Thymen Arensman machte die
10. Etappe des Giro d’Italia zu seinem großen Durchbruch und kletterte nach einem hervorragenden Auftritt im 42-km-Einzelzeitfahren von Viareggio nach Massa aufs provisorische Podium.
Der Niederländer wurde Etappenzweiter hinter Teamkollege
Filippo Ganna und komplettierte damit einen dominanten Netcompany INEOS-Doppelsieg an einem Tag, der die Spitze der Gesamtwertung neu ordnete. Ganna war im Kampf um den Sieg unantastbar und stoppte die Uhr bei 45:53, doch Arensmans Fahrt wog fürs Klassement schwer: Er sprang von Rang sechs auf drei.
Nach dem Ziel
fasste Arensman die Stimmung auf Instagram zusammen und schrieb: „Sehr zufrieden mit der heutigen Leistung.“
Arensman verwandelt das Zeitfahren in einen Giro-Podestcoup
Die 10. Etappe galt für Arensman als Chance, Zeit gutzumachen, doch das Ausmaß seines Sprungs überraschte. Er lag 1:54 hinter Ganna, aber fünf Sekunden vor Remi Cavagna und deutlich vor der restlichen GC-Gruppe.
Jonas Vingegaard verlor 3:00 auf Ganna, Afonso Eulalio 4:57, Felix Gall 4:22 und Jai Hindley 3:31. Arensman war damit der größte Gewinner unter den Gesamtklassementskandidaten.
Seine Reaktion zeigte, dass der Erfolg kein Zufall war. „Ein Resultat aus starker Vorbereitung gemeinsam mit dem Team und wirklich guten Beinen heute“, schrieb er.
Der Teamfaktor war entscheidend. Netcompany INEOS gewann nicht nur durch Ganna die Etappe. Sie brachten auch Arensman auf Rang zwei, schoben ihn auf das Podest und lieferten eines der stärksten kollektiven Zeitfahrergebnisse dieses Giros ab.
Netcompany INEOS feiert perfekte 10. Etappe
Arensman nahm es auch mit Humor, fast zwei Minuten hinter einem Teamkollegen zu landen und dennoch einen seiner besten Grand-Tour-Tage zu erleben. „Zwei Minuten langsamer als Filippo Ganna zu sein, hat sich noch nie so gut angefühlt“, postete er.
Das brachte den Tag auf den Punkt. Gegen Ganna kam niemand heran. Gegen die übrigen Klassementsfahrer war Arensman herausragend. Das Ergebnis verändert nun seine Giro-Perspektive. Eulalio bleibt in Rosa, Vingegaard ist Zweiter mit 27 Sekunden Rückstand, doch Arensman liegt nun als Dritter 1:57 zurück und ist vor der Rückkehr ins selektivere Terrain fest im Podestkampf.
Arensman schloss seinen Beitrag, indem er den Teamanteil betonte: „Danke ans Team, Glückwunsch Pippo. Heute gibt’s Champagner. Danke für all den Support!“
Für Ganna war die 10. Etappe ein lang ersehnter Zeitfahrsieg. Für Arensman könnte es der Tag sein, an dem seine Podestambitionen beim Giro endgültig Gestalt annahmen.