„Wir werden im Hochgebirge unseren Stempel aufdrücken“ – Tom Pidcock und Q36.5 setzen bei der Tour de France 2026 alles auf die Gesamtwertung

Radsport
Freitag, 03 Juli 2026 um 20:45
Tom Pidcock
Tom Pidcock fährt nicht zur Tour de France 2026 als luxuriöser Etappenjäger. Beim Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team ist die Ansage vor dem Tour-Debüt des Schweizer Rennstalls inzwischen deutlich ehrgeiziger.
Pidcock führt die Mannschaft in den Grand Départ, nachdem er die Vuelta a España 2025 als Gesamtdritter beendet hat – ein Resultat, das seine Grand-Tour-Perspektive neu definiert. Die Tour ist allerdings ein ganz anderer Test. Mit Tadej Pogačar, Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel, Florian Lipowitz und Paul Seixas an der Spitze des Klassements dürfte selbst eine Wiederholung des Vuelta-Ergebnisses ein enorm schwieriges Unterfangen werden.
Das hindert Q36.5 nicht daran, das Rennen um ihn herum zu bauen. Gegenüber Het Nieuwsblad stellte Quinten Hermans klar, dass Pidcocks Rolle im Team weit mehr als symbolisch ist.
„Tom zielt auf ein gutes Gesamtklassement“, sagte Hermans. „Der Brite ist ein sehr dankbarer und angenehmer Fahrer im Team. Ich habe auch kein Problem damit, alles für einen Teamkapitän in den Dienst zu stellen.“

Q36.5 stellt Pidcock an erste Stelle

Pinarello Q36.5 reist mit Fred Wright, Quinten Hermans, Xandro Meurisse, Brent Van Moer, Xabier Mikel Azparren, Damien Howson und Chris Harper an Pidcocks Seite zur Tour. Ein Aufgebot mit genug Auswahl, um Ausreißergruppen zu besetzen, chaotische Übergangstage zu überstehen und den Kapitän zu stützen, sobald es in die Berge geht.
Für ein Team beim Tour-de-France-Debüt wären Etappensiege ein naheliegendes Ziel. Pidcock hat bereits auf Alpe d’Huez gewonnen, zählt zu den gefährlichsten Abfahrern im Peloton und besitzt den Punch, reduzierte Finals in mehr als Schadensbegrenzung zu verwandeln.
Hermans legte den Fokus jedoch klar auf das große Ganze. „Toms bestmögliche Gesamtplatzierung ist das Hauptziel“, führte er aus. „Wir haben insgesamt eine starke Mannschaft. Vielleicht sticht keiner extrem heraus, aber wir werden trotzdem alles daran setzen, in den Übergangsetappen und in den Hochalpen mit Tom unseren Stempel aufzudrücken.“
Tom Pidcock bei der Teampräsentation der Tour de France 2026
Tom Pidcock at the 2026 Tour de France team presentation

GC-Traum mit Etappenversicherung

Pidcocks Weg in die Tour verlief nicht völlig reibungslos, doch sein jüngster Sieg bei der Andorra MoraBanc Classica war ein rechtzeitiges Signal für seine Kletterform. Auf einem harten Bergkurs schlug er Carlos Verona und Sepp Kuss, zwei ausgewiesene Kletterer – ein Ergebnis mit Substanz, nicht nur ein Stimmungsaufheller.
An den tiefsten GC-Tagen der Tour stehen andere Prüfungen an. Pidcock hat bereits gezeigt, dass er drei Wochen auf hohem Niveau durchsteht, doch die Topfavoriten nehmen hier die Verstecke schnell weg. Q36.5 geht aufs Ganze, wird in den Bergen aber nicht dieselbe Kontrolle haben wie UAE Team Emirates - XRG, Team Visma | Lease a Bike oder Red Bull - BORA - hansgrohe.
Bleibt Pidcock in Schlagdistanz, hat Q36.5 ein echtes GC-Projekt zu verteidigen. Wird der Podiumskampf zu hart, bleibt er dennoch einer der gefährlichsten Etappenjäger im Rennen.
Pidcock kommt mit geschütztem Status, einem Vuelta-Podium im Rücken und einem Tour-de-France-GC-Traum, der schwierig genug wirkt, um bezweifelt zu werden, aber ernst genug ist, um ihm zu folgen.
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