„Dort hat er Pogacar bereits unter Druck gesetzt“ – Contador nennt den Schlüssel für Vingegaards Tour-de-France-Sieg

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 26 Juni 2026 um 20:00
TadejPogacar_JonasVingegaard (3)
Nach seinem ersten Giro-d’Italia-Sieg im Mai richtet Jonas Vingegaard den Fokus nun voll auf die Tour de France 2026. Der Kapitän von Visma - Lease a Bike will das Gelbe Trikot zurückerobern, das Tadej Pogacar 2024 übernahm, und erneut um den prestigeträchtigsten Titel des Radsports kämpfen.
Die Rivalität zwischen den beiden Ausnahmekönnern hat den Radsport in den vergangenen Jahren geprägt. Nachdem Pogacar die Tour de France 2020 vor Primoz Roglic gewann, folgten drei weitere Gesamtsiege des Slowenen (2021, 2024 und 2025). Vingegaard setzte seinerseits mit seinen Erfolgen in den Jahren 2022 und 2023 eindrucksvolle Ausrufezeichen.

Contador sieht Vingegaards Chancen im Hochgebirge

Alberto Contador hat bei Eurosport seine Einschätzung zur Strecke der Tour de France 2026 und zu Vingegaards Möglichkeiten im Duell mit Pogacar abgegeben. Der dreimalige Toursieger betonte jedoch, dass er den Parcours nicht aus der detaillierten Perspektive eines aktiven Fahrers analysiert habe.
Pogacar und Vingegaard sind die Hauptdarsteller der Tour de France
Jonas Vingegaard will bei der Tour de France 2026 das Gelbe Trikot zurückerobern und laut Alberto Contador vor allem im Hochgebirge angreifen.
„Ich habe die Tour-de-France-Strecke nicht so analysiert, als würde ich sie selbst fahren, wie ein Fahrer. Ich habe sie mir angesehen, sie wirkt attraktiv, es gibt harte Etappen, aber natürlich habe ich nicht auf taktischer Ebene wirklich analysiert, wo man versuchen könnte, Pogacar unter Druck zu setzen“, erklärte Contador.
Dennoch sieht der Spanier einen Streckentyp, auf dem Vingegaard die größten Chancen gegen seinen Rivalen besitzt: das Hochgebirge.
„Aber ich denke, Jonas kann sich gegen Pogacar in bestimmten Momenten am besten auf den sehr hochalpinen Etappen behaupten.“
Contador erinnert daran, dass genau diese Etappen den Ausschlag bei den beiden Tour-de-France-Siegen des Dänen gaben. Damals gelang es Vingegaard, Pogacar auf den anspruchsvollsten Anstiegen der Rundfahrt entscheidend unter Druck zu setzen.
Der ehemalige Profi verweist insbesondere auf schwere Alpenetappen und legendäre Bergankünfte, die bereits in der Vergangenheit häufig das Gesamtklassement entschieden haben.
„Dort haben die Tour-Ausgaben, die Vingegaard gewonnen hat, Tadej wohl Probleme bereitet. Besonders Etappe 15, die Alpe-d’Huez-Tage, sind Momente, die sehr gut die Schlüsseldaten sein könnten.“

Bergankünfte könnten erneut den Unterschied machen

Nach Contadors Einschätzung könnten diese Etappen auch 2026 zum entscheidenden Wendepunkt werden – vorausgesetzt, das Rennen bleibt bis in die Schlussphase offen. Vor allem die Bergankünfte auf den großen Alpenpässen könnten dann über den Gesamtsieg entscheiden.
Darüber hinaus erwartet der Spanier, dass Visma - Lease a Bike taktisch flexibel agieren wird. Statt sich bereits zu Beginn der Rundfahrt auf einen festen Plan festzulegen, könnte das Team den Rennverlauf zunächst beobachten und seine Strategie entsprechend anpassen.
„Ich denke, Jonas, vielleicht ist die Taktik – ich bin mir nicht sicher – aber was sie mit an den Start nehmen, ist zu sehen, wie sich das Rennen entwickelt, und im Verlauf Entscheidungen zu treffen, vor allem mit Blick auf diese letzten Etappen.“
Mit seiner Analyse unterstreicht Contador die außergewöhnliche Rivalität zwischen Vingegaard und Pogacar, die den modernen Profiradsport seit Jahren prägt. Vier Tour-de-France-Siege für den Slowenen stehen bislang zwei Erfolgen des Dänen gegenüber. Für den ehemaligen Tour-Champion spricht vieles dafür, dass auch die Tour de France 2026 erneut im Hochgebirge und durch die richtige Strategie auf den entscheidenden Bergetappen entschieden wird.
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