„Der schwerste Moment meines Lebens“ – Volta a Portugal arbeitet Tod von Finlay Tarling auf

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 15 August 2026 um 11:30
NSN Team in Schwarz-Weiss nach dem Tod von Finlay Tarling.
Die Volta a Portugal präsentierte sich 2026 in neuem Gewand: mit einer neuen Organisation, einer überarbeiteten Strecke, der Teilnahme von UAE Team Emirates - XRG und internationaler TV-Übertragung. Eine Ausgabe der „A Grandissima“, die Historisches versprach, nahm auf der 8. Etappe jedoch eine tragische Wendung. Ein Fahrzeug gelangte auf die Rennstrecke und erfasste Finlay Tarling. Der erst 19 Jahre alte britische Fahrer kam dabei ums Leben. Nun läuft die Aufarbeitung des folgenschweren Vorfalls.
Unmittelbar nach der Tragödie meldete sich Candido Barbosa, Präsident des portugiesischen Radsportverbands FPC, zu Wort. „Eine sehr schwierige Zeit für den Radsport insgesamt. Ich möchte Finlays Familie, seinen Teamkollegen und der gesamten Radsportgemeinschaft mein tiefstes Beileid aussprechen“, sagte Barbosa gegenüber O Jogo.

„Diese Tragödie trifft uns zutiefst“

Direkt nach der Etappe trat Barbosa vor die anwesenden Medien und äußerte sich auch im Rahmen der TV-Übertragung zum bis dahin bekannten Sachstand. Die Nachricht von der Tragödie wurde öffentlich, während die Etappe noch lief.
NSN Team in Schwarz-Weiss nach dem Tod von Finlay Tarling.
Finlay Tarling kam auf der 8. Etappe der Volta a Portugal 2026 im Alter von nur 19 Jahren ums Leben.
„Für mich ist das nach mehr als einer halben Million Kilometern auf dem Rad der schwerste Moment meines Lebens. Wir haben unermüdlich für die Sicherheit der Fahrer gearbeitet, und diese Tragödie, mit der niemand gerechnet hat, trifft uns zutiefst.“
Tarling fuhr für das NSN Development Team und war erst 19 Jahre alt. Zuletzt hatte er bei den britischen U23-Zeitfahrmeisterschaften den dritten Platz belegt. Als jüngerer Bruder von Netcompany-Profi Joshua Tarling galt er als großes Talent und absolvierte seine zweite Saison für das Schweizer Team.
Nach Bekanntwerden der Nachricht wurde die Etappe neutralisiert. Die Fahrer des NSN Development Team überquerten anschließend geschlossen an der Spitze des Feldes die Ziellinie. Das Rennen wird an den beiden verbleibenden Tagen fortgesetzt – mit einer Bergankunft an der Senhora da Graca sowie dem Finale in Porto am Sonntag.
„Leider ist es passiert. Viel mehr kann ich nicht sagen, außer dass das Rennen weitergehen muss. Ich bitte die Athleten um Kraft für die zwei verbleibenden Etappen und auch ihre Familien, denn ich weiß, wie schwer es ist, Angehörige nach so einem Ereignis hier starten zu sehen. Ich möchte mich zudem bei den Fans für ihre Unterstützung bedanken.“

Sicherheit auf offener Strecke bleibt eine Herkulesaufgabe

Auch Rennleiter Ezequiel Mosquera äußerte sich nach dem tödlichen Unfall. Gegenüber A Bola erklärte er, wie schwierig es bei einem Rennen dieser Länge sei, eine vollständige Sperrung sämtlicher Straßen zu gewährleisten.
„Ich kann nichts anderes als Trauer ausdrücken. Radsport ist ein Risikosport, und wir alle wissen das. Ein ‚Stadion‘ von 1.300 Kilometern zu kontrollieren, ist sehr schwierig, doch wir haben stets die besten Leute eingesetzt, um die Sicherheit unseres Rennens auf höchstem Niveau zu gewährleisten – vorbildliche Profis.“
Die Verantwortung dafür, sämtliche Straßen rechtzeitig vor der Durchfahrt des Rennens zu sperren, liegt bei der Polizei. Dies betrifft sowohl die Spitze des Rennens als auch das Ende des Feldes.
Berichten zufolge war Tarling bereits früh am Tag zurückgefallen und befand sich isoliert am Ende des Rennens. Nach einem Defekt überholte er auf einer Abfahrt in der Nähe der Stadt Ponte de Lima seinen Teamwagen.
In einer Kurve auf der Abfahrt kollidierte Tarling frontal mit einem Fahrzeug, das nicht zum Rennkonvoi gehörte. Sein Tod wurde kurze Zeit später bestätigt. Wie das Fahrzeug auf die Rennstrecke gelangen konnte und welche genauen Umstände zu dem Unfall führten, ist von den zuständigen Behörden bislang noch nicht abschließend geklärt worden.
„Es ist ein furchtbarer Tag, der ein fröhlicher Tag hätte sein sollen. So viele Menschen standen an den Straßen, warteten und feuerten die Fahrer in vorbildlicher Weise an. Für mich ist es als Organisator ein dramatischer Tag, aber auch als ehemaliger Fahrer und als Familienmensch.“
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