Remco Evenepoels
Katalonien-Rundfahrt -Kampagne beginnt doch – allerdings nach einer chaotischen Vorgeschichte, die seine Teilnahme kurzzeitig in Frage stellte. Auf dem Teide vom Schneefall überrascht, wurde der sorgfältig geplante Höhentrainingsblock zur logistischen Hängepartie, ehe eine späte Lösung ihm rechtzeitig den Weg an den Start ebnete.
Am Ende erwies sich die Ausreise allerdings als deutlich unkomplizierter, als es zunächst schien. „Am Ende war es eigentlich ziemlich einfach. Nur eine Polizeieskorte, und nach zehn Minuten war die Straße trocken und super sauber. Ich glaube, da war viel Stress um nichts Großes. Aber ja, wir sind angekommen, das ist das Wichtigste“,
sagte Evenepoel zu Cycling Pro Net.Von der Ungewissheit an die Startlinie
Noch vor wenigen Tagen war Evenepoels Start in Katalonien alles andere als sicher, da gesperrte Bergstraßen die Zu- und Abfahrt zu seinem Trainingslager blockierten. Das sorgte in einer wichtigen Phase seines Frühjahrsprogramms für echte Fragezeichen bei der Anreise.
Diese Unsicherheit ist nun Routine gewichen. Evenepoel reiste zum Rennen an, nach eigener Aussage mit insgesamt reibungsloser und produktiver Vorbereitung. „Ja, ziemlich gut. Es war eine schöne Zeit auf Teneriffa. Gutes Training, gute Atmosphäre. Ich hatte eine Woche mit Primoz Roglic und dann zwei weitere Wochen mit den anderen, also lief alles ziemlich glatt. Wir hatten eine gute Zeit, und alles sollte passen, um diese Woche gut zu fahren.“
Ein Finale für die Gesamtwertungsfahrer
Der Blick richtet sich nun schnell vom Durcheinander aufs Rennen selbst. Die Auftaktetappe bietet ein Ziel, das zwischen Sprint und punchigem Anstieg liegt. Ein Finale, das regelmäßig auch GC-Fahrer anzieht, wenn Positionierung und Sekunden zählen.
Evenepoel rechnet eher mit einer selektiven Entscheidung als mit einem klassischen Massensprint. „Es ist so etwas wie ein verlängerter Sprint, sagen wir. Fast 800 Meter Sprint, also kein reiner Sprint. Das bedeutet, dass heute auch gute Puncheure vorne sein können. Ich denke an Namen wie Godon, der dafür heute wirklich stark ist.“
Er sieht sich in diesem Finale nicht als schnellsten Mann, schließt aber ein Eingreifen bei Gelegenheit nicht aus. „Am Ende versuche ich einfach, dabei zu sein. Wir müssen vor der letzten Abfahrt vorne sein, weil es ein bisschen knifflig ist. Also ja, ich werde wahrscheinlich in der Gruppe sein und es versuchen. Ob es für den Sieg reicht, sehen wir danach. Ich bin wohl nicht der Schnellste im Feld, aber wie gesagt: Es ist ein langer Einsatz, also versuche ich, im Mix zu sein.“
Bedingungen sind keine Ausrede zum Rennstart
Der Wind könnte in den Schlusskilometern eine Rolle spielen, gerade auf den exponierten Küstenstraßen. Evenepoel erwartet jedoch keine grundlegende Veränderung des Rennverlaufs.
„Auf der Küstenstraße wird es Gegenwind geben, aber ich denke, der Sprint wird mit Rückenwind sein. Wir werden sehen, wie es läuft. Es sind für alle die gleichen Bedingungen, und ich werde einfach mein Bestes geben und heute ein gutes Ergebnis anstreben.“
Nach Tagen der Ungewissheit rückt nun wieder das Rennen in den Mittelpunkt. Die Turbulenzen am Teide bedrohten kurzzeitig seinen Start in Katalonien, doch mit dem Rückenwind einer intakten Vorbereitung und unveränderten Zielen beginnt Evenepoel die Woche fokussiert.