Yates, Quintana, Alaphilippe ... – Die 25 Fahrer, die ihren Rücktritt für 2026 bestätigt haben
Radsport
In der Saison 2026 werden voraussichtlich einige Dutzend Spitzenfahrer ihre Karriere beenden. In den kommenden zwei Monaten dürften weitere Rücktritte bekannt werden. Bis zum 13. Oktober haben jedoch bereits 25 Fahrer aus WorldTour- und ProTeam-Mannschaften ihr Karriereende für dieses Jahr angekündigt, darunter Nairo Quintana, Julian Alaphilippe und Simon Yates.
Zwei WorldTour-Fahrer hatten ihren Rücktritt bereits zu Jahresbeginn bekannt gegeben. Neun Monate später wirkt Simon Yates’ Rücktritt vom Radsport bereits wie eine ferne Erinnerung. Anfang Januar bewegte er jedoch die Radsportwelt – und auch Team Visma | Lease a Bike.
Simon Clarke vom NSN Cycling Team beendete seine Karriere bei den australischen WorldTour-Rennen, seinen letzten Wettkämpfen als Profi. Seitdem haben 14 weitere Fahrer ihren Abschied von der höchsten Ebene des Sports angekündigt. Viele von ihnen sind große Namen.
Nairo Quintana beendet eine ruhmreiche Karriere. Sein letztes Jahr bestritt er für Movistar. Im Laufe seiner Laufbahn gewann er den Giro d’Italia und die Vuelta a España und lieferte sich bei mehreren Tour-de-France-Ausgaben Duelle mit Chris Froome.

Der frühere Grand-Tour-Sieger Nairo Quintana beendet 2026 seine Karriere
Pello Bilbao und Damiano Caruso, zwei erfahrene Grand-Tour-Spezialisten, beenden ihre Karrieren bei Bahrain - Victorious. Sie sind 36 beziehungsweise 39 Jahre alt und zeigten in den vergangenen Jahren einige ihrer besten Leistungen.
Auch Visma verliert Steven Kruijswijk, der mit 39 Jahren eine Karriere beendet, die er ausschließlich im niederländischen Team verbracht hat. Er stand bei der Tour de France einst auf dem Podium. Bauke Mollema von Lidl-Trek gewann früher die Lombardei-Rundfahrt und verabschiedet sich ausgerechnet bei dem Rennen, das seine Karriere geprägt hat.
Ein weiterer Monument-Sieger beendet seine Laufbahn: Bob Jungels, Gewinner von Lüttich–Bastogne–Lüttich 2018. Er und Ben Swift verabschieden sich beide bei Netcompany INEOS.
Auch Max Walscheid und Jacopo Mosca beenden wie Bauke Mollema ihre Karrieren bei Lidl-Trek. Bei Uno-X Mobility treten Magnus Cort Nielsen und Jonas Hvideberg ab. Das NSN Cycling Team verliert mit Alexey Lutsenko und Guillaume Boivin ebenfalls zwei Fahrer. Luka Mezgec von Team Jayco AlUla und Jasper de Buyst sind die beiden weiteren Namen auf der Rücktrittsliste.
