In der jüngsten Entwicklung der Geschichte um nächtliche Dopingkontrollen bei der
Tour de France hat Red Bull - BORA Hansgrohe-Teammanager
Ralph Denk bestätigt, dass auch sein Team in der Nacht von Montag auf Dienstag für Kontrollen aufgesucht wurde.
Die Nachricht folgt auf nächtliche
Kontrollen bei Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard, die am Samstagabend vor der entscheidenden Bergetappe am Sonntag von der International Testing Agency (
ITA) nach richterlicher Genehmigung durchgeführt wurden. Der Zeitpunkt der Tests stieß bei mehreren Teams und Beobachtern auf Kritik.
Besonders deutlich äußerte sich der nun zweitplatzierte
Remco Evenepoel. Mittlerweile wurde bekannt, dass auch er und seine Teamkollegen in der Nacht geweckt wurden. Laut einem
Bericht des Kicker wurden sie um 22:00 Uhr aus dem Schlaf geholt und alle acht Fahrer der Mannschaft getestet.
„Wir hatten letzte Nacht auch Besuch. Einige der Fahrer waren schon eingeschlafen und sind dann zu den Kontrollen gegangen“, berichtete Teammanager Ralph Denk in der
Morgensendung des ZDF.
Mit Blick auf die Unterbrechung der Regeneration vor dem Einzelzeitfahren der 16. Etappe am Dienstag räumte Denk ein, dass die Vergangenheit des Sports solche Maßnahmen dennoch in einem positiven Licht erscheinen lässt.
Red Bull - BORA - hansgrohe
Ralph Denk reagiert auf Kontrollen bei Red Bull
„Es beeinträchtigt die Erholung sicher“, sagte Denk. „Wir haben in der Radsportgeschichte eine dunkle Vergangenheit, und deshalb ist es gut, dass hier Kontrollen stattfinden.”
Der rechtliche Rahmen der Dopingkontrollen erlaubt Tests während der Nacht im Rennen, und Denk sieht darin einen Beitrag zur Glaubwürdigkeit des Sports.
Er ergänzte: „Die Regularien erlauben Kontrollen bis spät in die Nacht. Das stellt sicher, dass unser Sport sauber ist, dass er glaubwürdig bleibt, und deshalb gehört das dazu.”
Zuvor hatte die CPA eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie die Nachtkontrollen bei Pogacar und Vingegaard kritisierte, die jeweils gegen 05:00 Uhr und 02:00 Uhr geweckt worden waren. Die Debatte über das Timing der Tests wurde durch Vingegaards Sturz in der folgenden Etappe zusätzlich befeuert.
„Nächtliche Kontrollen werfen Fragen nach ihrer Sinnhaftigkeit auf: Die nächtliche Unterbrechung der Ruhe zur Testdurchführung bedarf nun einer ernsthaften Prüfung“, hieß es in der Erklärung der CPA.
„Die Tour de France verlangt außergewöhnliche körperliche Leistungen. Schlafqualität und Regeneration sind nicht nur für die Performance, sondern auch für die Gesundheit und Sicherheit der Fahrer essenziell. Offensichtlich behindert diese Praxis die Erholung der Athleten während des wichtigsten und anspruchsvollsten Rennens im globalen Kalender und läuft den beabsichtigten Zielen zuwider.“