Auch ohne Sieg bei Paris–Roubaix mit
Tadej Pogacar reist
UAE Team Emirates - XRG als Mannschaft des Topfavoriten zu Lüttich–Bastogne–Lüttich an. Der Weltmeister gilt am Sonntag dennoch als erster Anwärter auf den Sieg. Gleichzeitig gewährte das Team Einblicke in seine kurzfristige Vorbereitung und den Umgang mit den zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen im Kader.
Die laufende Saison ist für die Mannschaft von mehreren Rückschlägen geprägt. João Almeida fiel bei der Volta a Catalunya krankheitsbedingt aus, Isaac del Toro verpasst die Ardennenklassiker verletzungsbedingt, Tim Wellens geht nur mit eingeschränkter Form an den Start, während Jonathan Narváez und Jan Christen ebenfalls pausieren müssen. Entsprechend tritt das Team mit einer deutlich veränderten Besetzung an als ursprünglich vorgesehen.
Trotz Ausfällen bleibt die klare Marschroute: Kontrolle bis zur Redoute
„So schlimm haben wir das selten erlebt. Es ist nicht einfach im Team, aber was willst du machen? Fokussiert bleiben, das ist das Wichtigste“, erklärte Sportdirektor Andrej Hauptman gegenüber
Wielerflits. „Aber weißt du? Irgendwie ist das jedes Jahr so. Wenn du im Dezember deine Wunschaufstellung planst, ist es unmöglich, diesen Plan im April zu hundert Prozent einzuhalten.“
Tadej Pogacar startet trotz personeller Probleme im Team als Topfavorit bei Lüttich–Bastogne–Lüttich
Ein Fahrer wie Pogacar spürt die personellen Engpässe zwar kaum direkt, dennoch schränken sie die taktischen Optionen der Mannschaft ein. Für Lüttich bedeutet das vor allem eine klassische Herangehensweise: hohes Tempo im Rennen und Kontrolle bis zum Fuß der Côte de la Redoute.
Tadej Pogacar ist bereit für Lüttich–Bastogne–Lüttich
„Natürlich hatten wir jetzt extrem viele Probleme, aber damit müssen wir in diesen Klassikern leben. Inzwischen ist Wellens zurück. Narváez und Vine kommen auch bald wieder, vielleicht liegt das Schlimmste hinter uns. Bald sind wir wieder die Alten.“
„Zum Glück kompensieren andere Fahrer das. Schau dir Benoît [Cosnefroy] an, der rechtzeitig in dieser Woche in Form kommt“, sagte Hauptman über Benoît Cosnefroy, der beim Amstel Gold Race auf dem Podium stand und das Team bei La Flèche Wallonne ebenfalls anführen soll. „Beeindruckend sind auch Tims Schritte in den vergangenen Wochen. Wir haben weiterhin ein Team, das auf höchstem Niveau konkurrenzfähig ist, ein starker Kern.“
In Lüttich arbeiten Cosnefroy und die übrigen Teamkollegen klar im Dienst des Slowenen, der seinen vierten Sieg bei Lüttich–Bastogne–Lüttich anstrebt und seine Bilanz bei den Monumenten weiter ausbauen will. „Am Ende ist jedes Rennen wichtig für uns. Du musst immer hart arbeiten und fokussiert bleiben, um zu gewinnen. Nichts passiert von allein. Lüttich ist für Tadej etwas Besonderes, und wir wissen, was zu tun ist: ihn in eine Position bringen, aus der er das Rennen gewinnen kann.“
Dabei trifft Pogacar auf starke Konkurrenz, insbesondere durch Remco Evenepoel und
Paul Seixas – zwei Fahrer, die ihm in Bestform gefährlich werden können. „Es ist nur gut, diese beiden als Gegner zu haben. Sie sind Super-Champions, und wir freuen uns auf das Duell. Wir nehmen sie sehr ernst.“
Nach seiner Niederlage bei Paris–Roubaix hat der Weltmeister seine Vorbereitung gezielt auf die bevorstehenden Anstiege ausgerichtet. „Lüttich ist natürlich ein völlig anderes Rennen. Aber wir sind nicht sonderlich besorgt. Denk daran: Letztes Jahr war er nur eine Woche nach Paris–Roubaix schon wieder beim Amstel Gold Race im Einsatz. Jetzt konnte er eine zusätzliche Woche trainieren, bevor er zurückkehrt. Das wird ihm guttun, denke ich.“