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Deutschland Tour 2026 wird vom 19. bis 23. August ausgetragen. Zwar überschneidet sich das wichtigste deutsche Etappenrennen terminlich mit der Vuelta a Espana, dennoch wartet die Rundfahrt auch in diesem Jahr mit einem attraktiven Parcours auf, der vor allem Sprintern und Klassikerfahrern entgegenkommt. Seit ihrer jüngsten Wiederbelebung genießt die Deutschland Tour hohes Ansehen – und auch die Ausgabe 2026 verspricht hochklassigen Radsport. Wir nehmen die Profile genauer unter die Lupe.
Ihre Premiere feierte die Rundfahrt bereits 1911, als Hans Ludwig die erste Austragung für sich entschied. Anschließend dauerte es jedoch elf Jahre, ehe das Rennen 1922 wiederbelebt wurde. Über ihre gesamte Geschichte hinweg war die Deutschland Tour immer wieder von längeren Unterbrechungen geprägt – sowohl im 20. als auch im 21. Jahrhundert.
Von großen Namen zur erfolgreichen Wiederbelebung
Zwischen 1999 und 2008 etablierte sich die Deutschland Tour erneut im internationalen Rennkalender und brachte eine Reihe hochkarätiger Gesamtsieger hervor. Fahrer wie Michael Rogers, Alexandr Vinokourov, Levi Leipheimer und der deutsche Publikumsliebling Jens Voigt trugen sich in die Siegerliste ein. Danach verschwand die Rundfahrt abermals für fast ein Jahrzehnt, bevor 2018 das erfolgreiche Comeback folgte: Matej Mohoric sicherte sich bei der Rückkehr den Gesamtsieg. Seitdem konnten sich ganz unterschiedliche Fahrertypen durchsetzen – von Klassikerspezialisten über Kletterer bis hin zu Sprintern.
Jasper Stuyven, Nils Politt, Adam Yates, Ilan van Wilder, Mads Pedersen und zuletzt Soren Waerenskjold wurden seither auf Deutschlands bedeutendstem Straßen-Etappenrennen zu Gesamtsiegern gekrönt.
| Etappe | Datum | Start | Ziel | Distanz (km) | Typ |
| P | 19.08. | Bad Orb | Bad Orb | 2,6 | Prolog (EZF) |
| 1 | 20.08. | Bad Orb | Schwabisch Hall | 215,3 | Hügelig |
| 2 | 21.08. | Schwabisch Hall | Offenbach an der Queich | 197,0 | Flach |
| 3 | 22.08. | Herxheim | Bad Durkheim | 170,8 | Hügelig |
| 4 | 23.08. | Heilbronn | Heilbronn | 156,5 | Flach |
Streckenprofil Prolog: Bad Orb - Bard Orb
Bad Orb - Bad Orb, 2,5 Kilometer
Die Deutschland Tour beginnt mit einem kurzen, technisch anspruchsvollen Prolog in Bad Orb. Lediglich 2,5 Kilometer stehen zum Auftakt auf dem Programm, doch der tückische Kurs verlangt den Fahrern vom ersten Meter an höchste Konzentration ab. Nach einem ansteigenden Beginn folgt eine rasante Abfahrt hinunter ins Stadtzentrum.
Auf der extrem kurzen Strecke zählt jede Sekunde: Vom Start weg ist Vollgas gefragt, gleichzeitig müssen die Fahrer die zahlreichen Kurven technisch sauber und mit höchstmöglichem Tempo meistern. Trotz der anspruchsvollen Passagen dürften die Zeitabstände zwischen den Fahrern am Ende allerdings gering bleiben.
Streckenprofil Etappe 1: Bad Orb - Schwabisch Hall
Bad Orb - Schwabisch Hall, 216,5 Kilometer
Das Profil der Deutschland Tour 2026 ist insgesamt hügelig, und bereits auf der 1. Etappe bietet sich den Puncheuren eine ideale Gelegenheit. Der 216,5 Kilometer lange Renntag hält vor allem im Schlussdrittel zahlreiche Anstiege bereit und mündet in ein Finale, das für andere Fahrertypen nur schwer zu kontrollieren sein dürfte.
