Es ist der 01.04., doch es wäre vermessen, hier an einen Aprilscherz zu glauben.
Remco Evenepoel startet bei der
Flandern-Rundfahrt, wie er am Mittwochmorgen in den sozialen Medien bekanntgab – ein heiß erwarteter Moment seit seinem Profidebüt 2019.
In einem
Instagram-Post, geteilt von Evenepoel und Red Bull - BORA - hansgrohe, bestätigte der Olympiasieger seine Teilnahme. Zuvor hatte Wielerflits am Dienstag berichtet, dass Evenepoel am Donnerstag die Streckenbesichtigung des Teams in Flandern bestreiten werde. Die belgischen Medien stürzten sich prompt auf ihren Star und wie schon im vergangenen Sommer zog man es vor, das „offene Geheimnis“ nicht länger zu verstecken, sondern klar zu kommunizieren – um das Team und ihn selbst nicht noch tagelang der „Startet er oder startet er nicht?“-Fragerei auszusetzen. Evenepoel bestreitet „De Ronde“ zum ersten Mal in seiner Karriere.
Im Vorjahr wurde bereits gezündelt, als er spät am Tag mit Gianni Vermeersch auf den Flandern-Straßen gesehen wurde. Das war jedoch Zufall, da er zeitweise in der Region lebt. Diesmal liegt der Fall anders: 2023 war er zu diesem Zeitpunkt im Training, nun kommt er direkt von der Katalonien-Rundfahrt und würde auf dem Papier in sein Zuhause in Spanien zurückkehren – deutlich näher und geeigneter für die Vorbereitung auf die Ardennenklassiker. Seine Reise nach Belgien genau jetzt war daher zu auffällig, um ein Zufall zu sein.
Die Kommunikation wirkte sprunghaft: Der Start wurde früh im Winter stark kolportiert, nach der offiziellen Programmvorstellung aber wieder ausgeräumt. Im Rennkalender klaffte jedoch zwischen Katalonien und den Ardennen eine Lücke, die einen Flandern-Start plausibel machte. Es steht kein zweites Höhenlager an, die Pause umfasst drei Wochen und Red Bull - BORA - hansgrohe hat für das Monument der Flandrien keinen klaren Kapitän.
Wo kann Evenepoel in Flandern landen?
Das Gerücht um seinen Start wurde in der vergangenen Woche mehrfach dementiert.
Sogar am heutigen Morgen wurde Journalist Daniel Benson gesagt, Evenepoel werde nicht starten, obwohl die gegenteilige Entscheidung längst gefallen war. Das wirft die Frage auf, wie lange der Start intern bereits fix war – gut möglich, dass Red Bull den Debütfokus bewusst klein hielt, um Druck von Evenepoel zu nehmen.
Sportlich öffnet das eine neue Dimension. Auf dem Papier ähnelt sein Weg dem von Tadej Pogacar, und er wird zur ultimativen Wildcard. Evenepoel hat wenig Erfahrung auf dem Kopfsteinpflaster, doch die Flandern-Rundfahrt ist zunehmend eine Abfolge kurzer Anstiege, auf denen er glänzen kann.
Seine Klasse in Eintagesrennen ist kein Zufall: Er setzt Soli perfekt, verfügt über Ausdauer, taktisches Gespür und Klettervermögen, um jederzeit Differenzen zu reißen. Selbst Pogacar und Mathieu van der Poel dürfen den Zeitfahr-Weltmeister zu keinem Zeitpunkt allein fahren lassen – sonst wird er zur ernsten Gefahr.