„Ich hatte mir von Jonas Vingegaard mehr erwartet ... vielleicht war er ein wenig krank oder so“ – Geraint Thomas fragt sich, ob der Visma-Kapitän beim Giro d’Italia ‚außer Form‘ ist
Radsport
Jonas Vingegaard rückte auf Etappe 10 des Giro d’Italia der Maglia Rosa näher, doch seine Vorstellung im einzigen Einzelzeitfahren des Rennens wirft neue Fragen auf, ob der Team Visma | Lease a Bike-Kapitän wirklich bei seinem gewohnten Niveau ist.
Der Däne reduzierte Afonso Eulalios Gesamtführung von 2:24 Minuten auf nur 27 Sekunden auf dem 42-km-Kurs von Viareggio nach Massa, beendete die Etappe jedoch nur als 13., drei Minuten hinter Filippo Ganna. Das reichte, um den GC-Kampf anzuziehen, aber nicht, um in Rosa zu fahren an einem Tag, an dem viele mit der Übernahme der Gesamtführung gerechnet hatten.
Im neuesten Watts Occurring-Podcast räumte Geraint Thomas ein, dass Vingegaard nicht ganz die erwartete Fahrt ablieferte.
„Jonas war ein bisschen, ich hatte mehr von ihm erwartet“, sagte Thomas. „Vielleicht ein wenig neben der Spur, würde ich sagen. Ich will niemandem zu nahe treten, vielleicht ist das etwas hart, aber ich denke, man hatte eher eine bessere Leistung erwartet.“
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Thomas hinterfragt Auftritt auf Etappe 10
Etappe 10 galt stets als großer Test für Eulalios Rosa, doch sie wurde auch zum Gradmesser von Vingegaards Form. Das flache, kraftbetonte Zeitfahren lag ihm nicht perfekt, dennoch war die Erwartung vor dem Start, dass er genug Zeit gutmachen könnte, um die Führung zu übernehmen.
Stattdessen nahm Vingegaard Eulalio 1:57 Minuten ab, verlor aber 1:06 Minuten auf Thymen Arensman, der hinter Ganna Zweiter wurde. Damit rückte der Däne näher an Rosa heran, ohne jedoch die deutlich dominante Vorstellung, die viele erwartet hatten.

Thomas ist beim Giro für Netcompany INEOS im Einsatz
Bergdominanz ebenfalls unter der Lupe
Thomas’ Punkt bezog sich nicht nur auf das Zeitfahren. Vingegaard hatte bei diesem Giro bereits beide Bergankünfte gewonnen, am Blockhaus und erneut am Corno alle Scale, doch Thomas deutete an, dass der Abstand zwischen dem Dänen und dem übrigen Klassementfeld nicht so groß wirkt wie erwartet.
„Vielleicht war er ein bisschen krank oder so“, ergänzte Thomas. „Auch an diesen Bergtagen, nicht falsch verstehen, er hat alle zerlegt, er hat zwei Etappen gewonnen, aber gemessen an den Maßstäben, die er zusammen mit Pog gesetzt hat, hätte ich erwartet, dass der Abstand zu Gall größer wäre, wenn er bei seiner früheren Bestform wäre.“
Das war die entscheidende Nuance. Thomas behauptete nicht, Vingegaard sei schwach. Der Visma-Kapitän hat zwei Etappen gewonnen, Zeit auf die Rivalen gutgemacht und liegt nun innerhalb einer halben Minute zur Giro-Spitze. Doch Thomas findet, die Dominanz wirkt nicht ganz so erdrückend, wie es der Ruf des Dänen vermuten lässt.
Connor Swift stimmte zu, dass ein größerer Abstand zu erwarten gewesen wäre, und erwiderte: „Ein bisschen größer, ja.“
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„Heute hat es einfach nicht geschnackelt“
Thomas trieb den Punkt weiter und verband Vingegaards Auftritt auf Etappe 10 mit dem bisherigen Rennmuster. „Es fühlt sich einfach so an, als sei diese Lücke zwischen dem Rest, sozusagen, und Jonas an den Bergtagen deutlich kleiner“, sagte er. „Heute hat es einfach nicht geschnackelt.“
Diese Aussage verleiht der Debatte Brisanz. Vingegaard bleibt in starker Position, doch Etappe 10 nährte den Eindruck, dass er noch nicht auf dem außergewöhnlichen Niveau fährt, das er in früheren großen Landesrundfahrten gezeigt hat.
Ein weiterer Aspekt des Ergebnisses: Vingegaard übernahm nicht die Maglia Rosa, was für Visma nicht unbedingt unerwünscht sein muss. Rosa früh in einer Grand Tour bedeutet Zusatzaufgaben, mehr Medienpflichten und die tägliche Last der Kontrolle.
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Swift vermutete, Vingegaard ärgere sich eher über die Fahrer, die ihn an diesem Tag schlugen, als über das entgangene Rosa. „Glaube ich nicht“, sagte Swift auf die Frage, ob Vingegaard bereits Rosa wollte. „Ich denke, er wird mehr darüber verärgert sein, dass er einige der anderen GC-Jungs nicht geschlagen hat und etwas Zeit verloren hat, als darüber, nicht Rosa genommen zu haben.“
Thomas verwies zudem auf den taktischen Vorteil, Bahrain - Victorious vorerst die Kontrolle zu überlassen. „Es ist in Ordnung. Bahrain kann noch drei Tage kontrollieren“, sagte er.
Giro weiter in Richtung Vingegaard geneigt
Das ist die Lage um Vingegaards Giro nach Etappe 10. Er verpasste die erwartete Chance auf Rosa, was Visma jedoch die unmittelbare Last der Verteidigung ersparen könnte. Gleichzeitig verschärft die Niederlage gegen Arensman und mehrere andere Fahrer gegen die Uhr Thomas’ grundsätzliche Frage, ob der Däne derzeit bei seinem absoluten Maximum ist.
Thomas betonte dennoch, dass Vingegaard in einer sehr starken Position bleibt. Der Däne lieferte nicht die dominante Fahrt, die viele antizipierten, liegt nach dem Zeitfahren aber nur 27 Sekunden hinter Eulalio, mit dem Großteil der schwersten Giro-Anstiege noch vor sich.
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„Abgesehen davon führt er immer noch unter den GC-Jungs, immer noch in einer wirklich starken Position“, sagte Thomas. „Ein Teil von mir denkt, vielleicht war er nicht bei 100%, oder es war ein kleiner schlechter Tag.“
Vingegaard hat das Trikot noch nicht übernommen, und Etappe 10 brachte nicht die Statement-Leistung, die viele erwartet hatten. Doch er ist nun so nah an Rosa, dass eine Beschleunigung in den Bergen das Rennen weiterhin komplett kippen könnte.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Anfang 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de. Er berichtet dort über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Rennberichten, Einordnungen und Hintergrundtexten, mit denen er sportliche Entwicklungen im Peloton verständlich und präzise erklärt. Bei großen Renntagen arbeitet er zudem mit Live-Formaten, um das Geschehen fortlaufend zu dokumentieren und zeitnah einzuordnen.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er sportlich selbst aktiv und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026










