„Wir sollten nie wieder auf den Sprint setzen“ – Nach dem Patzer bei Dwars door Vlaanderen im Vorjahr peilt Visma diesmal den Solosieg an

Radsport
Mittwoch, 01 April 2026 um 12:00
Collage_GrischaNiermannVisma
Team Visma | Lease a Bike dominierte 2025 zunächst Dwars door Vlaanderen, spaltete das Feld und formte eine Spitzengruppe mit seinen drei stärksten Fahrern neben Neilson Powless. Dann fuhr das Team jedoch auf einen Sprint für Wout van Aert – der Plan scheiterte krachend. Sportdirektor Grischa Niermann weiß, dass man so nie wieder fahren darf.
„Wir freuen uns aufs Rennen. Ich denke, wir haben dort tatsächlich eine sehr starke Mannschaft. Hoffentlich können wir das Rennen prägen – und es besser zu Ende bringen als im Vorjahr“, sagte Niermann gegenüber Cyclingnews.
Der Plan dürfte ähnlich sein: Wout van Aert wird von Christophe Laporte, Per Strand Hagenes, Matthew Brennan und Edoardo Affini unterstützt – eine sehr starke Aufstellung vor der Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix, mit nahezu allen Fahrern in Topform.
Doch das gleiche Sprintszenario zu wiederholen, ist undenkbar. „Wir müssen in so einer Lage, würde ich sagen, sogar konservativer agieren. Wir dürfen nie wieder auf den Sprint setzen, denn wenn du solo ankommst, weißt du, dass du gewonnen hast“, ergänzt er und vergisst den taktischen Fehler vor zwölf Monaten nicht.
„Wir haben letztes Jahr einen großen Fehler gemacht, den haben wir mitgenommen – und wir werden ihn sicher nicht wiederholen. Natürlich kann es morgen trotzdem im Sprint enden, dann gehen wir dafür. Aber wenn wir die Möglichkeit haben, ist es besser, wenn jemand solo geht.“
Powless sprintet Wout van Aert nieder, nachdem Visma im Duell drei gegen eins den Sprint angezogen hat
Powless sprintet Wout van Aert nieder, nachdem Visma im Duell drei gegen eins den Sprint angezogen hat

Den großen Fehler nicht wiederholen

An jenem Tag wollte Visma Wout van Aert zu einem motivationsfördernden Sieg verhelfen. Deshalb griff das Team Neilson Powless im Drei-gegen-eins nicht an; stattdessen machten Matteo Jorgenson und Tiesj Benoot Tempo und fuhren den Sprint für den Belgier an.
Im Zweiersprint zählt ein Anfahrer jedoch kaum, die Beine entscheiden – und die hatte der Belgier nicht. Der Lapsus kostete einen sonst sicheren Sieg und ließ Visma aus einer Vierergruppe als Zweiter, Dritter und Vierter ins Ziel kommen. Ein Tag, der im ganzen Radsport für Aufsehen sorgte und Niermann vor dem Rennen erneut eingeholt hat – er wusste, dass er reagieren musste.
„Für euch Journalisten ist das natürlich ein großes Thema, weil wir wieder Dwars door Vlaanderen fahren. Für uns ist ein Jahr vergangen, wir haben unsere Lehren gezogen; es lief nicht gut, wir haben es abgehakt – aber es ist nichts, was ich heute noch einmal groß betonen muss“, schloss er.
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