An diesem Sonntag steht das letzte Monument des Frühlings und das vorletzte der Saison an: Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026. Mehrere Topstars des Pelotons sind für das Ardennen-Finale bereit. Einer strahlt heller als alle anderen.
Tadej Pogacar kehrt mit der Suche nach seinem vierten Titel bei La Doyenne zurück (nach 2021, 2024 und 2025).
Wer kann Pogacar bei Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026 aufhalten?
Nachdem Pogacar
bei einem von Wout van Aert gewonnenen Paris–Roubaix den Sieg um Haaresbreite verpasst hatte, ist die Chance auf den Sweep aller fünf Monumente in einer Saison dahin. Dennoch bleibt sein 2026 historisch, und der Kapitän von UAE Team Emirates XRG startet als Topfavorit auf das, was der 13. Monument-Sieg seiner Profilaufbahn wäre, sollte er gewinnen.
Einfach wird es nicht, selbst für den doppelten Weltmeister. Seine Hauptkonkurrenten sind
Remco Evenepoel und
Paul Seixas, dazu Namen wie Mattias Skjelmose, Lenny Martínez, Tobias Johannessen, Kevin Vauquelin, Giulio Ciccone, Cian Uijtdebroeks, Mauro Schmid...
Nicht zu unterschätzen sind auch Routiniers auf der Jagd nach großen Ergebnissen wie Julian Alaphilippe, Diego Ulissi, Ion Izagirre oder Pello Bilbao. Doch wer sind unter ihnen Tadej Pogacars fünf größte Rivalen für Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026?
1. Remco Evenepoel
Der erste große Gegner, den Pogacar genau im Blick haben muss, ist natürlich Remco Evenepoel. Der Star von Red Bull - BORA - hansgrohe fährt ein herausragendes Jahr, besonders in Eintagesrennen. Kein Fahrer hat bislang mehr Siege als der Belgier, der Lüttich–Bastogne–Lüttich zudem mehrfach zu gewinnen weiß (2022 und 2023).
Er kommt in Topform zur Doyenne. Evenepoel startete jüngst beim Amstel Gold Race, das er mit perfekter Rennlektüre gewann. Zuvor wurde er bei seiner Premiere bei der Flandern-Rundfahrt Dritter, im Duell mit Tadej Pogacar und auf Terrain, das dem Slowenen eher liegt. Das könnte das Jahr sein, in dem er seinen Rivalen bei einem Monument schlägt.
2. Paul Seixas
Gleich dahinter steht die Sensation der Stunde. Mit 19 Jahren ist Paul Seixas bereits ein großer Star im Peloton. In Frankreich träumt man sogar von einem Duell mit Pogacar in der Königin aller Rennen: der Tour de France 2026. Das ist angesichts seines Niveaus verständlich, das nur wenige Profis in ihrer ganzen Karriere erreichen.
Die Erwartungen für Lüttich sind riesig. Erstmals treffen Seixas und Pogacar als gleichrangige Favoriten direkt aufeinander. Natürlich sind sie sich bereits zuvor begegnet, in Rennen, die der Slowene gewann: die Europameisterschaften 2025 (Paul Seixas 3.), Il Lombardia 2025 (Paul Seixas 7.) und Strade Bianche 2026 (Paul Seixas 2.). Kippt das Pendel diesmal zugunsten des Franzosen?
3. Tom Pidcock
Zu Pogacars größten Gefahren zählt Tom Pidcock, der seine Form bei der Tour of the Alps schärft. Der Brite jagt weiter seinem ersten Monument nach, und nach dem überstandenen Sturz bei der Katalonien-Rundfahrt wirkt dies wie seine beste verbliebene Chance des Jahres – sofern die Form in Italien in den nächsten Tagen weiter anzieht.
Ein zentraler Grund für Pidcocks Rang drei hier ist sein jüngstes Milano–Sanremo. In La Primavera war er der einzige Fahrer, der allen Pogacar-Attacken an der Cipressa und am Poggio standhielt. Tatsächlich verpasste er es um Millimeter, dem Slowenen den ersten Sanremo-Triumph zu verwehren. In Lüttich greift er erneut an, ein Rennen, das ihm liegt – auf dem Papier sogar besser als Sanremo.
4. Mattias Skjelmose
Es folgt einer von Pogacars Ardennen-Widersachern 2025. Mattias Skjelmose schlug beim Amstel Gold Race sowohl den Slowenen als auch Remco Evenepoel. Ein Sturz beim Flèche Wallonne verhinderte leider seinen Start bei Lüttich im Vorjahr.
2026 hat er pünktlich zur Phase wieder seine besten Beine gefunden. Den Amstel-Titel konnte er nicht verteidigen, doch er wurde Zweiter hinter Evenepoel, der ihn im Sprint bezwang, ihn zuvor aber nicht abschütteln konnte.
Mattias Skjelmose und Remco Evenepoel beim Amstel Gold Race 2026
5. Tobias Johannessen
Zum Schluss ein persönlicher Tipp: Tobias Johannessen, ebenfalls in blendender Form. Seit seiner starken Tour de France 2025 hat er sich deutlich weiterentwickelt und ist bei Uno-X Mobility zur Referenz gereift – auch in Klassikern dieser Größenordnung.
Johannessen kommt vom Gesamtpodium der Baskenland-Rundfahrt 2026, dazu 2. bei Milano–Torino, 4. der Gesamtwertung bei Tirreno–Adriatico und 9. bei der UAE Tour zu Jahresbeginn. Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026 wirkt wie sein großer Moment, und neben Evenepoel, Seixas, Pidcock und Skjelmose zählt er zu Pogacars fünf größten Rivalen.
Natürlich heißt das nicht, dass nur die fünf Genannten in der Lage sind, Tadej Pogacar zu überraschen. Achten Sie auf Außenseiter wie Lenny Martínez, Kevin Vauquelin, Giulio Ciccone (Vorjahreszweiter) oder Cian Uijtdebroeks. Eines ist sicher: In einem Monument kann von Start bis Ziel alles passieren. Ein historisches Lüttich–Bastogne–Lüttich steht bevor.