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WorldTour-Fahrer vor dem Karriereende
| Nr. | Fahrer | Team zum Karriereende | Alter beim Karriereende | Rücktrittsdatum |
| 1 | BILBAO Pello | Bahrain - Victorious | 36 Jahre + 309 Tage | 31.12.2026 |
| 2 | BOIVIN Guillaume | NSN Cycling Team | 37 Jahre + 220 Tage | 31.12.2026 |
| 3 | DE BUYST Jasper | Lotto Intermarché | 33 Jahre + 37 Tage | 31.12.2026 |
| 4 | CARUSO Damiano | Bahrain - Victorious | 39 Jahre + 80 Tage | 31.12.2026 |
| 5 | CORT Magnus | Uno-X Mobility | 33 Jahre + 349 Tage | 31.12.2026 |
| 6 | HVIDEBERG Jonas Hem | Uno-X Mobility | 27 Jahre + 325 Tage | 31.12.2026 |
| 7 | JUNGELS Bob | Netcompany INEOS | 34 Jahre + 100 Tage | 31.12.2026 |
| 8 | KRUIJSWIJK Steven | Team Visma | Lease a Bike | 39 Jahre + 207 Tage | 31.12.2026 |
| 9 | LUTSENKO Alexey | NSN Cycling Team | 34 Jahre + 115 Tage | 31.12.2026 |
| 10 | MEZGEC Luka | Team Jayco AlUla | 38 Jahre + 187 Tage | 31.12.2026 |
| 11 | MOLLEMA Bauke | Lidl - Trek | 40 Jahre + 35 Tage | 31.12.2026 |
| 12 | QUINTANA Nairo | Movistar Team | 36 Jahre + 330 Tage | 31.12.2026 |
| 13 | SWIFT Ben | Netcompany INEOS | 39 Jahre + 56 Tage | 31.12.2026 |
| 14 | WALSCHEID Max | Lidl - Trek | 33 Jahre + 201 Tage | 31.12.2026 |
| 15 | CLARKE Simon | NSN Cycling Team | 39 Jahre + 198 Tage | 01.02.2026 |
| 16 | YATES Simon | Team Visma | Lease a Bike | 33 Jahre + 153 Tage | 07.01.2026 |
Auf ProTeam-Niveau beenden bis zum 13. Oktober neun Fahrer in diesem Jahr ihre Karriere. Julian Alaphilippe ist der einzige, der während der Saison abtritt. Er bestritt sein letztes Profirennen in den Wochen nach der Tour de France.
Auf der Liste stehen bekannte Namen wie Ion Izagirre, der bei jeder Grand Tour eine Etappe gewonnen hat, sowie die Grand-Tour-Etappensieger David de la Cruz und Jesús Herrada. Auch Geoffrey Bouchard, Gewinner der Bergwertung bei Giro und Vuelta, beendet seine Karriere.
Auch Damien Howson von Pinarello, ein früheres WorldTour-Mitglied, verabschiedet sich vom Radsport. Gleiches gilt für Odd Christian Eiking von Unibet Rose Rockets und das TotalEnergies-Duo Lorrenzo Manzin und Fabien Grellier.
ProTeam-Fahrer vor dem Karriereende
| Nr. | Fahrer | Team zum Karriereende | Alter beim Karriereende | Rücktrittsdatum |
| 1 | BOUCHARD Geoffrey | TotalEnergies | 34 Jahre + 274 Tage | 31.12.2026 |
| 2 | DE LA CRUZ David | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team | 37 Jahre + 239 Tage | 31.12.2026 |
| 3 | EIKING Odd Christian | Unibet Rose Rockets | 32 Jahre + 3 Tage | 31.12.2026 |
| 4 | GRELLIER Fabien | TotalEnergies | 32 Jahre + 61 Tage | 31.12.2026 |
| 5 | HERRADA Jesús | Burgos Burpellet BH | 36 Jahre + 158 Tage | 31.12.2026 |
| 6 | HOWSON Damien | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team | 34 Jahre + 140 Tage | 31.12.2026 |
| 7 | IZAGIRRE Ion | Cofidis | 37 Jahre + 330 Tage | 31.12.2026 |
| 8 | MANZIN Lorrenzo | TotalEnergies | 32 Jahre + 158 Tage | 31.12.2026 |
| 9 | ALAPHILIPPE Julian | Tudor Pro Cycling Team | 34 Jahre + 71 Tage | 21.08.2026 |

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Radsportaktuell.de und berichtet über den professionellen Radsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Liveblogs zu wichtigen Renntagen und Etappen, bei denen er das Geschehen in Echtzeit begleitet und Ergebnisse sowie taktische Entwicklungen fortlaufend einordnet. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um Teams, Fahrer und den Rennkalender.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattformen vernetzt, darunter Nicolas Gayer und Oliver Ried. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









