Dan Martin sorgt mehr als vier Jahre nach seinem Rücktritt weiterhin für Schlagzeilen. Der zweifache Monumente-Sieger und fünfmalige Grand-Tour-Etappensieger hat in Spanien eine schnelle persönliche Bestzeit über 10 km aufgestellt und reiht sich damit in die wachsende Liste ehemaliger Profis ein, die ihre enorme Ausdauer aufs Laufen auf Elite-Niveau übertragen.
Martin, der 2021 mit seinem Karrierebestwert von Platz 4 bei der Vuelta a España abtrat,
lief starke 29:53 Minuten bei der B100 Cursa dels Nassos in Barcelona an Silvester. Die 30-Minuten-Marke über 10 km zu unterbieten, gilt als Richtwert, der ernsthafte Athleten von Hobbyläufern trennt, und Martins Leistung bestätigt, dass der Kletterer kaum an kardiovaskulärer Kapazität eingebüßt hat.
Der Ire ist jedoch nicht der einzige Ex-Profi, der ohne Rad die Zeitenlisten aufmischt. Er schließt sich einem illustren Kreis jüngerer Rücktritte an, darunter
Tom Dumoulin,
Nacer Bouhanni und
Tony Martin, die aktuell beweisen, wie gut sich WorldTour-Fitness auf die Straße übersetzen lässt.
Der neue Trend: Ehemalige Profis auf der Laufstrecke
Während Martins Auftritt auf der kürzeren Distanz explosiv war, haben seine früheren Kollegen in den vergangenen Monaten vor allem über Marathon und Halbmarathon aufhorchen lassen.
Ex-Giro d'Italia-Sieger
Tom Dumoulin schockte im Oktober beim Amsterdam-Marathon die Laufszene. Der niederländische Zeitfahrspezialist gab sein Debüt über die vollen 42 km in beeindruckenden 2:29:21 Stunden.
„Ich wollte unter zweieinhalb Stunden laufen, und das habe ich geschafft — aber es war schmerzhaft“, sagte Dumoulin nach dem Rennen. „Mein Herz sagte: Geh, meine Beine schrien: Nein.“
Dumoulins Fähigkeit, über mehr als zwei Stunden einen 3:32/km-Schnitt zu halten, setzte die Messlatte hoch, wurde jedoch fast von einem überraschenden Kandidaten erreicht:
Nacer Bouhanni. Der frühere französische Sprinter, bekannt für explosive Fast-Twitch-Fasern und Boxtraining, finishte den Valencia-Marathon im Dezember in erstaunlichen 2 Stunden und 31 Minuten.
Unterdessen hat auch der deutsche Kraftprotz
Tony Martin kürzlich eine Startnummer getragen. Der vierfache Zeitfahr-Weltmeister bestritt im November seinen ersten Halbmarathon. Zwar sprach er von einer echten Umstellung, doch er lief sehr respektable 1:24:00 Stunden.
„Mein erster Halbmarathon überhaupt … Wirklich Spaß gemacht, aber unglaublich hart und schmerzhaft“, räumte der deutsche Routinier ein und zeigte, dass selbst die größten Motoren im Radsport die Laufbelastung erst adaptieren müssen.