Die Vuelta a España 2026 geriet zu einem großen Erfolg für Visma - Lease a Bike. Das niederländische Team startete mit dem Ziel, Etappen zu jagen. Am Ende standen sieben Siege, dazu das Punktetrikot für Wout Van Aert und ein
Gesamtrang 5 für
Sepp Kuss.
Vor allem der letzte Erfolg war ein ungeplantes Extra, begünstigt von etwas Rennglück. Sepp Kuss startete stark in die Vuelta, fiel in der zweiten und dritten Woche jedoch bis auf Platz 11 zurück. Es deutete vieles darauf hin, dass ein Top-10-Kampf sein Maximum sein würde.
Doch Visma, bekannt für späte Offensiven, schmiedete einen Langstreckenangriff für Kuss. Mit Unterstützung von Bruno Armirail, Wout Van Aert und Jorgen Nordhagen aus der Fluchtgruppe fuhr das Team den Amerikaner weit genug von seinen GC-Rivalen weg und katapultierte ihn auf Gesamtrang 5.
Ein willkommener Bonus
„Die Gesamtwertung war diesmal nicht das Primärziel, deshalb sind wir vollkommen zufrieden mit dem Verlauf der Rundfahrt“, sagte Sportdirektor
Marc Reef anschließend gegenüber
De Telegraaf.
Sepp Kuss und Jorgen Nordhagen überqueren auf der 20. Etappe der Vuelta a España 2026 die Ziellinie
Hauptfokus bei Visma waren ohnehin die Sprints mit
Matthew Brennan sowie die Fluchten von Wout Van Aert. Beide Teile des Plans gingen makellos auf. Brennan gewann 5 der 6 Massensprints der Vuelta, Van Aert fügte zwei Etappensiege aus Ausreißergruppen hinzu. Zudem harmonierten beide Fahrer hervorragend.
„Dass die Rundfahrt für unser Team so gut lief, verdanken wir maßgeblich den Qualitäten von Matthew und Wout Van Aert. Wir wussten, wozu Wout imstande ist, aber man muss es dann eben auch abliefern.“
Anders als der erfahrene Van Aert hätte Brennans Grand-Tour-Debüt in viele Richtungen gehen können. Für Reef bestanden jedoch keine Zweifel: „Wir hatten großes Vertrauen in Matthew, obwohl er erst 21 ist. Er hatte seine Endschnelligkeit nach harten Etappen bereits gezeigt – etwa bei der Volta a Catalunya und der Vuelta a Burgos.“
Gleichwohl lag die Ausbeute von fünf Siegen selbst über Reefs Erwartungen. „Fünf Etappen zu gewinnen, ist wirklich sensationell. Einerseits überrascht er uns nicht, weil wir sein Potenzial kannten. Andererseits hat er hier einen riesigen Entwicklungssprung gemacht. Schade, dass Christophe Laporte aussteigen musste, aber das Team hat das sehr gut aufgefangen.“
Brennan peilt die Tour an
Nach seinem vierten Etappensieg sprach Brennan offen über noch größere Ziele. Im kommenden Jahr startet die Tour de France in Edinburgh, Schottland. Der Brite würde dort liebend gern auf das Gelbe Trikot fahren. Doch erhält er die Chance in einem Team, das auf Jonas Vingegaards dritten Tour-de-France-Titel ausgerichtet ist?
„Zunächst ist es großartig zu hören, wie ambitioniert er ist, doch wir schauen uns Szenarien für das kommende Jahr erst an, wenn diese Saison vorbei ist. Dann setzen wir die Ziele für jede Grand Tour und prüfen, welche Fahrer ins Profil passen. Matthew wird dabei ganz sicher eine Rolle spielen“, deutete Reef an, dass Brennan hoffen darf – auch abhängig von Vingegaards Ambitionen.