Auf der Jagd nach Pogacar: Juan Ayuso verzichtet auf die Vuelta a Espana – Spanier nimmt WM und die Lombardei-Rundfahrt ins Visier

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 15 August 2026 um 12:15
Juan Ayuso
Nach dem Ende der Tour de France hat Juan Ayuso von LIDL-Trek eine kurze Pause eingelegt und inzwischen das Training wieder aufgenommen. Eine Rückkehr zur Vuelta a Espana ist für den Spanier im Saisonfinale nicht vorgesehen. Stattdessen wartet ein dichtes Programm mit mehreren hochkarätigen Eintagesrennen, zu denen auch die Weltmeisterschaften gehören.
Hinter Ayuso liegt eine Saison mit einigen Höhen und Tiefen. Nach wechselhaften Jahren bei UAE Team Emirates - XRG wagte er im vergangenen Winter mit seinem Wechsel zu LIDL-Trek einen großen Schritt. Sein Debüt bei der Volta ao Algarve verlief zunächst makellos: Ayuso gewann die Gesamtwertung und krönte seinen Triumph im Gelben Trikot mit dem Sieg bei der abschließenden Bergankunft am Alto do Malhao.

Sturz bei Paris-Nice bremst Ayusos starken Saisonstart

Der Spanier schien bei seinem neuen Team das passende Umfeld gefunden zu haben und ging nur wenige Wochen später als größter Rivale von Jonas Vingegaard bei Paris-Nice an den Start. Ein Sturz bei der französischen Rundfahrt machte seine starke Frühform jedoch zunichte und sorgte dafür, dass sein Frühjahrskalender bereits Anfang März vorzeitig beendet war.
Juan Ayuso und Mattias Skjelmose bei der Tour de France 2026.
Juan Ayuso verzichtet 2026 auf die Vuelta a Espana und richtet seinen Fokus stattdessen auf die großen Eintagesrennen im Saisonfinale.
Erst im Juni meldete sich Ayuso in Topform zurück. Bei der Tour Auvergne - Rhone Alpes fuhr er auf das Podium und präsentierte sich als zweitstärkster Kletterer des Rennens. Diese Form nahm er mit zur Tour de France, wo er über drei Wochen hinweg konstant um einen Platz in den Top 5 der Gesamtwertung kämpfte.
Lange meisterte Ayuso diese Aufgabe souverän, doch auf der 19. Etappe nach Alpe d'Huez geriet er ins Hintertreffen und büßte zwei Positionen ein. Am Ende belegte er den siebten Gesamtrang – unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Mattias Skjelmose, der bei der Vuelta a Espana ebenfalls Führungsaufgaben übernehmen wird. Ayuso selbst verzichtet auf seine Heim-Grand-Tour und richtet seinen Fokus stattdessen auf die Eintagesrennen im Spätsommer und Herbst.

Ayuso setzt erneut auf die Formel von 2025

Bereits 2025 bestritt der Spanier die Vuelta a Espana und präsentierte sich anschließend bei seinen letzten Saisonrennen in starker Verfassung. Bei den von ihm anvisierten Eintagesrennen konnte er dadurch um die Siege mitkämpfen. Obwohl seine eigentliche Spezialität im Etappenrennsport liegt, besitzt Ayuso auch auf hügeligen Eintageskursen die Qualitäten, um in den entscheidenden Rennphasen eine wichtige Rolle zu spielen.
Bei den Weltmeisterschaften in Kigali arbeitete er nach der Attacke von Tadej Pogacar am Mont Kigali mit seinen damaligen Teamkollegen Pogacar und Isaac del Toro zusammen. Ayuso belegte schließlich den achten Platz. Bei den Europameisterschaften wurde er Sechster, nachdem er einen Großteil des Finales gemeinsam mit Remco Evenepoel, Paul Seixas und Christian Scaroni im Kampf um die Podiumsplätze bestritten hatte.
Nach Informationen von AS soll Ayuso am 11. September beim GP de Quebec ins Renngeschehen zurückkehren, ehe zwei Tage später, am 13. September, der GP de Montreal folgt. Anschließend bleibt der Spanier bis zu den Weltmeisterschaften am 26. September in Kanada. Mit den Worlds, den Europameisterschaften und Il Lombardia an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden ist sein Ziel für das Saisonfinale klar: Ayuso will nicht nur im spanischen Nationaltrikot überzeugen, sondern seine Saison bei Il Lombardia abschließen – und dort mit realistischen Chancen auf einen Podiumsplatz antreten.
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