Mathieu van der Poel wechselt nach Tour-Spektakel mit Tadej Pogacar aufs Mountainbike – WM-Training in Italien

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 10 August 2026 um 13:30
Mathieu van der Poel
Mathieu van der Poel hat sein Rennrad vorerst beiseitegestellt und gegen das Mountainbike getauscht. Nur zwei Wochen nach seinen spektakulären Auftritten bei der Tour de France richtet der Niederländer seinen Fokus damit auf eine andere Disziplin – und auf ein großes Ziel, das in seiner außergewöhnlichen Karriere bislang noch fehlt.
Der ehemalige Weltmeister präsentierte sich bei der Grande Boucle in herausragender Form, gewann zwei Etappen aus Ausreißergruppen und trug außerdem dazu bei, dass sein Alpecin-Premier Tech-Teamkollege Jasper Philipsen einen weiteren bedeutenden Sieg feiern konnte. Für Van der Poel waren es drei ereignisreiche Wochen in Frankreich, die er mit einem spektakulären Auftritt auf der Schlussetappe in Paris beendete.

Van der Poel jagt den fehlenden WM-Titel

Mittlerweile trainiert Van der Poel im Trainingslager in Livigno wieder auf dem Mountainbike. Der Fokus ist klar auf die anstehenden Weltmeisterschaften gerichtet. Während der 31-Jährige sowohl im Cyclocross als auch auf der Straße bereits das Regenbogentrikot erobern konnte, fehlt ihm der Weltmeistertitel auf dem Mountainbike noch in seiner Sammlung. Sein bislang bestes WM-Ergebnis in dieser Disziplin ist die Bronzemedaille aus dem Jahr 2018.
Schon während der Tour de France hatte Van der Poel seinen Plan für die kommenden Wochen skizziert. Demnach möchte er bei den Weltmeisterschaften um den Titel kämpfen und sich zuvor mit einem Start im Weltcup die nötige letzte Wettkampfschärfe holen. Im Mountainbike trifft der Niederländer unter anderem auf Tom Pidcock.
Im vergangenen Jahr belegte Van der Poel bei den Weltmeisterschaften in Crans-Montana in der Schweiz den 29. Platz. Das Cross-Country-Rennen der Elite-Männer bei der Mountainbike-WM 2026 findet am 30. August in Val di Sole in Italien statt.

Nach der Tour gilt der volle Fokus dem Mountainbike

Für Van der Poel beginnt damit eine rund einmonatige Phase, in der sich nahezu alles um die Vorbereitung auf den Kampf um die Regenbogenstreifen drehen soll.
Mathieu van der Poel besiegt Tadej Pogacar und die Sprinter in Paris.
Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar sorgten auf der Schlussetappe der Tour de France 2026 in Paris für ein spektakuläres Finale. Nun richtet der Niederländer seinen Fokus auf die Mountainbike-WM.
„Nach der Tour liegt der volle Fokus auf dem Mountainbiken. Ich habe dann etwa einen Monat, um mich auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten.“
Vor dem Saisonhöhepunkt plant der Niederländer noch einen letzten Formtest im Weltcup. „Normalerweise fahre ich noch ein Weltcup-Rennen, wie vergangenes Jahr in Les Gets [23.08., Anm.], und dann geht's weiter zu den Weltmeisterschaften.“
Nach seinem Ausflug auf das Mountainbike soll Van der Poel auch auf die Straße zurückkehren. Die beiden kanadischen WorldTour-Eintagesrennen GP de Quebec und GP de Montreal am 11. beziehungsweise 13. September stehen in seinem Programm. Anschließend könnte am 27. September noch das Straßenrennen der Elite-Männer bei den Weltmeisterschaften folgen.

Spektakuläres Tour-Finale mit Pogacar in Paris

Dass Van der Poel die Tour de France mit hervorragender Form verlassen hat, bewies er noch einmal eindrucksvoll auf der Schlussetappe in Paris. In einem nervenaufreibenden Finale mobilisierte der Niederländer seine letzten Kräfte, hielt die herannahenden Sprinter in Schach und ließ schließlich auch Tadej Pogacar im Sprint bis zur Ziellinie hinter sich.
„Ich glaube, jeder hat schon gesehen, dass ich im Finale sehr tief gehen kann“, sagte Van der Poel gegenüber NOS. „Ich habe es schon ein paar Mal gesagt, aber das war vielleicht das Tiefste, das ich je gegangen bin.“
Nach der letzten Passage über Montmartre hatten sich Van der Poel und Pogacar gemeinsam einen soliden Vorsprung herausgefahren. Doch die gut organisierte Verfolgungsarbeit von Decathlon CMA CGM ließ ihren Abstand auf den letzten fünf Kilometern schnell zusammenschmelzen.
Zeitweise glaubte selbst Van der Poel nicht mehr daran, seinen Vorsprung bis ins Ziel retten zu können. „Ich dachte eigentlich, es wäre vorbei“, sagte der Niederländer.
Dennoch entschied er sich auf den letzten Metern für einen finalen Kraftakt. „Mit 500 Metern bis zum Ziel dachte ich, ich habe nichts mehr zu verlieren. Ich habe den Kopf runtergenommen und so hart wie möglich bis ins Ziel getreten.“
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