„Ich dachte: Was passiert hier eigentlich?“: Van der Haar verabschiedet sich von den niederländischen Meisterschaften mit emotionaler Silbermedaille

Cyclocross
Montag, 12 Januar 2026 um 9:30
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Alles endet irgendwann, und dieses Wochenende markierte die letzten nationalen Meisterschaften für Lars van der Haar. Der erfahrene Niederländer hat bereits angekündigt, seine lange und erfolgreiche Karriere nach der Saison 2025/2026 zu beenden – den Abschied wollte er stilvoll einläuten. Am Ende fehlten nur wenige Sekunden auf den neuen Meister Tibor Del Grosso, doch Van der Haars Silber fühlte sich für ihn fast wie ein Sieg an.

Silber dank beeindruckender Aufholjagd

Das Rennen wurde zum Duell der Generationen. Tibor Del Grosso, eines der größten Talente im Cross, schien den Titel bereits sicher zu haben. Doch in den Schlussrunden fand Van der Haar einen zweiten Atem. Er ließ Teamkollege Pim Ronhaar stehen und begann, die Lücke zur Spitze zu schließen – die Zuschauer gerieten aus dem Häuschen.
„Ich habe gemerkt, dass die Leute völlig ausrasten, aber ich wurde selbst auch verrückt. Ich dachte: Was passiert hier eigentlich?“, sagte Van der Haar im Gespräch mit In de Leiderstrui.
Er gab zu, nicht auf Sieg gefahren zu sein; sein Fokus lag zunächst allein auf dem Podium. „Ich habe alles gegeben, aber ganz ehrlich: Daran habe ich beim Angriff aus der Gruppe überhaupt nicht gedacht. Ich war nur auf Platz drei fixiert“, erklärte er.
„Das ging mir durch den Kopf: Es wäre so schön, noch einmal auf dem Podium zu stehen. Vielleicht habe ich dadurch zu wenig nach vorne geschaut, aber andererseits hatte ich so am Ende noch Reserven. Weil ich als Letzter in dieser Gruppe gefahren bin.“
Als ihm klar wurde, dass sogar Gold in Reichweite lag, war es einen Tick zu spät, um die letzte Lücke zu Del Grosso zu schließen. „Erst ganz am Ende dachte ich selbst, dass es möglich wäre, aber am Ende waren es eben genau die fünf Sekunden zu viel, und Tibor konnte es halten.“
Lars van der Haar jubelt über Silber bei den niederländischen Meisterschaften in Huijbergen
Van der Haar hat bislang 41 Profi-Siege

Keine leichte Vorbereitung

Van der Haars Leistung war umso bemerkenswerter angesichts seiner Form in den vergangenen Rennen. Seine Weihnachtszeit wurde offenbar von einem unglücklichen Zwischenfall zuhause mit der Familie beeinflusst.
„Ich hatte keinen idealen Einstieg in die Weihnachtsperiode, denn kurz zuvor bin ich mit meiner Tochter die Treppe heruntergestürzt und dabei umgeknickt“, berichtete er. „In Hofstade bin ich dann über den anderen Knöchel gegangen, was einfach nur nervig war.“
Diese Blessuren zwangen ihn, einige Rennen auszulassen, um rechtzeitig für die nationalen Meisterschaften zu regenerieren. „Das machte die Zeit ziemlich mies, aber ich habe pausiert, ein paar Rennen ausgelassen und jetzt war mein Knöchel bei 90 Prozent. Und das hat gereicht, um hier Zweiter zu werden.“
Der Kurs in Huijbergen nimmt in Van der Haars Statistik einen besonderen Platz ein. Das Ergebnis vom Sonntag sicherte ihm eine perfekte Podiumsserie auf genau dieser Strecke.
„Ich habe alles gegeben und finde es schön, meine letzten nationalen Meisterschaften als Vize-Meister zu beenden. Ich bin hier in Huijbergen fünf Meisterschaften gefahren und habe fünfmal eine Medaille geholt – ein würdiger Abschluss“, bilanzierte er.
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