„Ich blickte nach hinten und dachte: ‚Oh mein Gott, ich muss vielleicht sprinten‘“ – Demi Vollering wehrt epische Aufholjagd von Puck Pieterse an der Mur de Huy ab

Radsport
Mittwoch, 22 April 2026 um 19:30
Demi Vollering bei der Flandern-Rundfahrt 2026
Demi Vollering behielt auf der Mur de Huy die Nerven und gewann La Flèche Wallonne Femmes 2026, trotzte dabei einem späten Antritt von Puck Pieterse in einem dramatischen Bergauf-Finale, das erst auf den letzten Metern entschieden wurde.
Nach einem langgezogenen Vorstoß am entscheidenden Anstieg schien die Niederländerin das Rennen im Griff zu haben, ehe Pieterse in den Schlussmetern rasant näherkam und das Finale zu einem Nervenkrimi bis zur Linie machte.

Long-range-Attacke ebnet den Sieg

Das Rennen war bereits vor dem Schlussanstieg von offensivem Fahren geprägt. Mehrere Attacken und eine verkleinerte Spitzengruppe sorgten dafür, dass die Favoritinnen mit müden Beinen an der Mur de Huy ankamen.
Im Trikot von FDJ-SUEZ wurde Vollering ideal in Position gebracht und setzte früh konsequent auf ihr Tempo, mit jener langen, gleichmäßigen Beschleunigung, die zu ihrem Markenzeichen an diesem Anstieg geworden ist. „Ich bin sehr glücklich über den Sieg und ich finde, es war ziemlich beeindruckend“, sagte sie anschließend.
Ihr Antritt riss schnell eine Lücke, der zunächst nur eine kleine Auswahl folgen konnte, als die Steigung richtig wehtat.

Pieterses Antritt sorgt spät für Spannung

Dahinter stockte die Verfolgung kurz, bevor Pieterse ihre eigene Attacke lancierte und den Abstand Meter um Meter schloss, als der Anstieg Richtung Ziel leicht abflachte.
Vollering, die sich zunächst nicht umgeblickt hatte, erkannte plötzlich die Gefahr. „Ich hatte nicht hinter mich geschaut, aber kurz vor dem Ziel tat ich es und sah Puck kommen“, erinnerte sich die ehemalige Tour de France Femmes-Siegerin. „Ich dachte: ‚Oh mein Gott, ich muss vielleicht doch noch sprinten.‘“
Trotz des Drucks widerstand Vollering dem Impuls, die Taktik zu ändern, und blieb voll bei ihrem ursprünglichen Effort. „Aber ich bin einfach weiter in meinem eigenen Rhythmus gefahren. Vor allem wollte ich es später nicht bereuen. Es gab kein Zurück.“

Teamkontrolle macht den Unterschied

Der Sieg fußte auch auf einer starken Kollektivleistung. FDJ-SUEZ prägte das Rennen lange vor dem letzten Anstieg. „Ich bin sehr stolz auf sie. Wir hatten das Rennen immer unter Kontrolle.“
Vom Tempo auf dem lokalen Rundkurs bis zur perfekten Positionierung ihrer Kapitänin am Fuß der Mur setzte das Team den Plan präzise um. „Ich habe meine Teamkolleginnen bis zur Ziellinie gepusht, aber sie haben einen perfekten Job gemacht. Der Lead-out an der Mur war ebenfalls perfekt.“

Starker Schluss belohnt offensives Rennen

Pieterse wurde nach ihrem späten Antritt letztlich Zweite, während Paula Blasi nach einem starken Anstieg das Podium komplettierte. Anders als im Männerrennen zuvor war die Frauen-Ausgabe von anhaltender Aggressivität und früher Selektion geprägt, die entscheidende Gruppe formierte sich deutlich vor der Mur de Huy.
Diese Intensität trug bis ins Ziel, wo Vollerings frühe Entschlossenheit und ihr Vermögen, unter Druck das Tempo zu halten, knapp ausreichten, um einen der engsten Siege der bisherigen Ardennen-Woche zu sichern.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading