E3 Saxo Classic 2026 Vorschau, Profil, Favoriten & Prognosen – Wird Mathieu van der Poel den „Mini-Ronde van Vlaanderen“ dominieren?

Radsport
Freitag, 27 März 2026 um 16:12
Mathieu van der Poels größter Gegner wird Tadej Pogacar sein. Gewinnt er in Roubaix zum zweiten Mal in Folge?
Am 27.03. stellt sich das Peloton der E3 Saxo Classic, oft als „Mini-Ronde van Vlaanderen“ bezeichnet. Mit Paterberg und Oude Kwaremont auf dem Programm ist sie dem ersten Kopfsteinpflaster-Monument am ähnlichsten und zentraler Baustein vieler Frühjahrspläne. Wir blicken auf das Profil; Start und Ziel sind auf 12:50 bzw. 17:10 Uhr CET geschätzt.
Die Premiere des Rennens datiert auf 1958, Sieger war Armand Desmet. Belgien-Ikone Rik van Looy gewann viermal zwischen 1964 und 1968, direkt danach prägte auch Roger De Vlaeminck die Historie. E3 besitzt nicht die Palmarès der Ronde, liegt aber dicht dahinter – so umkämpft, dass selbst Eddy Merckx trotz mehrerer Anläufe nie triumphierte.
Auch einige Sprinter setzten hier Akzente, darunter Mario Cipollini 1993 und zuletzt natürlich Peter Sagan. Die Flandrien-Legenden waren über Generationen präsent und erfolgreich: Johan Museeuw, Peter Van Petegem, Tom Boonen (vier Siege in Serie 2004 bis 2007)... Fabian Cancellara gewann dreimal; zudem trugen sich Geraint Thomas, Michal Kwiatkowski, Greg Van Avermaet, Niki Terpstra, Zdenek Stybar und Kasper Asgreen ein.
2022 und 2023 siegte Wout van Aert, zuletzt wohl sein wertvollster Erfolg im direkten Duell mit Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar. In den vergangenen zwei Jahren gewann jedoch van der Poel unangefochten – 2025 mit einer langen Soloattacke vor Mads Pedersen.

Profil: Harelbeke - Harelbeke

Profil_E3SaxoClassic2026
Harelbeke - Harelbeke, 208,5 Kilometer
Dies ist die „Mini-Ronde“, in der Realität aber nicht weit vom belgischen Monument entfernt. Eine Rennstunde weniger als beim zweiten Monument der Saison, doch das Profil ist sehr ähnlich und die Entscheidung fällt über nahezu identische Anstiege.
Mit 209 Kilometern bleibt es ein langes Rennen. Rund 100 Kilometer vor dem Ziel steigt die Aktivität, wenn das Feld in die Hellingenzone fährt. Die Strecke wurde angepasst und – im Trend der Zeit – verschärft: Eine zweite Passage des Oude Kwaremont wurde eingefügt. Wie bei der Ronde ist dies der erste Schlüsselpunkt, er liegt 85 Kilometer vor dem Ziel.
Von dort folgen die kurzen Anstiege – teils mit Kopfsteinpflaster – Schlag auf Schlag. Hotondberg, Kortekeer, Taaienberg (70 km vor dem Ziel) markieren die Fortsetzung der ersten Schlüsselphase; es folgen Boigneberg und Eikenberg. Letzterer ist ein 1,2 Kilometer langer Pflasterabschnitt mit 5%, der 59 Kilometer vor dem Ziel endet. Danach warten ein paar flache Kilometer.
Dann kommt der Knackpunkt. Anders als bei der Ronde ist hier die Reihenfolge umgedreht: Das Duo Paterberg/Oude Kwaremont beginnt mit dem kurzen, steilen Paterberg, 42 Kilometer vor dem Ziel. Noch weit bis Harelbeke, aber die Härte richtet im Feld unweigerlich Schaden an.
Mit 37 Kilometern verbleibend folgt der Oude Kwaremont. In rascher Abfolge bieten diese beiden Anstiege die Startrampe für die Hauptattacken der Favoriten, die auf den Hellingen die Entscheidung suchen. Bei 30 und 19 Kilometern stehen weitere kurze Anstiege an, dazu ein Pflastersektor 22 Kilometer vor dem Ziel. Sie sind weniger hart, können nach einem schweren Rennverlauf jedoch zusätzlichen Unterschied erzeugen – wahrscheinlicher ist jedoch, dass Gruppen ihre Abstände stabilisieren.
Die finalen 20 Kilometer sind praktisch topfeben. Eine organisierte Verfolgung ist möglich, um kleinere Gruppen oder einen Solisten zu stellen. Dieser Flachteil erzwingt taktische Entscheidungen und ist für den Ausgang entscheidend. Hier lassen sich zwar Nachführzüge aufziehen, doch große Lücken sind bei E3 zu diesem Zeitpunkt häufig. Wer um den Sieg fährt und den Flachteil an der Spitze erreicht, hat den Vorteil.

