Wout van Aerts Frühjahrsfahrplan schien gesetzt.
Nach seinem Comeback nach Sturz und Rang drei bei Mailand–Sanremo sollte der Fokus klar auf Regeneration und Feinschliff für die Pflaster-Monumente liegen. Nun wirkt dieser Plan weniger in Stein gemeißelt als gedacht.
Laut HLN ist es „noch nicht zu 100 % sicher“, dass Van Aert die
E3 Saxo Classic auslässt, womit eine späte Ergänzung seines Rennprogramms möglich bleibt. Eine finale Entscheidung wird für Mittwochmorgen erwartet.
Sanremo-Auftritt verändert die Debatte
Van Aerts Fahrt in Sanremo prägte bereits die Erzählung Richtung Klassiker. Nach einem Sturz rund 34 Kilometer vor dem Ziel musste er in die Verfolgung, kämpfte sich zurück und setzte spät an, um Rang drei zu sichern. Eine Leistung aus Zähigkeit und aufsteigender Form, die seine wachsende Verfassung vor den Frühlingshöhepunkten unterstrich.
Der ursprüngliche Plan passte dazu. Statt bei der
E3 Saxo Classic zu starten, war ein fokussierter Trainingsblock vorgesehen, mit Priorität auf die Vorbereitung für die Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix statt zusätzliche Renntage.
Das Auslassen von E3 würde zwei zusätzliche Trainingstage ermöglichen – eine bewusste Entscheidung seines Trainers, angelehnt an das Tapering vor Mailand–Sanremo.
Team Visma | Lease a Bike denkt neu
Allerdings zwingen teaminterne Umstände zu einer breiteren Neubewertung.
Matthew Brennans Ausfall bei Mailand–Sanremo wegen Krankheit hat Vismas Planung für die nächsten Wochen durcheinandergebracht. Der junge Brite war für prominente Rollen in den kommenden Rennen wie Gent–Wevelgem und Dwars door Vlaanderen vorgesehen, seine Verfassung schafft nun Unklarheit. Folglich arbeitet das Team seine Optionen im gesamten Aufgebot neu durch.
Dazu gehört die Abwägung, kurzfristig Rennen oder zusätzliche Trainingsblöcke einzuschieben – je nach Verfügbarkeit und Form der Fahrer. In diesem Prozess taucht Van Aert als mögliches Puzzleteil auf, wenn auch eher am Rand.
Wout van Aert crosses the line at Milano-Sanremo 2026
Entscheidung steht bevor
Trotz der Spekulationen gilt eine Änderung von Van Aerts Programm weiterhin als unwahrscheinlich. Sein Fahrplan ist seit Monaten ausgearbeitet, und das starke Sanremo-Ergebnis hat am grundlegenden Ansatz nichts verändert.
Externe Faktoren könnten ebenfalls einfließen. Die Prognosen für die E3 Saxo Classic deuten auf kaltes, nasses Wetter hin – ein Szenario mit klaren Risiken zu diesem Zeitpunkt der Saison.
Im Vorjahr tat sich Mathieu van der Poel bei ähnlichen Bedingungen mit der Kälte schwer und erkrankte vor der Flandern-Rundfahrt – ein Ausgang, den Van Aert und sein Team vermeiden wollen. Dennoch bleibt die Möglichkeit bestehen, da Visma einen Start nicht vollständig ausschließt.
Vorerst wird erwartet, dass Van Aert dem geplanten Kurs treu bleibt. Bis die Entscheidung bestätigt ist, bleibt jedoch die Chance auf eine späte Kurskorrektur im Raum.