Auf den letzten 25 Kilometern rund um Schwabisch Hall müssen die Fahrer insgesamt vier Anstiege bewältigen. Den Anfang macht eine 2,6 Kilometer lange Steigung mit durchschnittlich 5,3 Prozent, deren Ende 21,5 Kilometer vor dem Ziel erreicht wird. Anschließend geht es auf den Schlussrundkurs.
Der Zielstrich befindet sich auf einer Kuppe, die im Finale zweimal befahren wird. Der dazugehörige Anstieg ist 2,2 Kilometer lang und im Schnitt 4,6 Prozent steil. Bei der ersten Überfahrt sind es anschließend noch 13 Kilometer bis ins Ziel. Fünf Kilometer vor dem Ende wartet zudem eine explosive, 640 Meter lange Rampe mit durchschnittlich 8 Prozent. Da an ihrer Spitze auch Zeitbonifikationen vergeben werden, dürften dort mit großer Wahrscheinlichkeit Attacken folgen.
Streckenprofil Etappe 2: Schwabisch Hall - Offenback an der Queich
Schwabisch Hall - Offenbach an der Queich, 197 Kilometer
Die 2. Etappe beginnt im Zielort des Vortages und führt das Feld zunächst über hügeliges Terrain. Im weiteren Verlauf entwickelt sich der 197 Kilometer lange Renntag jedoch zu einer klaren Angelegenheit für die Sprinter. In der gesamten zweiten Hälfte stehen keine weiteren Anstiege auf dem Programm, stattdessen verläuft die Strecke nahezu topfeben.
Das Ziel befindet sich in Offenbach an der Queich, wo vieles auf einen Massensprint hindeutet. Für die schnellen Männer im Feld bietet sich hier voraussichtlich die beste Gelegenheit der gesamten Woche, einen Etappensieg einzufahren.
Streckenprofil Etappe 3: Herxheim - Bad Durkheim
Herxheim - Bad Durkheim, 170,5 Kilometer
Die Konigsetappe der Deutschland Tour endet westlich von Mannheim und verlangt den Fahrern mit insgesamt 3100 Höhenmetern einiges ab. Verantwortlich dafür ist unter anderem ein 5,2 Kilometer langer Anstieg mit durchschnittlich 7,3 Prozent, der im Verlauf des Tages gleich zweimal bewältigt werden muss.
Die beiden Auffahrten liegen allerdings noch weit vor dem Ziel. Der Gipfel der zweiten Passage wird exakt 100 Kilometer vor dem Ende erreicht. Eine unmittelbare Vorentscheidung ist dort deshalb nicht zu erwarten, doch die Vielzahl der Anstiege und die damit verbundene Belastung dürften sich im Finale deutlich bemerkbar machen.
Die Entscheidung fällt voraussichtlich auf dem Schlussrundkurs rund um Bad Durkheim. Dort muss ein 2 Kilometer langer Anstieg mit durchschnittlich 5,9 Prozent zweimal erklommen werden. Die letzte Überfahrt erfolgt nur 5,5 Kilometer vor dem Ziel, zudem werden an der Spitze Zeitbonifikationen vergeben. Entsprechend dürften zahlreiche Fahrer genau hier ihre Karten auf den Tisch legen: Wer sich bergauf einen Vorsprung und wertvolle Sekunden sichern kann, hat anschließend die Chance, diesen auf der Abfahrt bis ins Ziel zu verteidigen.
Streckenprofil Etappe 4: Heilbronn - Heilbronn
Etappe 4: Heilbronn - Heilbronn, 156,5 Kilometer
Die Schlussetappe der Deutschland Tour beginnt und endet in Heilbronn. Wie so häufig bei dieser Rundfahrt wartet ein welliger Renntag, dessen Charakter für ein spannendes Duell zwischen Klassikerspezialisten und Sprintern sorgen könnte. Beide Fahrertypen haben auf der finalen Etappe realistische Chancen auf den Tagessieg.
Entscheidend dürfte der Schlussrundkurs werden, der insgesamt dreimal absolviert wird. In jeder Runde wartet ein 2,2 Kilometer langer Anstieg mit durchschnittlich 5,3 Prozent. Die Steigung bietet sich für Attacken an, ist jedoch nicht so anspruchsvoll, dass sie zwangsläufig für eine entscheidende Selektion sorgen muss.
In der letzten Runde könnten zudem die Bonussekunden auf der letzten kleinen Kuppe, acht Kilometer vor dem Ziel, eine wichtige Rolle spielen. Dadurch kann sich die Gesamtwertung selbst auf den letzten Kilometern der Rundfahrt noch einmal spürbar verschieben – womöglich sogar auf dramatische Weise.
Siegerliste Deutschland Tour
| Jahr | 1. | 2. | 3. |
| 2025 | Soren Waerenskjold | Jhonatan Narvaez | Riley Sheehan |
| 2024 | Ilan Van Wilder | Pavel Sivakov | Alexey Lutsenko |
| 2023 | Mads Pedersen | Ilan Van Wilder | Biniam Girmay |
| 2022 | Adam Yates | Pello Bilbao | Romain Bardet |
| 2021 | Nils Politt | Pascal Ackermann | Alexander Krieger |
| 2020 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 2019 | Jasper Stuyven | Sonny Colbrelli | Ivan Garcia Cortina |
| 2018 | Matej Mohoric | Nils Politt | Maximilian Schachmann |
| 2009–2017 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 2008 | Linus Gerdemann | Thomas Lovkvist | Davide Rebellin |
| 2007 | Jens Voigt | Levi Leipheimer | David Lopez Garcia |
| 2006 | Jens Voigt | Levi Leipheimer | Frank Schleck |
| 2005 | Levi Leipheimer | Jan Ullrich | Georg Totschnig |
| 2004 | Patrik Sinkewitz | Jorg Ludewig | Gerrit Glomser |
| 2003 | Erik Dekker | Michael Boogerd | Fabian Wegmann |
| 2002 | Igor Gonzalez de Galdeano | Francisco Mancebo | Aitor Osa |
| 2001 | Alexander Vinokourov | Andreas Kloden | Danilo Di Luca |
| 2000 | Alberto Elli | Jan Ullrich | Fernando Escartin |
| 1999 | Jens Heppner | Danilo Di Luca | Beat Zberg |
| 1983–1998 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1982 | Beat Breu | - | - |
| 1981 | Klaus-Peter Thaler | - | - |
| 1980 | Gregor Braun | - | - |
| 1979 | Dietrich Thurau | - | - |
| 1963–1978 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1962 | Peter Post | - | - |
| 1961 | Rolf Wolfshohl | - | - |
| 1960 | Rolf Wolfshohl | - | - |
| 1956–1959 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1955 | Hennes Junkermann | - | - |
| 1953–1954 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1952 | Heinz Muller | - | - |
| 1951 | Otto Ziege | - | - |
| 1950 | Otto Ziege | - | - |
| 1940–1946 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1939 | Georg Umbenhauer | - | - |
| 1938 | Erich Bautz | - | - |
| 1937 | Erich Bautz | - | - |
| 1932–1936 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1931 | Hermann Buse | - | - |
| 1930 | Otto Weckerling | - | - |
| 1928–1929 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1927 | Hermann Buse | - | - |
| 1923–1926 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1922 | Josef Fischer | - | - |
| 1912–1921 | Nicht ausgetragen | - | - |
| 1911 | Hans Ludwig | - | - |