rennen sind Teil seiner finalen Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften, bei denen er sowohl im Einzelzeitfahren als auch im Straßenrennen der Elite das Regenbogentrikot anpeilt.
„Ehrlich gesagt habe ich noch nicht wirklich an das Rennen gedacht“, sagte Evenepoel nach seiner Ankunft zur kanadischen Presse. „Bis zum Start sind es noch ein paar Tage. Ich bin vor allem froh, hier zu sein. Es ist schon eine Weile her, denn das letzte Mal war ich 2019 hier. Es kommen drei wichtige Wochen, aber im Moment fühle ich mich gut.“
Evenepoel peilt WM-Formhöhe nach weiterer großer Saison 2026 an
Evenepoel ist bewusst mit dem WM-Endziel nach Kanada gereist, anstatt schon für das erste seiner beiden Rennen die Topform zu schärfen. „Für mich ist das hier wirklich die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften“, sagte er. „Es sind meine ersten Rennen seit San Sebastian. Ich habe hier auch Ambitionen, aber das Wichtigste ist für mich, in zwei bis drei Wochen bei 100 Prozent zu sein.“
An großen Resultaten mangelt es 2026 nicht. Evenepoel gewann die Amstel Gold Race in einem Frühjahr, in dem er zudem bei der Flandern-Rundfahrt und Lüttich–Bastogne–Lüttich jeweils Dritter wurde, bevor er die Tour de France als Gesamtzweiter abschloss.
Bei der Tour siegte er am Gipfel am Plateau de Solaison und im folgenden Einzelzeitfahren, bevor er sechs Tage nach Paris ins Eintagesprogramm zurückkehrte und die Clasica San Sebastian gewann.
Der Kanada-Block bietet nun die nächste Gelegenheit, Rennrhythmus aufzubauen, bevor die Regenbogentrikots vergeben werden. „Ich bin schon lange nicht mehr auf diesen Straßen gefahren, daher ist es gut, das Terrain wieder zu erkunden und das Gedächtnis aufzufrischen“, erklärte Evenepoel. „Wir holen das Beste heraus und schauen dann weiter. Auf jeden Fall bin ich motiviert, gut abzuschneiden.“
Diese Vertrautheit dürfte in Montreal besonders wertvoll sein. Der GP Montreal am Sonntag führt Evenepoel zurück auf das wellige Rundkursprofil mit wiederholten, giftigen Anstiegen, das auch das WM-Straßenrennen in derselben Stadt später im Monat prägen wird.
Chance auf das Regenbogentrikot nach Kigali-Silber
Evenepoel besitzt bereits einen WM-Titel im Straßenrennen der Elite, errungen 2022 in Wollongong nach einer langen Soloattacke. Seither wurde er Fünfter bei den Weltmeisterschaften 2024 in Zürich und holte vergangenes Jahr in Kigali Silber, nur Tadej Pogacar lag vor ihm. Der Slowene wird seinen Titel in Montreal nicht verteidigen, da seine Saison 2026 nach den Verletzungen bei seinem Sturz bei der Vuelta a Espana beendet ist.
Im Kampf gegen die Uhr ist Evenepoels WM-Bilanz noch beeindruckender. Er reist als dreifacher, amtierender Weltmeister im Elite-Zeitfahren nach Kanada, nach aufeinanderfolgenden Siegen 2023, 2024 und 2025.
Belgien geht auch im Straßenrennen mit zwei großen Optionen ins Rennen. Evenepoel und Wout van Aert führen eine Auswahl an, die von Tiesj Benoot, Maxim Van Gils, Alec Segaert, Quinten Hermans, Thibau Nys und Gianni Vermeersch komplettiert wird.
Bevor der Kampf um das Regenbogentrikot beginnt, nutzt Evenepoel Quebec und Montreal, um seine Form nach mehr als einem Monat ohne Rennen zu schärfen. Sein Zeitplan lässt wenig Zweifel, wann er die höchste Leistungsstufe erreichen will: die Weltmeisterschaften am 27.09.