Thibau Nys verteidigte in Beringen seinen belgischen Elitetitel im Cross nach einem Rennen, das von früher Kontrolle in späte Chaosmomente kippte und sich erst auf den letzten Metern entschied.
Nys triumphiert in Beringen: Drama, Sturz und Titelverteidigung
Europameister Toon Aerts führte auf den Kurs, doch Nys preschte sofort nach vorn und erhöhte am Terril das Tempo. Eine frühe Spitzengruppe formierte sich mit Nys, Aerts,
Emiel Verstrynge, Michael Vanthourenhout, Joran Wyseure, Toon Vandebosch und Niels Vandeputte. Nys zog die Kette schnell in die Länge, setzte sich kurz ab, bevor Verstrynge reagierte. Ein Sturz brachte die Gruppe durcheinander: Verstrynge rutschte weg, Aerts wurde aufgehalten, während Vanthourenhout bei Nys blieb.
Das erneute Zusammenschluss hielt nicht. Am nächsten langen Anstieg beschleunigte Nys wieder, nur Vanthourenhout konnte folgen. Dahinter fuhr Vandeputte auf Rang drei, gejagt von Verstrynge und Aerts. Am längsten Anstieg legte Nys nochmals nach, blieb auf den Pedalen, während andere liefen, und riss rund acht Sekunden auf. Vanthourenhout begrenzte den Schaden, doch die Verfolger überbrückten nicht.
In Runde drei machte Nys bergauf erneut den Unterschied. Vier Runden vor Schluss führte er mit etwa 12 Sekunden vor Vanthourenhout, Verstrynge lag bei rund 16, Vandeputte bei knapp 20 Sekunden. Dahinter zerfiel Aerts’ Rennen nach einem weiteren Sturz – die Podiumschance war dahin.
Zur Rennmitte wirkte Nys voll unter Kontrolle, mit rund 16 Sekunden Vorsprung auf das Duo Vanthourenhout/Verstrynge. Dann drehte sich das Blatt. In einer schnellen Abfahrt verlor Nys in einer tiefen Rille die Balance und stürzte. Er stieg schnell wieder auf, doch der Abstand schmolz rasch. Am längsten Anstieg kurz darauf verzog Nys das Gesicht, als er zurückblickte und die Verfolger näherkommen sah.
Zwei Runden vor Schluss attackierte
Emiel Verstrynge, ließ Michael Vanthourenhout stehen und verkleinerte die Lücke auf nur fünf Sekunden. Aus Dominanz wurde ein Kampf ums Überleben. Nys suchte seinen Rhythmus und fand ihn allmählich wieder, während Verstrynge am Limit fuhr und sich früh in der Runde einen kleinen Fehler leistete. Nys dehnte den Abstand am längeren Bergaufstück leicht aus.
Zu Beginn der Schlussrunde führte Nys mit rund zehn Sekunden. Doch Verstrynge ließ nicht locker. Er kam auf sieben, dann auf fünf Sekunden heran. Nys blickte immer wieder über die Schulter, die Spannung stieg.
In einem steilen Laufstück musste Nys zwischen zwei Anstiegen kurz stehen bleiben. Die Gefahr kulminierte, doch auch Verstrynge tat sich dort schwer und konnte es nicht voll ausnutzen. Richtung Ziel kam Verstrynge erneut auf etwa fünf Sekunden heran, leistete sich dann aber einen kleinen Fehler, just als die Linie ins Sichtfeld rückte.
Für einen Moment sah es sogar nach einem Sprint aus. Stattdessen kam das Ziel rechtzeitig für
Thibau Nys, der nach einem Rennen aus Kontrolle, Einbruch und Courage seinen zweiten belgischen Crosstitel in Serie sicherte.