Die Favoriten

In den Anstiegen ist es für den Wind stets schwierig, den entscheidenden Unterschied zu machen, da die Selektionen dort aus anderen Gründen entstehen. Im Vorfeld des Rennens wird Regen erwartet, wodurch wir nasse Kopfsteinpflaster-Sektoren und rutschige Passagen bekommen dürften. Gleichzeitig sorgt ein Südwestwind für eine mögliche Seitenwindpassage auf dem Weg ins Ziel nach Harelbeke.
Mathieu van der Poel – Ein technisch herausragender, explosiver und enorm starker Fahrer auf diesem Terrain. Es ist schwer, ein anderes Szenario als seinen Sieg zu sehen. Sein Sturz bei Milano-Sanremo war keineswegs harmlos, möglicherweise ist er noch leicht angeschlagen, doch seine Form dürfte dennoch auf höchstem Niveau sein. Im vergangenen Jahr dominierte der Niederländer das Rennen selbst gegen einen Mads Pedersen und Filippo Ganna in Topform. Auch diesmal spricht vieles für ihn: seine Form ist überragend, und er bleibt der Maßstab.
Mads Pedersen – Der Kapitän von Lidl-Trek kehrt nach einer längeren Verletzung zurück und zeigte bei Mailand-Sanremo eine vielversprechende Leistung. Auf dem Kopfsteinpflaster und in den technisch anspruchsvollen Passagen wird sein Handgelenk jedoch deutlich stärker gefordert werden, was ein Unsicherheitsfaktor ist. Mit einer starken und erfahrenen Mannschaft hat Lidl-Trek alle Voraussetzungen für ein gutes Resultat, doch vieles hängt von ihrem Leader ab – dem Zweitplatzierten des Vorjahres. Unter normalen Umständen wäre Pedersen der einzige Fahrer, der Van der Poel ernsthaft herausfordern könnte, doch es bleibt abzuwarten, ob er dieses Niveau bereits erreicht.
Einige Fahrer befinden sich derzeit in ausgezeichneter Form, etwa Alec Segaert und Per Strand Hagenes, die beim GP Denain überzeugten – ebenso wie Brent Van Moer. Es sind keine klassischen Topfavoriten, aber Fahrer mit enormer Motorleistung.
Hinzu kommen erfahrene Klassikerspezialisten wie Matej Mohorič, Gianni Vermeersch, Dylan van Baarle, Jasper Stuyven und Nils Politt. Puncheure wie Romain Grégoire, Jenno Berckmoes, António Morgado, Michael Valgren und Magnus Sheffield könnten versuchen, das Rennen früh zu öffnen, sodass nicht Taktik, sondern die Anstiege den Ausschlag geben.
Dazu kommt eine Gruppe starker Rouleure und Klassikerspezialisten, die eine echte Gefahr darstellen können, etwa Kraftpakete wie Jonas Abrahamsen (sowie sein Teamkollege Rasmus Tiller) sowie Außenseiter aus dem Omloop wie Florian Vermeersch und Tim van Dijke.
Sollte es dennoch zu einem Sprint kommen – für den Sieg eher unwahrscheinlich, aber für die Top 10 durchaus relevant – stechen einige Namen hervor. Pedersen und Christophe Laporte sind die klarsten Kandidaten, doch es gibt auch Fahrer, die vollständig auf einen Sprint angewiesen sind.
Tobias Lund Andresen, Ben Turner und Matteo Trentin haben ihre größte Chance in einem Sprint aus einer größeren Gruppe. Sollte Van der Poel früh attackieren, dürfte das Tempo dahinter nicht konstant hoch bleiben, und die Abstände an den Anstiegen werden begrenzt sein. Auch Luca Mozzato, Biniam Girmay, Laurence Pithie, Luke Lamperti, Marijn van den Berg und Axel Zingle sind Fahrer, die man im Auge behalten sollte.

Prognose E3 Saxo Classic 2026

*** Mathieu van der Poel
** Mads Pedersen, Tobias Lund Andresen, Christophe Laporte
* Alec Segaert, Jonas Abrahamsen, Tim van Dijke, Michael Valgren, Per Strand Hagenes, Jasper Stuyven, Florian Vermeersch, Romain Grégoire, Ben Turner, Biniam Girmay, Matteo Trentin
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