Cian Uijtdebroeks war Movistars Königstransfer für die Saison 2026, doch ausgerechnet beim wichtigsten Rennen des Sommers lief für den Belgier kaum etwas nach Plan. Eine Erkrankung und die brutalen Wetterbedingungen zwangen ihn bei der Tour de France zur vorzeitigen Aufgabe. Nun richtet Uijtdebroeks seinen Blick nach vorne: Bei der
Vuelta a Espana soll er als einer der Kapitäne von
Movistar Team einen neuen Angriff auf die Gesamtwertung starten.
Der Belgier arbeitet seit seinem Tour-Aus gezielt an seiner Rückkehr und absolvierte zuletzt ein Höhentrainingslager in Andorra. Rund anderthalb Wochen vor dem Start der Spanien-Rundfahrt steht fest, dass Uijtdebroeks Teil des Movistar-Aufgebots sein wird. Gemeinsam mit Enric Mas soll er die Ambitionen der spanischen Mannschaft im Gesamtklassement tragen.
Uijtdebroeks will seiner ersten Movistar-Saison Glanz verleihen
Uijtdebroeks war bei der Teampräsentation von Movistar Team im vergangenen Dezember in Valencia eines der großen Gesichter der Mannschaft. Der Belgier brachte einen neuen Akzent in einen ansonsten nahezu vollständig spanisch geprägten Kader. Seine Verpflichtung war für Movistar ein bedeutender Transfercoup, für den die Verantwortlichen hinter den Kulissen intensiv gearbeitet hatten. Schließlich stand Uijtdebroeks zu diesem Zeitpunkt noch bei Visma - Lease a Bike unter Vertrag.
Cian Uijtdebroeks arbeitet nach seinem krankheitsbedingten Tour-Aus an seinem Comeback. Bei der Vuelta a Espana soll der Belgier gemeinsam mit Enric Mas die Gesamtwertung für Movistar Team angreifen.
Mit dem Belgier sicherte sich Movistar Team einen potenziellen Kapitän, der nach mehr als einem Jahr voller Probleme bei der niederländischen Mannschaft endlich wieder vollständig gesund war. Die ersten Resultate bestätigten den Aufwärtstrend: Uijtdebroeks wurde Fünfter bei Milano-Torino, Achter bei der Katalonien-Rundfahrt und Zwölfter bei der Baskenland-Rundfahrt. Dort verlor er – ebenso wie Primoz Roglic – auf der Schlussetappe noch mehrere Positionen.
Als große Saisonziele hatte Uijtdebroeks insbesondere die Ardennen-Klassiker und die Tour de France ins Auge gefasst. Bei der Tour Auvergne - Rhone-Alpes belegte er Rang sieben und untermauerte mit starken Leistungen in den Bergen, dass ein Platz unter den besten Zehn der Tour-Gesamtwertung ein realistisches Ziel sein konnte. Bei der Grande Boucle selbst nahm das Rennen für ihn allerdings schnell eine völlig andere Richtung.
Nach den beiden Etappen in Barcelona erklärte Movistar Team schließlich, warum der Belgier deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben war: „Cian Uijtdebroeks kämpft seit gestern mit einem fiebrigen Infekt, der ihn auf den letzten zwei Etappen weit von seiner Bestform entfernt hat. Es ist nicht der Tour-de-France-Start, den wir erwartet hatten, aber Cian hat in diesen schwierigen Tagen die volle Unterstützung seiner Teamkollegen und des Staffs. Das Team wird seine Entwicklung in den kommenden Etappen weiter genau beobachten.“
Auf der sechsten Etappe war schließlich Schluss. Uijtdebroeks hatte bereits früh in den Bergen der Pyrenäen große Schwierigkeiten und musste das Rennen vorzeitig beenden. Zu diesem Zeitpunkt gab sein Gesundheitszustand bereits Anlass zur Sorge, wie Sportdirektor Jurgen Roelands anschließend erläuterte.
„Die Hitze und seine Magenprobleme sorgten dafür, dass er weder ausreichend Flüssigkeit noch Energie bei sich behalten konnte. Nachdem er in der Abfahrt vom Aspin erbrochen hatte, sagten wir ihm, dass es genug sei.“
Vuelta-Start rückt immer näher
Seit seinem Ausstieg bei der Tour de France hat Uijtdebroeks kein Rennen mehr bestritten. Stattdessen arbeitete der Belgier im Höhentraining in Andorra an seiner Form und bereitete sich gezielt auf sein nächstes großes Saisonziel vor. Mittlerweile hat er bestätigt, dass er bei der kommenden Vuelta a Espana für Movistar Team an den Start gehen wird.
„Nachdem ich die Tour wegen Krankheit verlassen musste, haben wir gemeinsam mit @xamuot (Trainer Xabier Muriel, Red.) und dem Team den Wiederaufbau und die Vorbereitung auf die Vuelta gestartet“, schrieb Uijtdebroeks auf Instagram. „Tag für Tag und Schritt für Schritt arbeiten wir daran, zum Start in Monaco bei 100 % zu sein. Ich freue mich darauf, bald wieder im Peloton zu sein!“
Für Movistar Team besitzt die Vuelta traditionell einen besonderen Stellenwert. Während die Startliste zunehmend Gestalt annimmt, steht auch das Aufgebot der spanischen Mannschaft bereits nahezu vollständig fest. Enric Mas soll gemeinsam mit Uijtdebroeks ein starkes Ergebnis in der Gesamtwertung anvisieren.
In den Bergen sollen Einer Rubio und Nairo Quintana wichtige Helferdienste übernehmen, gleichzeitig aber auch ihre eigenen Chancen auf Etappensiege nutzen. Hinzu kommen Ivan Romeo, Pablo Castrillo und Raul Garcia Pierna, die insbesondere an hügeligen Tagen aus Ausreißergruppen heraus gefährlich werden können. Ein weiterer Fahrer wird den achtköpfigen Kader von Movistar Team für die Vuelta a Espana noch komplettieren.