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Tour de France 2026 steht unmittelbar bevor – und die Erwartungen könnten kaum größer sein. Am 4. Juli fällt in Barcelona der Startschuss zur Grande Boucle, die schon vor dem Grand Départ als eine der spannendsten und am stärksten besetzten Ausgaben der vergangenen Jahre gilt. Wie schon seit Beginn ihrer Rivalität im Jahr 2021 führen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard die Favoritenliste für den Gesamtsieg an. Die große Frage lautet jedoch: Wer komplettiert das Podium in Paris?
Die Leistungen der beiden Ausnahmekönner haben in den vergangenen Jahren eine eigene Kategorie geschaffen. Pogacar und Vingegaard scheinen dem übrigen Peloton weiterhin einen Schritt voraus zu sein – ein anderer Sieger der Tour de France käme deshalb einer Sensation gleich.
Kampf um den dritten Podiumsplatz verspricht Hochspannung
Gerade deshalb richtet sich der Blick vieler Beobachter auf das Rennen um Rang drei. Gleich mehrere Fahrer reisen mit berechtigten Hoffnungen auf ein Spitzenresultat nach Frankreich. Das Tour-Debüt des französischen Supertalents
Paul Seixas, die Ambitionen von
Remco Evenepoel, der rasante Aufstieg von
Isaac del Toro, das enorme Potenzial von
Juan Ayuso und die beeindruckende Form von
Florian Lipowitz machen den Kampf um den letzten Podiumsplatz zu einer der spannendsten Geschichten dieser Tour de France.
Hinzu kommen weitere hochkarätige Kandidaten wie Tom Pidcock, Mattias Skjelmose, Cian Uijtdebroeks, Movistar-Kapitän Lenny Martínez oder Tobias Johannessen. Doch welche fünf Fahrer besitzen die größten Chancen, sich neben Pogacar und Vingegaard einen Platz auf dem Podium der Tour de France zu sichern?
1. Remco Evenepoel
Wenn ein Fahrer als Favorit auf den dritten Gesamtrang gilt, dann ist es Remco Evenepoel. Zwar bestehen weiterhin Zweifel daran, ob der Belgier über drei Wochen mit den stärksten Kletterern der Welt mithalten kann, doch selten hat er sich so gezielt und akribisch auf die Tour de France vorbereitet wie in diesem Jahr.
Sein Wechsel zu Red Bull - BORA - hansgrohe erfolgte mit einem klaren Ziel: ein Projekt aufzubauen, das ihn langfristig zum Tour-de-France-Sieger machen soll. Entsprechend reist Evenepoel mit einer gezielt auf das Hochgebirge abgestimmten Mannschaft nach Frankreich.
Eine seiner größten Stärken bleibt das Zeitfahren. Auch wenn die diesjährige Strecke nur wenige Kilometer gegen die Uhr bereithält, dürfte sich Evenepoel dort erneut einen Vorsprung auf viele seiner direkten Konkurrenten verschaffen.
Auch seine Saisonergebnisse unterstreichen seine Ambitionen. Mit dem Sieg beim Amstel Gold Race sowie Podiumsplätzen bei der Flandern-Rundfahrt und Lüttich–Bastogne–Lüttich hat der Belgier eindrucksvoll seine Klasse bewiesen. Hinzu kommt ein weiterer entscheidender Faktor: Mit seinem Triumph bei der Vuelta a España weiß Evenepoel bereits, was nötig ist, um eine Grand Tour zu gewinnen – ein Erfahrungsschatz, der im Kampf um das Podium von unschätzbarem Wert sein kann.
Remco Evenepoel zählt zu den aussichtsreichsten Kandidaten für einen Podiumsplatz bei der Tour de France 2026 und geht mit Red Bull - BORA - hansgrohe bestens vorbereitet an den Start.
2. Paul Seixas
Mit gerade einmal 19 Jahren hat sich Paul Seixas zum wohl größten Shootingstar des internationalen Radsports entwickelt. Der Franzose steht 2026 vor seinem Debüt bei einer Grand Tour – eine enorme Herausforderung, selbst für die größten Talente. Allerdings reist Seixas nach einem außergewöhnlichen Frühjahr mit entsprechend großem Selbstvertrauen zur Tour de France.
Der Kapitän von Decathlon CMA CGM hat bereits mehrfach bewiesen, dass er mit den stärksten Fahrern der Welt mithalten kann. Bei der Baskenland-Rundfahrt gewann er die Gesamtwertung und sicherte sich zusätzlich drei Etappensiege. Wenig später folgte der nächste große Erfolg mit seinem Triumph beim Flèche Wallonne.
Seinen vielleicht beeindruckendsten Auftritt lieferte Seixas jedoch bei Lüttich–Bastogne–Lüttich ab. Als einziger Fahrer konnte er Tadej Pogacars Attacke an der Redoute zunächst folgen und belegte am Ende den zweiten Platz hinter dem Weltmeister.
Zwar reist der Franzose nach einem Sturz und der anschließenden Aufgabe bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes mit einer nicht ganz optimalen Vorbereitung zur Tour de France. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich die fehlende Erfahrung über drei Wochen auf höchstem Niveau bemerkbar macht. Sein außergewöhnliches Talent deutet jedoch darauf hin, dass er bereits jetzt mit nahezu jedem Fahrer im Peloton konkurrieren kann.
Frankreich wartet seit mehr als vier Jahrzehnten auf den nächsten Toursieger. Die Hoffnungen ruhen nun auf einem Fahrer, der das Potenzial besitzt, eine ganze Generation zu prägen.
3. Florian Lipowitz
Florian Lipowitz steht zwar seltener im Rampenlicht als einige seiner Konkurrenten, doch seine Chancen auf einen Podestplatz sind deshalb keineswegs geringer. Der Deutsche weiß bereits, wie es sich anfühlt, bei der Tour de France auf dem Podium zu stehen, nachdem ihm dieses Kunststück im vergangenen Jahr gelungen war.
Seine Entwicklung verläuft seit Monaten kontinuierlich nach oben, was sich eindrucksvoll in seinen Ergebnissen widerspiegelt. Kurz vor der Tour de France gewann Lipowitz die Tour of Slovenia inklusive zweier Etappensiege. Zuvor musste er sich bei der Tour de Romandie lediglich Tadej Pogacar geschlagen geben und belegte den zweiten Gesamtrang.
Auch bei der Baskenland-Rundfahrt überzeugte der Profi von Red Bull - BORA - hansgrohe mit Platz zwei hinter Paul Seixas. Bei der Katalonien-Rundfahrt wurde er Dritter und musste nur Jonas Vingegaard sowie einem weiteren Fahrer den Vortritt lassen.
Ein zusätzlicher Vorteil könnte die Mannschaftsstrategie von Red Bull - BORA - hansgrohe sein. Mit Remco Evenepoel und Lipowitz verfügt das Team über zwei Fahrer mit realistischen Podiumschancen. Dadurch dürfte sich der größte Druck zunächst auf Evenepoel konzentrieren – eine Ausgangslage, die Lipowitz taktisch in die Karten spielen könnte.
4. Juan Ayuso
Juan Ayusos Saison verlief bislang in zwei völlig unterschiedlichen Phasen. Auf einen beeindruckenden Saisonstart folgte eine Serie unglücklicher Rückschläge.
Bei seinem Debüt für LIDL-Trek überzeugte der Spanier auf Anhieb mit außergewöhnlichen Leistungen. Mit dem Gesamtsieg bei der Volta ao Algarve, wo er unter anderem Paul Seixas hinter sich ließ, unterstrich Ayuso früh seine Ambitionen für die großen Rundfahrten.
Anschließend wendete sich jedoch das Blatt. Bei Paris–Nizza stürzte Ayuso im Gelben Trikot, während er vor Jonas Vingegaard lag. Die Verletzungen zwangen ihn zur Aufgabe und beeinträchtigten auch seine Vorbereitung auf die Baskenland-Rundfahrt, die er ebenfalls nicht beenden konnte.
Nach seiner Rückkehr zeigte der Spanier jedoch schnell wieder seine Klasse. Bei der Tour Auvergne–Rhône–Alpes fuhr er auf das Gesamtpodium und sammelte weiteres Selbstvertrauen für die Tour de France.
Mit LIDL-Trek steht ihm zudem eine äußerst schlagkräftige Mannschaft zur Seite. Ayuso dürfte damit alle Voraussetzungen mitbringen, um bei der Grande Boucle das bislang beste Tour-Ergebnis seiner Karriere einzufahren.
Juan Ayuso reist nach einer wechselhaften ersten Saisonhälfte als Kapitän von LIDL-Trek mit berechtigten Hoffnungen auf ein Spitzenresultat zur Tour de France 2026.
5. Isaac del Toro
Isaac del Toro hätte durchaus das Potenzial, auf dieser Liste noch weiter oben zu stehen. Allerdings unterscheidet sich seine Ausgangslage deutlich von der der übrigen Kandidaten. Während die anderen Fahrer als klare Kapitäne ihrer Teams zur Tour de France reisen, wird der Mexikaner in erster Linie eine Schlüsselrolle an der Seite von Tadej Pogacar übernehmen.
Als einer der wichtigsten Edelhelfer von UAE Team Emirates XRG wird Del Toro vor allem in den Bergen gefordert sein. Dort soll er das Tempo verschärfen und die Angriffe seines Teamkapitäns vorbereiten. Selbst mit dieser anspruchsvollen Aufgabe wäre es jedoch gewagt, ihn aus dem Kreis der Podiumsanwärter auszuschließen.
Seine Saison verlief bislang nahezu makellos. Del Toro gewann die UAE Tour inklusive zweier Etappensiege, setzte sich anschließend auch bei Tirreno–Adriatico durch, wurde Dritter bei Strade Bianche und reist nach seinem Gesamtsieg bei der Tour Auvergne–Rhône–Alpes mit weiterem Rückenwind zur Tour de France.
Dass ein Edelhelfer am Ende selbst weit vorne in der Gesamtwertung landen kann, ist keineswegs ungewöhnlich. Ein aktuelles Beispiel lieferte Mikel Landa, der die Tour de France 2024 trotz seiner Helferrolle für Remco Evenepoel auf dem fünften Gesamtrang beendete.
Hinzu kommt, dass sich Del Toro aktuell in einer der stärksten Formphasen seiner bisherigen Karriere befindet. Sollten ihm die Rennkonstellation und seine Aufgaben für Pogacar in den entscheidenden Momenten die Möglichkeit geben, ausreichend Kräfte zu sparen, besitzt der Mexikaner zweifellos das Niveau, um die Tour de France auf dem Podium zu beenden und gemeinsam mit Pogacar sowie Jonas Vingegaard zu den stärksten Fahrern der Rundfahrt zu gehören.
Die 5 Favoriten auf den letzten Podiumsplatz bei der Tour de France
| Position | Fahrer | Mannschaft |
| 1 | Remco Evenepoel | Red Bull - BORA - hansgrohe |
| 2 | Paul Seixas | Decathlon CMA CGM |
| 3 | Florian Lipowitz | Red Bull - BORA - hansgrohe |
| 4 | Juan Ayuso | LIDL-Trek |
| 5 | Isaac del Toro | UAE Team Emirates XRG |